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Laurent Amez-Droz und die Anwohner des Bahnhofs Lausanne

Am Anfang sah es nicht gut aus. Für den Aus- und Umbau des Bahnhofs Lausanne mussten mehrere Mehrfamilienhäuser abgerissen werden. Rund hundert Wohnungen waren betroffen. Laurent Amez-Droz begleitete die Mieter bei der Lösungssuche. Und hat dabei so einiges erlebt.

Laurent Amez-Droz
Laurent Amez-Droz

Endlich scheint an diesem Mittag Ende Januar wieder die Sonne. Laurent Amez-Droz, Leiter Bewirtschaftung Romandie bei SBB Immobilien nutzt die Gunst der Stunde. Er isst auf der Terrasse des Café du Simplon mit dem ehemaligen Mieter Olivier Dorsaz. Vis-à-vis stehen die Mehrfamilienhäuser, die im Rahmen von Léman 2030 und dem Umbau des Bahnhofs Lausanne abgerissen werden. Die beiden Männer sprechen aber nicht über Umzugs- und Mietentschädigungen, sondern über die nächste Töfftour. Es wird schliesslich auch mal wieder wärmer.  Die Stimmung ist entspannt, man duzt sich.

Das war nicht immer so: 2011 kündigte die SBB an, dass die Gebäude südlich der Gleise dem verbreiterten Bahnhof weichen müssen. Erste Schätzungen gingen von etwa hundert Wohnungen aus: «Ich war damals nicht dabei. Aber die erste Informationsveranstaltung mit den Anwohnern im Juli 2011 muss «eher ungünstig» verlaufen sein», so Amez-Droz

Gemeinsam am Tisch Lösungen gesucht

Ganze Gebäude abreissen? Das kommt bei der SBB eher selten vor: «Oft müssen wir für unsere Projekte einen Parzellenteil enteignen, mal auch ein Schwimmbad aufheben. Aber gleich mehrere Gebäude, und erst noch Wohnraum, das ist tatsächlich aussergewöhnlich», bestätigt der Regionenleiter. «Darum haben wir uns mit der Stadt und den in einem Verein organisierten Mietern an einen Tisch gesetzt. Ziel war es von Beginn weg, akzeptable Lösungen zu finden.»

Jede Lösung ist ein Einzelfall

Dialog auf der einen Seite, Detailarbeiten am Projekt auf der anderen: Der tatsächliche Umfang der Bauarbeiten liess die Zahl der betroffenen Wohnungen von 100 auf 60 sinken. «Danach haben wir alle Mieter einzeln besucht, um ihre individuellen Bedürfnisse abzuklären. Die einen wollten eine kleinere Wohnung, andere wollten bauen, etc. Dank der Stadt Lausanne und unseren Bewirtschaftungspartnern konnten wir fast für jeden Einzelfall Lösungen finden. Heute suchen nur noch neun Mieter eine Lösung», ergänzt Laurent Amez-Droz. «Bei unseren Besuchen haben wir uns Zeit fürs Gespräch genommen, konkrete Lösungen und Finanzhilfen angeboten und dabei auch Einblicke in die Lebensgeschichten der Mieter erhalten. Das war mal traurig, wie bei der Rentnerin, der wir einen Platz im Altersheim gefunden hatten, die aber noch vor dem Eintritt starb. Mal war’s aber auch glücklich, wie bei den beiden Mietern, die sich an einer Versammlung des Vereins kennen gelernt und bei denen es «gefunkt» hat. Kürzlich haben sie sogar geheiratet!»

Zusammen unterwegs – aber nicht auf der Schiene

An einem dieser Besuche lernte Laurent Amez-Droz auch Olivier Dorsaz kennen: «Nachdem wir mit den Sachfragen abgeschlossen hatten, entdeckten wir unsere gemeinsame Leidenschaft für das Töfffahren. Olivier ist schon vor einiger Zeit in ein neues Quartier umgezogen, aber wir pflegen regelmässig Kontakt.» Und natürlich treffen sie sich auf der Terrasse des Café du Simplon – zum Essen oder auf ein Glas Wein.

Sind Freunde geworden: Olivier Dorsaz, ehemaliger Mieter an der Rue du Simplon in Lausanne und Laurent Amez-Droz, Leiter Bewirtschaftung Romandie bei SBB Immobilien

Zur Person:

Laurent Amez-Droz, 51-jährig, ist Leiter Bewirtschaftung Romandie bei SBB Immobilien.

 

Sein Lesetipp:

«Propriété, eine Zeitschrift mit Nachrichten aus der Immobilienwelt, die ich sehr schätze.»

 

Seine Lieblingsmusik:

«Ich mag die Musik von Walk off Earth sehr gut. Diese Rockgruppe habe ich vor ein paar Jahren dank meinem Sohn an einem Konzert in Lausanne kennen gelernt.»

Portraitreihe

Die Macherinnen und Macher der Mobilität von morgen in der Genferseeregion ist eine Portraitreihe. Wir stellen jeden Monat die Menschen vor, die sich in Büros, Zügen und auf Baustellen mit den Herausforderungen der Mobilität von morgen in der Westschweiz beschäftigen.