IT und Juristen bauen gemeinsam Prototypen

Gesetzesänderungen auf Klick erkennen und damit viel Zeit sparen. Davon träumen die Juristinnen und Juristen nicht nur bei der SBB. Sie haben am 48-stündigen Hackathon an der «Swiss Legal Tech 2017» im Oktober in Zürich zusammen mit IT-Kollegen am Traum gearbeitet.

Anwälte und Softwareentwickler entwickeln gemeinsam
Anwälte und Softwareentwickler entwickeln gemeinsam

Gesetzesänderungen auf Klick erkennen und damit viel Zeit sparen. Davon träumen die Juristinnen und Juristen nicht nur bei der SBB. Sie haben am 48-stündigen Hackathon an der «Swiss Legal Tech 2017» im Oktober in Zürich zusammen mit IT-Kollegen am Traum gearbeitet.

Fast alles bei der SBB ist reguliert und geregelt: Schraubengrössen, Arbeitszeit, Datenschutz, Eigentumsverhältnisse, usw. Diese Regelungen sind alle in einem Gesetz wie bspw. im Arbeitsrecht, Baurecht, Sachenrecht, Datenschutz oder technischen Eisenbahnrecht verankert. Gesetze können jedoch ändern oder angepasst werden. Verpasst die SBB eine Änderung, besteht die Gefahr, dass sie sich nicht gesetzeskonform verhält. Wie bewältigen die Verantwortlichen, Juristinnen und Juristen aber auch die Linie diesen Dschungel? Sie haben sich eine auf ihren jeweiligen Fachbereich zugeschnittene Überwachung (Monitoring) etwa durch Newsletter oder Dienstleistungen von Dritten organisiert. Doch dieses Monitoring der Gesetze kostet viel. Nun haben sich am Hackathon in Zürich die Juristinnen und Juristen mit IT-Kollegen zusammengesetzt und einen Prototypen entwickelt, der viel Zeit und Geld sparen könnte.

Testversion entwickelt

Anwälte und Softwareentwickler identifizierten die Probleme. Die möglichen Lösungen wurden gemeinsam erarbeitet und in einem Team zum funktionierenden Prototypen «Gesetzesmonitoring» umgesetzt. Die Testversion läuft in einem Tool. Gesetzesänderungen werden dabei massgeschneidert, also den jeweiligen Fachbedürfnissen angepasst, auf dem Silbertablett, d.h.auf dem Bildschirm präsentiert. Gibt es z.B. eine Änderung beim Datenschutz, meldet dies das Programm. Es erscheint die alte Version und markiert die Änderungen auf der neuen Version. Zudem ist das Tool lernfähig (Machine Learning). Ist das Programm vollständig ausgereift, arbeitet es zuverlässig, nimmt es administrativen Aufwand ab und spart viel Zeit ein. Die Idee wird weiterverfolgt und auf Finanzierbarkeit hin überprüft.

Neben der Erarbeitung des Prototypen gab es Impulsreferate wie bspw. zur digitale Revolution und wie sie das Recht und den Anwaltsberuf verändert. Nora Teuwsen, Leiterin Recht & Compliance, hatte aufgezeigt, wie die Rechtsabteilung der Zukunft in einem Unternehmen aussehen könnte und wie sich die SBB auf die Veränderungen vorbereitet.

Nora Teuwsen, SBB, Leiterin Recht&Compliance
«Swiss Legal Tech 2017», Zürich
«Swiss Legal Tech 2017», Zürich
«Swiss Legal Tech 2017», Zürich

Nora Teuwsen, SBB, Leiterin Recht&Compliance

«Swiss Legal Tech 2017», Zürich

«Swiss Legal Tech 2017», Zürich

«Swiss Legal Tech 2017», Zürich