«Wir brauchen Mitarbeitende mit der Ambition von Leistungssportlern»

Seit Anfang Jahr trägt die SBB das Label «leistungssportfreundliche Arbeitgeberin». Können Sportler dazu beitragen, dass die SBB eine «starke Bahn» bleibt? Der Spitzencurler Yannick Schwaller und Erika Ingold vom HR sind überzeugt davon.

Yannick Schwaller und Erika Ingold schätzen die Flexibilität der SBB
Yannick Schwaller und Erika Ingold schätzen die Flexibilität der SBB

Wieso soll ein Sportler die SBB stark machen können?

Yannick: Als Sportler befasse ich mich mit Leistungszielen und analysiere den Weg dorthin. Die SBB hat eine ähnliche Philosophie: Sie will mit einem reibungslosen Betrieb für ihre Kundschaft eine starke Bahn sein. Mit meiner Leidenschaft, dem Ehrgeiz und der Hartnäckigkeit kann ich zu einer starken Bahn beitragen.

Erika: Die SBB kann von Sportlerinnen und Sportlern enorm profitieren. Sie sind gut organisiert und stecken sich immer wieder hohe Ziele. Wenn die Freude der Sportler an der Leistung auf andere Mitarbeitende ausstrahlt, dann gewinnen wir als Unternehmen.

Yannick, welche Kraft ziehst du aus der Arbeit bei der SBB?

Für die Wettkämpfe habe ich noch nichts mitnehmen können. Meine Saison war zu Ende, bevor ich bei der SBB angefangen habe. Die Kombination von Training, Arbeit und Schule erfordert ein anderes, höheres Mass an Disziplin. Ich muss mit den Terminen und Aufgaben aus allen drei Bereichen jonglieren. Diese Herausforderung habe ich bewusst gesucht. Durch sie lerne ich, meinen Alltag besser zu strukturieren.

Befürchtest du nicht, dass die Herausforderung dir über den Kopf wachsen könnte?

Es ist zwar ein grosses Pensum, das ich durch Sport, Arbeit und Schule bewältige. Doch die Umstände stimmen für mich. Ich kann meine berufliche Weiterentwicklung mit meiner Leidenschaft für den Sport verbinden. Und mir bleibt genug Zeit für alle Lebensbereiche.

Yannick Schwaller

Wie hoch ist dein Arbeitspensum?

Ich arbeite 80 Prozent bis Anfang August. Dann gehen wir wieder aufs Eis und mein Pensum bei der SBB beträgt bis im nächsten Frühling 40 Prozent.

Erika, was schätzt du an sportlichen Mitarbeitenden?

Wir haben bei der SBB hohe Erwartungen. Wir setzen ambitionierte Ziele und befinden uns in einem umfangreichen Kulturwandel, der Anpassungen und persönliche Weiterentwicklung von uns allen verlangt. Das fordert die Mitarbeitenden physisch, aber auch psychisch. Der Sport gibt uns den nötigen Ausgleich, um diese Herausforderungen meistern zu können. Zudem sind Sportlerinnen – auch Einzelsportler – hervorragende Teamplayer und haben eine ausgeprägte Kundenorientierung.

Was macht die SBB zu einem sportfreundlichen Unternehmen?

Erika: Zuvorderst steht die Flexibilität, Sport und Arbeit zu kombinieren. Stichworte dafür sind Teilzeitarbeit, Jahresarbeitszeit und die Möglichkeit, auch zu Hause oder unterwegs arbeiten zu können. Wesentlich ist überdies die Bereitschaft in den Teams, die Absenzen von Sportlerinnen und Sportlern aufzufangen und die Zusammenarbeit entsprechend zu organisieren.

Yannick: Auch für mich ist die Flexibilität das grösste Plus. Sie erlaubt mir, meinen Sport auszuüben und gleichwohl Arbeitspraxis zu sammeln. Ich bin zum Beispiel am Morgen vor 6 Uhr joggen gegangen, weil ich heute einen normalen Arbeitstag habe. Im Winter wird dann der Sport mehr Zeit beanspruchen als die Arbeit. Toll finde ich, wie positiv die Kolleginnen und Kollegen zum Programm für Leistungssportler eingestellt sind und wie gross ihr Interesse daran ist.

Erika Ingold

Erika, zahlt sich das Engagement der SBB für den Sport aus?

Wir können noch auf keine grosse Erfahrung mit dem Label «leistungssportfreundlicher Arbeitgeber» aufbauen. Doch wir haben auch sonst viele sportbegeisterte Mitarbeitende, die regeneriert an ihren Arbeitsplatz zurückkommen und sich täglich für eine starke Bahn einsetzen. Deshalb rechnet sich das Engagement hundertprozentig.

Heisst das, jeder Mitarbeitende muss Sport treiben, damit er zur SBB passt?

Nein. Sport ist ein wunderbarer Ausgleich zum Arbeitsalltag. Es gibt aber zahlreiche andere Möglichkeiten, die den Menschen ebenso gut helfen, aufzutanken und Kräfte zu gewinnen. Was zählt ist, dass sie Freude daran haben und in der Tätigkeit aufgehen.

Persönlich:

Erika Ingold ist Leiterin des Solution Centers Sourcing, Recruiting & Talents (SRT) bei HR. Neben der Rekrutierung von Mitarbeitenden und Führungskräften ist SRT für das HR-Marketing, die Diagnostik und die Einführung neuer Mitarbeitender verantwortlich.

Yannick Schwaller befindet sich in der Ausbildung zum Betriebswirtschafter HF. Er arbeitet in der Division Immobilien fürs Projekt- und Baumanagement der Abteilung Bewirtschaftung. Sein Sport ist das Curling. Er spielt für das Team Bern Zähringer.

Sportfreundliche SBB

Die SBB ist Gründungsmitglied des Labels «leistungssportfreundliche Arbeitgeber». Das Label lanciert haben Swiss Olympic und die Arbeitsvermittlerin Adecco Ende Januar 2018. Es soll die Chancen von Athletinnen und Athleten auf dem Arbeitsmarkt erhöhen. Als «leistungssportfreundlicher Arbeitgeber» bezeichnen darf sich ein Unternehmen, wenn es befristete Teilzeitstellen oder Praktika für Spitzensportlerinnen und -sportler anbietet. Bei der SBB arbeiten im Rahmen des Programms derzeit drei Spitzensportler. Einer von ihnen ist Yannick Schwaller.

«Beim Volleyball kann ich abschalten, meine Batterien aufladen und mich mit Gleichgesinnten treffen. Eine Gemeinschaft, die nur miteinander funktioniert. Wie bei meiner Arbeit als Leiter Kundeninformation bei SBB IT.» Thomas Schneeberger (3. von rechts)
«Nach dem Alltag als Fachspezialist beim Service Center Automaten ist die Bewegung in der Natur genau das Richtige für mich. Ich kann super abschalten, weil ich mich auf das Golfspiel konzentriere.» Hans-Rudolf Brügger
«Als Multisportler bieten sich mir vielfältige Möglichkeiten, Spass am Sport zu erleben. Ein toller Ausgleich zum spannenden Büro-Job als Zugverkehrsleiter in der Betriebszentrale Ost.» Roger Baumann
«Beim Laufen kann ich meinen Gedanken freien Lauf lassen und meine Batterien wieder laden. Das gibt mir den Mehrwert, den ich als Bereichsleiter bei Vertrieb und Services unseren Kunden weitergeben kann.»
«Streethockey als Teamsport fördert und fordert mich. Werte wie Respekt, Toleranz und Fairplay widerspiegeln sich auf sportlicher wie auch auf beruflicher Ebene bei Arbeitsmartkfähigkeit, Gesundheit und Soziales.» Barbara Grädel
«Freeriden braucht Ausdauer, kluge Entscheidungen, Mut und Beweglichkeit. Diese Qualitäten sind auch als Teamleiterin im HR gefragt. Spass und Leidenschaft geben beiden Tätigkeiten die gewisse Würze.» Regula Garbely

«Beim Volleyball kann ich abschalten, meine Batterien aufladen und mich mit Gleichgesinnten treffen. Eine Gemeinschaft, die nur miteinander funktioniert. Wie bei meiner Arbeit als Leiter Kundeninformation bei SBB IT.» Thomas Schneeberger (3. von rechts)

«Nach dem Alltag als Fachspezialist beim Service Center Automaten ist die Bewegung in der Natur genau das Richtige für mich. Ich kann super abschalten, weil ich mich auf das Golfspiel konzentriere.» Hans-Rudolf Brügger

«Als Multisportler bieten sich mir vielfältige Möglichkeiten, Spass am Sport zu erleben. Ein toller Ausgleich zum spannenden Büro-Job als Zugverkehrsleiter in der Betriebszentrale Ost.» Roger Baumann

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