5 Fakten zur Sicherheit von Weichen

2017 entgleisten drei Personenzüge auf Bahnhofweichen der SBB. Auch wenn alle Weichen die Sicherheitsbestimmungen einhalten, überwacht die SBB ihre Weichen künftig zusätzlich mit Messfahrzeugen. So werden die Weichen noch sicherer und ihr Verschleiss ist künftig früher erkennbar.

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1. Die Weichen der SBB leisten Schwerstarbeit

Jeden Tag rollen knapp drei Millionen Tonnen über das SBB Netz, echt Heavy Metal! Die 12 850 Weichen auf dem SBB Netz werden jeden Tag insgesamt 800 000 Mal befahren – die meistgenutzten bis zu 380 Mal. Die Weichen sind also zusammen mit den Gleisen wohl die am intensivsten genutzte Anlagenart der SBB. Dennoch gab es letztes Jahr nur rund 60 Weichenstörungen, welche die «Hardware» – die Gleise – betreffen. Die Weichen der SBB sind also trotz der hohen Belastung sehr zuverlässig.

2. Alle Weichen der SBB entsprechen den Sicherheitsbestimmungen 

Gemäss dem Netzzustandsbericht liegt der Mittelwert aller Weichen bei 3,0 auf einer Skala  von 1 («neuwertig») bis 5 («ungenügend»). Auch Anlagen mit dem Wert 5 erfüllen die Anforderungen an die Sicherheit und werden weiter betrieben. Das gesamte Netz der SBB hat einen Mittelwert von 2,7. Es gibt keine akut kritischen Anlagen. Und: Es ist normal, dass nicht alle Anlagen die Note 1 haben – das wäre nur bei einem komplett neuwertigen Netz so.

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3. Die SBB überwacht ihre Weichen regelmässig

Die SBB kennt die neuralgischen Punkte ihres Netzes gut und kontrolliert deshalb Gleise und Weichen, die stärker befahren werden, häufiger und gründlicher. Dazu gehören beispielsweise auch Weichen in den Bahnhofeinfahrten. Fachleute der SBB nehmen die am meisten befahrenen Streckenabschnitte alle zwei bis vier Wochen in Augenschein. Zusätzlich werden sie einmal pro Jahr manuell mit sogenannten Lehren, einer Art «Schablone » überprüft. Um die Weichen auf nicht sichtbare Schäden zu überprüfen, setzt die SBB zusätzlich auf eine Kontrolle mit Ultraschall. Dabei überprüfen die Mitarbeitenden jeden Zentimeter Schiene von Hand mit einem Messkopf. Je nach Gleiskategorie, Belastung und Geschwindigkeit wird diese alle sechs Monate bis drei Jahre durchgeführt. Die SBB geht neue Wege und kontrolliert die Fahrbahn zunehmend maschinell. Damit überwacht die SBB ihre Gleise und Schienen genau so gut wie ihre Kollegen im Ausland.

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4. Entgleisungen wegen Weichendefekten sind sehr selten

Seit 2001 gab es fünf Entgleisungen wegen Weichendefekten. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden. Eine davon war die Entgleisung vom 29. März 2017: Eine S-Bahn der BLS entgleiste bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Bern. Der Grund war ein Ermüdungsbruch der Weichenzunge. Was hinter den Entgleisungen in Luzern im März 2017 und in Basel im November 2017 steckt, untersucht die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUST) derzeit noch. Allgemein sind Entgleisungen sehr selten: 2017 entgleisten vier Züge, 2016 keiner. In den letzten zehn Jahren entgleisten pro Jahr durchschnittlich 2,9 Züge.

5. Die SBB unterhält ihr Netz präventiv und vorausschauend

Zum präventiven Unterhalt gehören das Stopfen des Schotters und das Schleifen der Schienen. Das kommt auch den Weichen zugute. Dank des vermehrten präventiven Unterhalts müssen die Schienen und Weichenbauteile weniger häufig ausgewechselt werden. Das wirkt sich positiv auf die Lebensdauer der Gleise und Weichen aus und spart mittelfristig Kosten. Diese Strategie zeigt Wirkung: Die Anzahl Schienenfehler reduzierte sich seit 2014 um 40 Prozent.