Hellgrüne Bilanz bei der Nachhaltigkeit

2017 hat die SBB mehr als die Hälfte der ambitionierten Nachhaltigkeitsziele erreicht. Christina Meier, Leiterin Nachhaltigkeit, erklärt, wo die SBB die grössten Fortschritte gemacht hat und wo es noch Nachholbedarf gibt.

Hellgrüne Bilanz bei der Nachhaltigkeit
Hellgrüne Bilanz bei der Nachhaltigkeit

Christina, wo hat die SBB 2017 die grössten Fortschritte gemacht?

Sehr erfreulich ist, dass wir die Hälfte des sehr ambitionierten Energiesparziels erreicht haben: Bis 2025 will die SBB  600 Gigawattstunden Energie sparen. Das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch aller Tessiner Haushalte. Auch wurde das Konzernziel CO2-Reduktion übertroffen. Im Jahr 2017 sparte die SBB rund 2200 Tonnen mehr CO2 ein als geplant.

Weiter freuen sich 12 000 zusätzliche Menschen, dass sie dank baulichen Massnahmen vor Lärm geschützt sind. Und wir sind im Lärmschutz auch dank leiserem Rollmaterial besser geworden. Im Handlungsfeld «Grüne Innovation» haben wir letztes Jahr das Produkt SBB Green Class E-Bike lanciert. Im Bereich Sicherheit bereitet Freude, dass sich die Kundinnen und Kunden im Bahnbereich sicher fühlen.

In welchen Handlungsfeldern wurden die Ziele verpasst?

Durchzogen ist die Bilanz beispielsweise bei der nachhaltigen Beschaffung. Zwei Teilzeile wurden erreicht. Das betrifft einerseits die Einführung von EcoVadis, einer Plattform zur Bewertung der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit der wichtigsten knapp 100 Lieferanten und der Beitritt zu «Railsponsible», der Brancheninitiative für nachhaltige Beschaffung. Aber nicht alle Warengruppenstrategien, die 2017 überarbeitet wurden, erhielten Kriterien zur Nachhaltigkeit. Im Handlungsfeld «Barrierefreiheit» reisten knapp 85 Prozent der Kunden mit eingeschränkter Mobilität autonom oder mit Hilfe. Das übertraf das gesetzte Ziel. Allerdings hat die SBB bei der digitalen Barrierefreiheit, beispielsweise bei der Nutzbarkeit unseres Internetauftritts für Blinde, noch grösseren Nachholbedarf.

Auch der Vorsatz, die Auslastung in den Nebenverkehrszeiten mehr zu steigern als in den Hauptverkehrszeiten, konnte leider nicht erreicht werden. Im Handlungsfeld Sicherheit ereigneten sich trotz grosser Anstrengungen, die Sicherheit zu erhöhen, 2017 etwas mehr Unfälle als erwartet.

Beschaffung: Die SBB Berufskleider werden umweltschonend und unter fairen Bedingungen hergestellt
Abfall- und Wertstoffmanagement: Die SBB Smartphones und Tablets werden durch eine Recyclingfirma auf dem Secondhandmarkt verkauft. Der Erlös fliesst in die Stiftung SOS-Kinderdörfer.
Klimaschutz: Dank der Umstellung auf elektrische Weichenheizungen spart die SBB jährlich rund sieben Gigawattstunden Strom und 1500 Tonnen CO2
Erneuerbare Energie: Das SBB Cargo Servicegebäude in Muttenz gewann dank innovativer Solarmodule den Schweizer Solarpreis 2017. Die 76 Kilowatt starke Solaranlage erzeugt jährlich rund 86 900 Kilowattstunden Strom. Dies entspricht dem jährlichen Stormverbrauch von rund 20 Haushalten.
Naturschutz: Die seltenen Schlingnattern erhielten auf der Baustelle des Gateways Basel Nord mit Reptilienburgen aus Stein- und Totholzhaufen eine neue Heimat
Arbeitgeberin: Als erstes Unternehmen in der Schweiz erhielt die SBB die Bestnoste des Labels "Friendly Work Space" der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz
Barrierefreiheit: Ende 2017 konnten bereits 84,5 Prozent der Reisenden mit Mobilitätseinschränkungen das Angebot der SBB barrierefrei nutzen

Beschaffung: Die SBB Berufskleider werden umweltschonend und unter fairen Bedingungen hergestellt

Abfall- und Wertstoffmanagement: Die SBB Smartphones und Tablets werden durch eine Recyclingfirma auf dem Secondhandmarkt verkauft. Der Erlös fliesst in die Stiftung SOS-Kinderdörfer.

Klimaschutz: Dank der Umstellung auf elektrische Weichenheizungen spart die SBB jährlich rund sieben Gigawattstunden Strom und 1500 Tonnen CO2

Erneuerbare Energie: Das SBB Cargo Servicegebäude in Muttenz gewann dank innovativer Solarmodule den Schweizer Solarpreis 2017. Die 76 Kilowatt starke Solaranlage erzeugt jährlich rund 86 900 Kilowattstunden Strom. Dies entspricht dem jährlichen Stormverbrauch von rund 20 Haushalten.

Naturschutz: Die seltenen Schlingnattern erhielten auf der Baustelle des Gateways Basel Nord mit Reptilienburgen aus Stein- und Totholzhaufen eine neue Heimat

Arbeitgeberin: Als erstes Unternehmen in der Schweiz erhielt die SBB die Bestnoste des Labels "Friendly Work Space" der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz

Barrierefreiheit: Ende 2017 konnten bereits 84,5 Prozent der Reisenden mit Mobilitätseinschränkungen das Angebot der SBB barrierefrei nutzen

Die SBB hat nur die Hälfte der Nachhaltigkeitsziele erreicht. Sind die Ziele unrealistisch?

Die Ziele sind zwar ambitioniert, aber realistisch. Ich denke, dass es eher ein Qualitätsmerkmal ist, dass die Ziele hoch sind – auch, wenn sie nicht ganz erreicht werden. Die verantwortlichen Teams zogen daraus ihre Schlüsse und geben nun Gegensteuer.

In vielen Bereichen wird gespart. Warum investiert die SBB in Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit hat drei Säulen: die ökologische, die soziale und die wirtschaftliche. Wenn nun eine zu kurz kommt, bricht das Gebäude zusammen. Also ist es absolut wichtig, für alle drei Säulen zusammen ein Optimum zu finden. Energiesparen zum Beispiel schont die Umwelt. Da wir aber nur wirtschaftliche Projekte umsetzen, spart die SBB dabei auch sehr viel Geld. Die bisher umgesetzten Projekte sparen jährlich 24 Millionen Franken.

Im Nachhaltigkeitsbericht ist die Rede von Arbeitgeberattraktivität. Was hat das mit Nachhaltigkeit zu tun?

Soziale Aspekte sind ein wichtiger Teil der Nachhaltigkeit. Wenn ein Unternehmen seine Mitarbeitenden gut behandelt, wirkt sich das positiv auf seinen Geschäftserfolg und sein Überleben aus. Denn die Mitarbeitenden sind der wichtigste Faktor zur Leistungserstellung. Deshalb hat die SBB zum Ziel, eine attraktive Arbeitgeberin zu sein und die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden zu fördern, um weiterhin auf engagierte, fitte und gut qualifizierte Mitarbeitende zählen zu können.

Nachhaltigkeit bei der SBB

Im November 2016 verabschiedete die Konzernleitung die Nachhaltigkeitsstrategie für 2017–2020. Sie enthält fünf strategische Stossrichtungen, welche sich entlang der Wertschöpfungskette ausrichten. Ziel ist, Güter und Dienstleistungen verantwortungsvoll zu beschaffen, ihren Umweltvorteil gegenüber der Strasse zu sichern, eine verantwortungsvolle Arbeitgeberin zu sein. Zudem soll die SBB ihre Dienstleistungen für alle sicher und zugänglich zu machen sowie einen Beitrag an nachhaltiges Verkehrs- und Immobilienangebot der Schweiz leisten. Die fünf strategischen Stossrichtungen sind mit 17 Handlungsfeldern mit detaillierten Zielen hinterlegt. Der SBB Nachhaltigkeitsbericht berichtet ausführlich über die Handlungsfelder und deren Zielerreichung.