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Mit kühlem Kopf durch den Sommer

Warm, wärmer, Hochsommer in der Schweiz. Die Klimaanlagen in den Zügen laufen auf Hochtouren. Auch auf die Schienen haben die extremen Temperaturen Auswirkungen. Das sind die Fakten.

Mit kühlem Kopf durch den Sommer
Mit kühlem Kopf durch den Sommer

Klimaanlagen: Der einen Freud, der anderen Leid. Während die einen fröstelnd in die Strickjacke schlüpfen, so liessen sich andere an Hitzetagen am liebsten in einer Kühlbox auf Rädern durch die Schweiz fahren. Das Klima in Zügen ist übrigens – sommers wie winters – eines der am hitzigsten diskutierten Themen auf Facebook und Twitter.

Reaktionen auf Facebook und Twitter

So viel zum persönlichen Empfinden. Aber wie regelt die SBB die Temperatur denn nun wirklich, wenn es draussen so richtig heiss ist? 

5 Fakten zu Klimaanlagen in unseren Zügen
 

  • Zurzeit sind etwa 7200 Klimageräte in 3700 Wagenkasten (Eisenbahnwagen, Triebwagen oder Lokomotive) eingebaut. Somit sind 94 Prozent unserer Personenzüge klimatisiert unterwegs. 

  • Bis 2020 werden rund 8000 Klimageräte in den Zügen für angenehme Reisetemperaturen sorgen (= 97 Prozent).

  • Im Durchschnitt kühlen wir die Fahrgasträume nicht stärker als fünf bis sieben Grad Celsius unter die Aussenlufttemperatur ab. Das empfindet der Mensch bereits als Abkühlung, ohne gleich einen «Kälteschock» zu erleiden und hält trotzdem den Energieeinsatz im Rahmen. Die Temperaturdifferenz von fünf bis sieben Grad entspricht den europäischen Normen, die auch ausländische Bahnen einhalten.

  • Auch unsere Klimaanlagen kommen bei dauerhaft hohen Aussentemperaturen mal ins Schwitzen. Im Jahresschnitt beheben wir täglich 13 Störungen an Klimageräten. Dies entspricht einer Fehlerquote von weniger als 0,2 Prozent. Mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit reisen Sie also in einem einwandfrei klimatisierten Wagen. 

  • Und was, wenn es dennoch mal zu warm ist? Die meisten unserer Fahrzeuge verfügen über eine Wähleinrichtung, mit der das Zugpersonal die Innentemperatur um bis zu zwei Grad reduzieren kann. Dies geht allerdings nur für einen begrenzten Zeitraum. Was das Zugpersonal hingegen nicht beeinflussen kann, ist die Menge der Luftzufuhr – sie ist fix eingestellt.

Kann die Hitze Schienen verformen? 

Bei anhaltend starker Hitze kann es auf den Schienen zwischen 60 und 80 Grad heiss werden. Extreme Temperaturen können zu Verformungen der Gleise führen. Diese Verformungen nennt man Gleisverwerfung.  

Früher wurden die Schienen aneinander verlascht, die Lücken liessen eine Ausdehnung der Schienen zu. Heute sind die Schienen verschweisst. Der Fahrkomfort ist durch die Verschweissung höher geworden. Die so endlosen Schienen wollen sich in der Hitze aber ausdehnen. Das ist so lange kein Problem, wie der Oberbau mit Schwellen und Schotter die dadurch entstehenden Kräfte aufnehmen kann. Kann der Schotter diese Kräfte nicht mehr aufnehmen, kommt es zu einem seitlichen Ausknicken des Gleises - einer Gleisverwerfung. In diesem Fall muss eine Korrektur der Gleislage durchgeführt und die Schienen gewechselt werden. Im gesamten Netz der SBB werden jedoch durchschnittlich nur drei bis sieben Verwerfungen pro Jahr registriert und behoben.  

7 Tipps, im Zug cool zu bleiben
 

  1. Mithelfen, damit alle rasch ein- und aussteigen können. Bei jeder Türöffnung kommt warme Luft von draussen in den Zug. Je weniger lang die Tür offen ist, desto wirkungsvoller der Kühleffekt durch die Klimaanlage.

  2. Morgens nicht kalt duschen, sondern lauwarm. Und noch ein Extratipp: Bewahren Sie ihre Bodylotion im Kühlschrank auf. Das sorgt für einen Frischekick beim Eincremen nach dem Duschen. 

  3. Luftige, lockere und helle Kleidung aus Baumwolle oder Leinen tragen. Diese Stoffe nehmen den Schweiss gut auf. Die Luft zirkuliert besser und unterstützt die körpereigene Klimatisierung.

  4. Ist die Hitze nicht mehr auszuhalten: Kurz aufstehen und auf dem WC Unterarme, Schläfen und Nacken mit kühlem Wasser benetzen. Tipp für Pendlerinnen und Pendler im Bus oder Tram: Mentholöl einpacken und bei Bedarf die genannten Stellen damit einreiben für einen kühlenden Effekt.

  5. Viel trinken! Ideal wären drei Liter pro Tag. Apropos Wasser: Es gibt Thermalwasser-Sprays, die mit einem feinen Sprühnebel Ihr Gesicht erfrischen. Günstiger und umweltfreundlicher ist eine gewöhnliche Pflanzen-Sprühflasche gefüllt mit möglichst kaltem Wasser. 

  6. Taschenventilatoren braucht es gar nicht! Bereits für ein paar Franken gibt es einen ökologischeren Ventilator für unterwegs: den Handfächer. Nimmt wenig Platz weg und sieht erst noch nach Ferien in Spanien aus. Olé!

  7. Wichtig ist: entspannen! Je mehr Sie sich über die Hitze aufregen, desto mehr kommen Sie ins Schwitzen…