«Ein Klick auf den Schlüssel und er blinzelt mir zu»

Diesmal gilt’s ernst. Das Experiment SBB Green Class ist am 1. Januar dieses Jahres angerollt. Ursprünglich waren 100 Testkunden vorgesehen. Aber der Ansturm, hat die Partner dazu gebracht, die Zahl auf 150 zu erhöhen. Und BMW stellt in letzter Minute 50 zusätzliche Fahrzeuge bereit.

Der BMW i3 ist Teil des Mobilitäts-Kombiangebot SBB Green Class
Der BMW i3 ist Teil des Mobilitäts-Kombiangebot SBB Green Class

Und genau von diesem Aspekt der Ökomobilität à la SBB Green Class möchte ich Ihnen heute berichten. Als ich ihn zum ersten Mal sah: Ein Klick auf den Schlüssel und er blinzelte mir zu. Mit beiden Augen, denn beim Entriegeln der Türen leuchten die LED-Lampen auf, die wie Augenbrauen bogenförmig über den Scheinwerfern angebracht sind. Er, das ist der BMW i3, der im Abopaket inbegriffen ist, über das ich hier schreibe. In seiner schwarz-weissen Livree erscheint er mir unwillkürlich wie eine Konzeptstudie aus einem Autosalon, obschon wir uns auf unseren Strassen bereits an seinen Anblick gewohnt haben.

Das ist Absicht: BMW will, dass sich ihre i-Serie – die Elektroautos – auf den ersten Blick von den herkömmlichen Modellen unterscheiden. Dies wird mit ästhetischen Details erreicht wie etwa dem «Black Belt», diesem schwarzen Gürtel auf Motorhaube, Dach und Heckklappe, der blauen Umrandung des Propeller-Logos und dem eigentlichen Markenzeichen, den U-förmigen Scheinwerfern, die ich oben erwähnt habe. Schon gewusst? Die Karosserie besteht aus einem Gemisch von aufbereitetem Kunststoff und Karbon. Im Innenraum geht’s gleich weiter. Obschon alles nach Hightech aussieht, stammen alle Rohstoffe aus natürlichen, erneuerbaren oder wiederverwertbaren Quellen. So bestehen das Armaturenbrett und die Türverkleidungen aus getrocknetem Kenaf, einem weitläufigen afrikanischen Verwandten von Hanf und Baumwolle.

Weiter geht der Rundgang: Dank einer ganzen Reihe wohl durchdachter Details – etwa extrakleine Sitze und fehlende Mittelkonsole – bietet die Fahrgastzelle des i3, der doch nur vier Meter lang ist, erstaunlich viel Raum. Sie parkieren an einer Mauer oder einer gefährlichen Strasse? Kein Problem. Steigen Sie einfach auf der anderen Seite aus! Und noch ein praktisches Element: Den 260-Liter-Kofferraum vergrössern Sie ganz einfach auf 1100 Liter, indem Sie die Hintersitze herunterklappen. Und da die Batterien an der Unterseite angebracht sind, steht ein kleiner Frontkofferraum zur Verfügung für Verlängerungskabel und Ladeoptionen zur Verfügung, die zum Lieferumfang des Autos gehören. Darunter ein simpler 220-Volt-Netzanschluss.

Dank diesen und ähnlichen Kniffen ist das Auto erstaunlich leicht: 1195 Kilogramm. Zusammen mit seinen 170 Pferdestärken ergibt das einen explosiven Mix. In 7,3 Sekunden von 0 auf 100: Das ist gleich schnell wie gewisse Minibomber, die sich deutlich sportlicher geben, etwa der Mini Cooper S. Und das alles in einer fast ohrenbetäubenden Stille, of course! Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 150 Stundenkilometer beschränkt; höhere Geschwindigkeiten würden die Batterien zu sehr belasten.

Das bringt uns zu einem weiteren Thema: der Reichweite. Die moderne 94-Ah-Batterie (Ah für Ampere-Stunden) des BMW i3 bietet eine Reichweite von etwa 200 Kilometern. Das kann zur Spielerei werden. Man amüsiert sich damit, den eigenen Fahrstil zu ändern, zwischen den drei Fahrmodi (Comfort, Eco und Eco+) hin- und herzuschalten, die Heizung oder Klimaanlage ein- und auszuschalten, und beobachtet dann, wie sich die voraussichtliche Reichweite verändert. Inzwischen ist wohl klargeworden: Ich bin voll auf dieses Auto abgefahren! Es ist überraschend, angenehm und komfortabel und somit ein wertvoller Bestandteil des Mobilitätsangebots SBB Green Class. Bei solchen Autos erstaunt es nicht, dass sich immer mehr Autofahrer für einen Stromanschluss entscheiden! Bis bald auf neue Abenteuer mit meinem Ökomobilitätstest.

Die SBB in Kollaboration mit BMW lässt 100 ausgewählte Mobilitäts-Pioniere das Mobilitäts-Kombiangebot «SBB Green Class» ein Jahr lang testen: Vollelektrischer BMW i3 mit 1.-Klass-GA, Mobility Carsharing und Publibike auf dem SwissPass. Jetzt mehr über das Projekt erfahren.