Ein Wochenende in Salzburg

Salzburg geht neben Wien oftmals vergessen. Dabei hat die Festspielstadt auch neben Mozart viel zu bieten: Barocke Schlösser und Gärten, eine Vielfalt an Museen, abendliche Konzerte und das wohl beste Dessert in ganz Österreich – Salzburger Nockerln. Komm mit auf meine Reise nach Salzburg.

Ein Wochenende in Salzburg
Ein Wochenende in Salzburg

In der morgendlichen Dämmerung fahren meine Begleitung und ich im Railjet nach Salzburg. Die Sonne geht langsam über dem Zürichsee auf, das Wasser glitzert. In den gut fünfeinhalb Stunden Zugfahrt zeigt die Landschaft ihre vielfältigen Facetten. Das Flachland wird abgelöst von majestätischen Bergen und waldumsäumten Tälern. Die Zugfahrt ist noch eindrücklicher, als ich es mir erhofft hatte.

Die letzten zwei Fahrstunden mache ich mir auf der Website von Salzburg ein erstes Bild der Barockstadt. Ich mag es, spontan und mit offenen Augen eine Stadt zu entdecken. Dennoch halte ich ein paar Must-Sees und Must-Dos in meinem Notizbuch fest.

Und dann rollen wir auch schon über eine Eisenbahnbrücke in Richtung Bahnhof ein, von wo aus sich Salzburg im besten Licht präsentiert.

Voller Vorfreude deponieren wir unser Gepäck im Hotel und machen uns auf zum Schloss Mirabell. Auf dem Weg rauscht eine Kutsche an uns vorbei. «Fiaker», so werden sie in Österreich genannt, waren früher das persönliche Transportmittel der Fürsterzbischöfe. Diese brachten auch den Barock nach Salzburg und holten dafür die berühmtesten Architekten jener Zeit in die Stadt. 

«Mirabile, bella!»

Üppige Blütenpracht empfängt uns im Mirabellgarten. Dieser stiehlt dem darüber thronenden Wahrzeichen Salzburgs – der Festung Hohensalzburg – fast die Show. Das Schloss Mirabell ist ebenso beeindruckend. Vor allem der Marmorsaal des Schlosses, in welchem abends Konzerte stattfinden.
 

Über kleine Gassen mit charakteristischen Ladenschildern landen wir auf dem Mozartplatz, wo wir unsere Salzburg Card bei der Touristeninformation abholen. Das lohnt sich, denn mit ihr können wir alle öffentlichen Verkehrsmittel in der Stadt nutzen und gelangen erst noch kostenlos in alle Museen. 

Mozart und das Domquartier

Über den Mozartplatz gelangen wir direkt ins Domquartier von Salzburg. Hier residierten vor über 350 Jahren die Fürsterzbischöfe Salzburgs. Heute kann man das Leben anno dazumal in fünf verschiedenen Museen erahnen. Unser Ziel aber ist die Festung, der wir nun ein ganzes Stück näher gekommen sind. 
 

Zuerst aber stärken wir uns im Restaurant Stieglkeller, das für sein gutes Bier und den lauschigen Biergarten mit Sicht aufs Domquartier auch bei Salzburgern sehr beliebt ist. Tipp: Gegen Abend im goldenen Herbstlicht der Dämmerung die Aussicht geniessen.

On Top of Salzburg

Einen Katzensprung vom Stieglkeller entfernt befindet sich die Festungsbahn, die uns bequem und schnell auf den Berg befördert. Mit jedem Höhenmeter wird die Aussicht auf die Barockstadt spektakulärer. 

Für die Erkundung der Festung ist jedoch Geduld gefragt. Denn wir sind in der letzten Festspielwoche unterwegs und es wimmelt von Touristen aus der ganzen Welt. Erst Anfang September kehrt in der Geburtsstadt Mozarts allmählich wieder Ruhe ein – noch ein Grund, Salzburg im Herbst zu erkunden. 

Das kann man in Salzburg wunderbar tun

Am Nachmittag schlendern wir durch Salzburgs Gassen und entdecken herzige Läden, Cafés und Attraktionen. Hier ein paar Impressionen:
 

Café Tomaselli: Ein Kaffee und Kuchen im ältesten noch bewirtschafteten Kaffeehaus Österreichs gehört zu jedem Salzburg-Besuch dazu.
Nicht nur das Geburts- sondern auch das Wohnhaus Mozarts befindet sich in Salzburg. Beide Häuser sind heute Museen und der Öffentlichkeit zugänglich.
Die original Mozartkugeln stammen von der Konditorei Fürst. Diese werden noch heute handgefertigt und schmecken viel besser als die zahlreichen Kopien in den Supermärkten.
Delikatessenparadies: Besonders leckere Mitbringsel aus Österreich finden sich im A.F. Azwanger.
Gehört einfach dazu: Ein Stück Sachertorte im Garten des Café Sacher mit Sicht auf die Salzach, die Altstadt und die Festung geniessen.
Festtagskleidung: Handgefertigte Dirndl, Lederhosen und Janker finden sich in der ganzen Stadt.

Café Tomaselli: Ein Kaffee und Kuchen im ältesten noch bewirtschafteten Kaffeehaus Österreichs gehört zu jedem Salzburg-Besuch dazu.

Nicht nur das Geburts- sondern auch das Wohnhaus Mozarts befindet sich in Salzburg. Beide Häuser sind heute Museen und der Öffentlichkeit zugänglich.

Die original Mozartkugeln stammen von der Konditorei Fürst. Diese werden noch heute handgefertigt und schmecken viel besser als die zahlreichen Kopien in den Supermärkten.

Delikatessenparadies: Besonders leckere Mitbringsel aus Österreich finden sich im A.F. Azwanger.

Gehört einfach dazu: Ein Stück Sachertorte im Garten des Café Sacher mit Sicht auf die Salzach, die Altstadt und die Festung geniessen.

Festtagskleidung: Handgefertigte Dirndl, Lederhosen und Janker finden sich in der ganzen Stadt.

Mozart im Ohr, ein Stückchen Salzburg am Gaumen

Am Abend besuchen wir auf Rat von Freunden die Zauberflöte im Marionettentheater. Ich muss zugeben, ich kann mir nicht so recht vorstellen, einen Abend mit Mozart und Puppen zu verbringen. Aber wie es mit Vorurteilen so ist, wird man oft eines Besseren belehrt.
 

Vor der Vorstellung erhalten wir Einblick hinter die Kulissen. Jede Marionette wird hier mit viel Hingabe zum Detail gefertigt. Jeden Abend hauchen zehn Marionettenspieler mit gekonntem Fadenziehen den Puppen Leben ein und begeistern das Publikum.

Tatsächlich bin auch ich fasziniert von den Emotionen, die eine Marionette dank der Fingerfertigkeiten der Marionettenspieler zeigen kann. Dieses Handwerk ist eine Kunst für sich – ein Besuch kann ich sehr empfehlen.

Den Abend lassen wir im Hinterhof der Blauen Gans ausklingen. Wir wundern uns zu Beginn noch über die leeren Tische. Doch mit dem Ende der Festspielvorstellungen füllt sich der Hinterhof und wandelt sich zu einem Schaulauf sich wallender Roben. Das Essen überzeugt mit hervorragenden, saisonalen Kreationen. Und dann kommt die Nachspeise: Salzburger Nockerln. Ein traditionelles Rezept neu interpretiert – nämlich geeist und doch samtig, cremig und doch fruchtig – ein absoluter Traum! Mein neues Lieblingsdessert lässt einen perfekten Tag noch besser enden.
 

Wasser von allen Seiten

Der Sonntag startet mit Regen, der den ganzen Tag anhält. Der Samstag war wohl einfach zu vollkommen… 

Wir ergattern den letzten Platz im Café Bazar, für ein ausgiebiges Frühstück. Das Café wurde früher rege von Künstlern, Festspielgästen und Schriftstellern besucht und ist heute für Einheimische ein beliebter Ort zum Kaffeetrinken und Zeitunglesen.
 

Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Bus hinaus zum Schloss Hellbrunn. Der Schlossherr, Markus Sittikus von Hohenems, war ein Bonvivant und liess Hellbrunn vor über 400 Jahren als Sommerresidenz errichten.

Zur Erquickung seiner Gäste liess er den Garten mit ganz besonderen Wasserspielen ausbauen, die heute zu den weltweit am besten erhaltenen gehören. Ein Hebeldreh genügt, um aus der langen Steintafel im Garten im Nu einen Springbrunnen zu machen. Welcher Sitz als Einziger trocken bleibt, muss ich an dieser Stelle wohl nicht erwähnen. 

Prunkvoll Abschied nehmen

Die Wolken am Himmel werden dunkler, die Regentropfen schwerer. Für die restlichen verbleibenden Stunden kehren wir ins Domquartier zurück und schauen uns den Dom und die Prunkräume an. Leider herrscht im Museum striktes Kameraverbot. Die Prunkräume sind aber definitiv einen Besuch wert.

Unser letztes kulinarisches Erlebnis suchen wir im St. Peter Stiftskeller: Im schönen Gewölbe zu essen, das sich im Freien befindet, ist eine kleine Sensation für mich – das uns servierte Schnitzel auch.