Emilies Schlachtplan für den Streckenunterbruch Lausanne–Puidoux

Emilie hat einen richtigen Schlachtplan entworfen, um für den siebenwöchigen Streckenunterbruch zwischen Lausanne und Puidoux gewappnet zu sein. Die junge Lausannerin fährt jede Woche von Montag bis Donnerstag nach Bern. Ihre Wochen sind prall gefüllt. Längere Reisezeiten kann sie nicht brauchen.

Emilie, SBB Kundin, mit ihrem E-Bike am Bahnhof Bern.
Emilie, SBB Kundin, mit ihrem E-Bike am Bahnhof Bern.

Emilie: 32-jährig.
GA-Abonnentin mit Velo.
Pendelt viermal pro Woche zwischen Lausanne und Bern.
Reisezeit um 30 Minuten verlängert.
 

Emilie, wie haben Sie erfahren, dass die SBB diese Strecke während sieben Wochen schliessen will?

Zuerst von Freunden. Seit letztem Jahr ging das Gerücht um. Ich wusste nicht, ob es stimmt oder nicht, weil ich auf der Webseite der SBB nichts dazu fand. Ich wäre froh gewesen, früher informiert zu werden, damit ich meine Ferien frühzeitig hätte planen können. Aber heute ist alles klar. Ich konnte mich auf www.sbb.ch/puidoux informieren. Dort hat es sogar Videos, die alles verständlich erklären.

Als Lausannerin haben Sie mehrere Reisemöglichkeiten nach Bern. Welche wählen Sie?

Ob via Biel oder via Vevey verändert die Reisezeit nur um vier Minuten. Ich nehme lieber den Shuttle-Zug über die Riviera. Dort hat es mehr Platz für Velos und ich brauche für meines nicht zu reservieren. Anders auf dem ICN, der nach Biel fährt. Auf mein Velo mag ich nicht verzichten. Es erleichtert mir das Leben. Ich fahre damit zum Bahnhof Lausanne und bin in Bern schneller unterwegs.

Wirkt sich der geänderte Fahrplan auf Ihren Alltag aus?

Ich werde täglich im Schnitt eine Stunde länger unterwegs sein. In den anstehenden Sommertagen würde ich diese Zeit lieber im Bad oder mit Freunden verbringen. Als ich die Termine der Unterbrechung erfuhr, habe ich meine zwei Wochen Ferien sofort von September auf August vorgezogen. Ich habe eine Freundin in Freiburg gefragt, ob ich manchmal bei ihr schlafen kann. Meinen Arbeitgeber habe ich vorgewarnt, dass ich möglicherweise einen zusätzlichen Tag von zu Hause aus arbeiten werde. So organisiere ich mich, damit mich dieser Fahrplanwechsel möglichst wenig trifft.

Die SBB hat ein Pilotprojekt für die Kundenentschädigung lanciert. Was halten Sie davon?

Ich finde das eine gute Idee. Ich erinnere mich, dass wir einmal bei einem Grossunterbruch eine Tageskarte erhalten hatten. Als GA-Abonnentin bringt mir das nichts. Ein Gutschein über 100 Franken sieht da schon anders aus. Darum habe ich die App SBB Mobile Preview heruntergeladen, um ihn zu erhalten.

Sind Sie insgesamt zufrieden mit dem Angebot (mehrere Reiserouten, Fahrplananpassung, Entschädigung usw.)?

Ganz persönlich wäre es mir lieber gewesen, gar keinen Fahrplanwechsel hinnehmen zu müssen. Doch sehe ich, dass die SBB möglichst angemessene Lösungen gesucht hat. Die Shuttle-Züge sind komfortabler als Ersatzbusse. So ist das Reisen einfacher, weil wir nicht umsteigen müssen. Es besteht auch die Möglichkeit, entschädigt zu werden, und die Informationskampagne ist gross angelegt. Ich verstehe, dass diese Bauarbeiten aus Sicherheits- und Kostengründen so ausgeführt werden müssen.

7. Juli bis 26. August 2018: Totalunterbruch Lausanne–Puidoux.
Betroffen sind 13 000 Kunden pro Tag, insgesamt 600 000.
Alternative Reiserouten.
Die üblichen Fahrausweise sind auf den Ersatzangeboten gültig.
100 Franken Entschädigung möglich (Bedingungen: www.sbb.ch/puidoux). Nicht vergessen: Schauen Sie im Fahrplan nach!