Der Hausherr des Bahnhofs Basel

Die Bahnhöfe der SBB sind nicht nur Verkehrsknotenpunkte, sondern auch Shopping- und Gastromeilen. Daniel Fischer ist Hausherr im Bahnhof Basel und bringt die Interessen von Reisenden, Kunden, Ladenbetreibern und der SBB unter einen Hut.

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Wenn Daniel Fischer morgens in Basel ankommt, nutzt er den Weg ins Büro für einen ersten Rundgang durch «seinen» Bahnhof. Wie laufen die Geschäfte auf der Passerelle? Er schaut kurz im «Läckerli Huus» vorbei. Filialleiterin Denise Bigler freut sich über den spontanen Besuch und bespricht mit Fischer kurz, welche Produkte im Dezember besonders gefragt waren und wie sich die Umsätze nach Weihnachten entwickelt haben.

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Weiter gehts! Statt die provisorische Rampe zu den Gleisen 1-4 zu nehmen, schaut Fischer noch in der Schalterhalle vorbei. Wo bis 2015 noch Billette verkauft wurden, stehen nun für die nächsten drei Jahre mehrere Take-Away-Stände der Migros und ein Kiosk. Der Umbau des Westflügels macht diese Provisorien nötig. Der Rundgang endet im Büro im Dienstgebäude Ost.

Vermarktung, Vermietung und Optimierung der kommerziellen Flächen

Daniel Fischer ist Center Manager des Bahnhofs Basel bei SBB Immobilien und damit sozusagen der Hausherr. Zusammen mit dem Team Retail & Food Service kümmert er sich um die Vermarktung und Vermietung der kommerziellen Flächen. Regelmässig tauscht er sich mit den Mietern der Geschäfte und Gastrobetriebe im Bahnhof aus, bespricht Veränderungen bei den Umsätzen und sucht nach Optimierungen: «Wenn wir bei Gastrobetrieben lange Warteschlangen beobachten, empfehlen wir beispielsweise den Aufbau einer zweiten Kasse oder gar eine Veränderung des Ladenlayouts», erklärt der 46-Jährige.

Die Erneuerung des Westflügels sorgt für Einschränkungen

Mit der Erneuerung des Westflügels (siehe auch Box am Schluss) hat Fischer weitere Aufgaben übernommen. So betreut er jene Mieter, die aus dem Westflügel in Provisorien umziehen mussten. Die neuen Standorte der Geschäfte, provisorische Garderoben und Pausenräume sowie teilweise komplizierte Anlieferungswege forderten sowohl die Mieter als auch die SBB heraus.

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Fischer setzte auf eine frühzeitige und transparente Kommunikation. «Das hat sich bisher ausgezahlt», resümiert er. Dennoch gebe es hin und wieder Klagen, beispielsweise von Mietern, die an einen weniger frequentierten Standort versetzt wurden. «Hier versuchen wir Hand zu bieten und beispielsweise die Beschilderung zu verbessern – natürlich, ohne andere Mieter zu benachteiligen oder Reisende zu behindern.» Den richtigen Mix aus den Bedürfnissen der Kunden, der Mieter und der SBB zu finden, das mache seinen Job spannend.

Auf der Suche nach dem ausgewogenen Mieterportfolio

Für den Westflügel hat Fischer gemeinsam mit dem Team Retail & Food Service bereits ein neues Nutzungskonzept erstellt. Darin enthalten ist nicht nur eine Einteilung der Flächen und der Durchgangswege, sondern auch eine Empfehlung, ob sich eine bestimmte Fläche eher für einen Laden, einen Gastro- oder für einen Dienstleistungsbetrieb eignet. Fischer und das Center Management berücksichtigen auch das bestehende Mieterportfolio, die Wünsche der Kunden, neue Trends und Konzepte aus dem Ausland. Das Ziel ist ein ausgewogener Mix an Geschäften und verschiedenen Verpflegungsangeboten.

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Als Hausherr des Bahnhofs trifft sich Fischer zudem regelmässig mit dem kantonalen Denkmalpfleger, um den Fortschritt bei den Bauarbeiten sowie weitere Anliegen zu besprechen.

Vom Bahnbetriebsdisponent zum Center Manager

Daniel Fischer absolvierte ursprünglich eine Lehre als Bahnbetriebsdisponent und übernahm später unterschiedliche Aufgaben im Unternehmen, bevor er 1998 zu SBB Immobilien wechselte. Seit einem Jahr ist er nun als Center Manager für den Bahnhof Basel zuständig. Den Ausgleich zum bisweilen hektischen Treiben im Bahnhof findet Daniel Fischer im Grünen: Entweder auf dem Golfplatz oder im Wald. Nebenamtlich fungiert er als Vizepräsident der Forstkommission Egerkingen und versucht auch dort, die Interessen der verschiedenen Anspruchsgruppen unter einen Hut zu bringen.

Bauarbeiten im und um den Bahnhof Basel

Nach dem Umbau der Schalterhalle im Bahnhof Basel SBB laufen nun die Erneuerungsarbeiten im Westflügel. Im Mai 2017 wurde der Westflügel gesperrt. Die Reisenden werden umgeleitet, die Geschäfte haben provisorische Standorte bezogen. Bis zur Neueröffnung Anfang 2021 werden die Zollbauten des SNCF zurückgebaut und der Gebäudeflügel umfassend modernisiert.

Bis 2023 werden in einem separaten Projekt die Perronhallen erneuert. Auf der Südseite des Bahnhofs baut die SBB eine neue Logistikanlieferung und das Meret-Oppenheim-Hochhaus. Zudem wertet sie den angrenzenden Meret-Oppenheim-Platz auf.

Bei der Arbeit

Einblick in andere Berufswelten: Wir portraitieren interessante Menschen mit interessanten Tätigkeiten bei der SBB und ihren Tochtergesellschaften.