Mietvelos - Nachhaltige Anschlussmobilität

Das Velo wird zum Gewinner der Corona Pandemie und trägt zur besseren ÖV-Nutzung bei. Allein im Jahr 2020 wird mit einem Verkauf von 450 000 Fahrräder und 165 000 E-Bikes schweizweit gerechnet. Die Hochrechnung zeigt einen Anstieg von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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Mobilität durch Muskelkraft. Die Umstände der Corona Pandemie haben viele zur ursprünglichsten Art der Fortbewegung zurückgebracht: Wir bewegen uns häufiger zu Fuss oder sind mit dem Velo unterwegs. Dies belegen auch diverse Mobilitätsanalysen, die während der Pandemiezeit gemacht wurden. 

Der Umwelt kommt dieser Trend entgegen. Kombiniert mit einer Zugfahrt, ist diese Fortbewegung die nachhaltigste Art und Weise zu reisen. Sollte der Trend anhalten, erfüllen sich vielleicht einst die kühnsten Träume der Städteplanerinnen und Stadtbewohner: Ein Verkehrsfluss, der nicht mehr von Autos dominiert ist, sondern von Velos. 


Mietvelo erlebt Aufschwung 

Laut einer Onlineumfrage der SBB im September 2020 bei Nutzenden von E-Bikes verzichteten 48 Prozent der Personen in der Innenstadt aufs Auto und fuhren stattdessen mit dem Mietvelo. Das sind gute Nachrichten. Denn jede Person, die morgens aufs Velo und nicht ins Auto steigt, erspart den Strassen fünf Kilometer Stau. In den Niederlanden benutzen 30 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner regelmässig das Fahrrad, in Dänemark 20 Prozent und in der Schweiz sind es 8 Prozent. Damit ist unser Land zwar nach wie vor ein Fahrrad-Entwicklungsland. Doch die steigende Beliebtheit von Velos ist eine grosse Chance für die SBB, um mit neuartigen Geschäftsmodellen das Mobilitätsverhalten der Menschen zu verändern und damit das Kerngeschäft zu stärken. 


Neuartige Parksysteme für mehr Platz  

Noch sind Abstellplätze für Velos je nach Lage eher knapp bemessen. Steigt die Nutzung der Velos, steigt auch die Nachfrage nach mehr Platz. Neben Platzproblemen kommen zunehmend neue Anforderungen seitens Kundinnen und Kunden hinzu. Sie wünschen sich Reservationsmöglichkeiten, Helmfächer und gesicherte Abstellplätze für hochwertige E-Bikes mit elektrischer Lademöglichkeit. Lösungen bieten neuartige Parksysteme, wie unter anderem Hochregallager, die das Platzproblem entschärfen und neue Kundenanforderungen abdecken. Die SBB untersucht und testet in diesem Bereich bereits an mehreren Standorten. 

Ziel ist, dass Kundinnen und Kunden ihre privaten Velos bahnhofsnah und sicher parkieren können. Weiter soll Bikesharing und der Gebrauch von Mietvelos gefördert werden, um die Anschlussmobilität vom Velo auf den Zug so bequem wie möglich zu gestalten.  

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Mieten statt kaufen: Sharing-Angebote erleben Aufschwung. 
Dass es nicht zwingend das eigene Fahrrad sein muss, beweisen die rund 5 500 Personen, die täglich ein Sharing-Angebot direkt vor oder nach ihrer Bahnreise nutzen. In der Schweiz stellen acht verschiedene Anbieter Zweiradverleihsysteme für Velos und E-Bikes zur Verfügung. Dazu kommt ein Verleih von E-Cargo-Fahrrädern, E-Scootern und LEV (überdachte, vierrädrige elektrische Fahrzeuge – Light Electric Vehicle). Manche Anbieter sind in mehreren Städten aktiv. Basierend auf den Zahlen der 15 grössten Anbietern beruhen 80 Prozent der Bikesharing-Angebote auf einem stationsbasierten Modell, 20 Prozent auf dem Free-floating-Modell – Velos sind stationslos und können nach Gebrauch überall abgestellt werden.