Wie die SBB 30 Gigawattstunden Solarstrom produzieren will

Die SBB engagiert sich stark in der Nachhaltigkeit. Dazu gehört auch die Produktion von Solarstrom. Auf verschiedenen Dächern hat das Unternehmen bereits Photovoltaikanlagen installiert. Mit Erfolg: Eines davon wurde sogar mit dem Schweizer Solarpreis ausgezeichnet.

Photovoltaikanlage auf dem Dach
Photovoltaikanlage auf dem Dach

Solarstrom ist in aller Munde – auch bei der SBB. So ist es das Ziel des Unternehmens, bis 2030 jährlich 30 Gigawattstunden Solarstrom auf den Dächern der eigenen Anlagen zu produzieren. Mit 30 Gigawattstunden könnte man ein Jahr lang rund 6700 durchschnittliche Schweizer Haushalte mit Strom versorgen. Das Ziel der SBB ist ambitioniert. Der Auftrag, neue erneuerbare Energien zu produzieren, kam von Bundesrätin Doris Leuthard. Den von ihr verlangten Aktionsplan hat die SBB Ende 2017 eingereicht. Jetzt geht es an die Umsetzung des Aktionsplanes im Rahmen des neu lancierten Teilprogrammes «neue erneuerbare Energien» der SBB – indes sind einige Photovoltaikprojekte sogar schon umgesetzt. So beispielsweise das Photovoltaikdach der Serviceanlage von SBB Cargo in Muttenz oder aber auch die Anlagen auf den Bahntechnikgebäuden in Rotkreuz und Immensee.

Preisgekrönte Photovoltaikanlage in Muttenz

Der Vorplatz der Serviceanlage von SBB Cargo in Muttenz wurde bereits 2016 mit einem Dach und einer Fassade aus massgeschneiderten und optimal integrierten halbtransparenten Photovoltaik-Modulen ergänzt. Diese lassen Tageslicht eindringen und tauchen die Halle in ein angenehmes Licht. Tagsüber brauchen die Mitarbeitenden deshalb weder in der Vorhalle noch in den Büroräumen eine künstliche Beleuchtung. Die Photovoltaikanlage erzeugt jährlich rund 86 900 Kilowattstunden Strom. Das entspricht in etwa dem jährlichen Stromverbrauch von 20 durchschnittlichen Haushalten. 

Die Serviceanlage kann den gesamten Solarstrom als Eigenverbrauch in der Anlage nutzen. Das bedeutet aber nicht, dass die Anlage vom Netzanschluss getrennt werden kann, denn die Anlage deckt lediglich 17 Prozent des Stromverbrauchs der Serviceanlage. Aufgrund des innovativen Charakters der Anlage hat die Photovoltaikanlage in Muttenz im letzten Jahr den Schweizer Solarpreis gewonnen. Die Jury bewertete das Projekt bei SBB Cargo als ein wegweisendes Beispiel für die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten gebäudeintegrierter Photovoltaiksysteme.

Serviceanlage von SBB Cargo in Muttenz

Weitere Anlagen in Betrieb

Total sind bereits elf Photovoltaikanlagen in Betrieb. Anfang 2018 hat die SBB ihre Bahntechnikgebäude in Rotkreuz und Immensee mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet. In diesem Jahr nimmt sie eine weitere Anlage im Rangierbahnhof Limmattal in Betrieb. Weiter prüft sie die Erzeugung von Solarstrom auf allen weiteren Dächern von beispielsweise Bahnhöfen, Industriewerken Interventionszentren, Kraftwerken oder Perrons.

Die SBB setzt vorwiegend dort auf Photovoltaikanlagen, wo ein grosser Anteil des produzierten Stroms direkt verbraucht wird und nicht ins öffentliche Netz zurückgespeist werden muss. Zum Beispiel in Immensee beläuft sich der Eigenverbrauchsanteil auf rund 80 Prozent, in Rotkreuz oder der Serviceanlage Muttenz sind es gar 100 Prozent.

Die Erschliessung der Photovoltaikpotenziale unterstützt die Zielerreichung des Energiesparprogramms der SBB, das zum Ziel hat, bis 2025 jährlich 600 Gigawattstunden Energie einzusparen. Das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von rund 150 000 Haushalten oder allen Haushalten im Kanton Tessin.

Bahntechnikgebäude in Immensee
Bahntechnikgebäude in Rotkreuz

Bahntechnikgebäude in Immensee

Bahntechnikgebäude in Rotkreuz