Mein 48-Stunden-Abenteuer in Berlin

Mindestens einmal im Monat gönne ich mir ein Wochenende, an dem ich eine neue Stadt erkunde oder in eine bekannte Stadt, die mir gefällt, zurückkehre. Ich nenne diese Ausflüge «Micro Adventure». Dieses Mal zieht es mich nach Berlin.

Mein 48-Stunden-Abenteuer in Berlin
Mein 48-Stunden-Abenteuer in Berlin

20:00 Uhr – Das «Micro-Adventure» beginnt

Meine Reise beginnt in Zürich. Ich beziehe mein komfortables «Zimmer» mit Dusche und WC. Nein, ich bin nicht in einem Hotel; ich residiere heute Nacht im ÖBB Nightjet nach Berlin. Ich habe das Zweierabteil für mich allein, es kann aber auch sein, dass man dieses teilt. Schon oft habe ich so interessante Menschen kennengelernt. Nun aber geniesse ich die Ruhe und lese noch ein paar Seiten in meinem Buch «Slow Travel: Die Kunst des Reisens», bevor ich mich schlafen lege. 
 

Im ÖBB Nightjet nach Berlin
Berlin Hauptbahnhof

08:00 Uhr – Ankunft in Berlin

Kurz vor Ankunft bringt mir der Zugbegleiter mein Frühstück ins Abteil, das ich am Vorabend selber zusammengestellt habe. Gestärkt und dank dem bequemen Bett im Nachtzug gut ausgeruht, komme ich mitten in Berlin an. Ein Fan vom Kaffee im Zug bin ich definitiv nicht, deswegen brauche ich erstmal einen Stärkeren – am liebsten draussen, denn das Wetter ist perfekt. 

Ich entscheide mich für das Van Loon Restaurantschiff. Vom Hauptbahnhof geht’s mit dem Bus M41 bis zur Geibelstrasse. Nach 300 Metern erreiche ich das Restaurantschiff, eingebettet in die wunderschöne Natur von Berlin. Als Alternative empfehle ich die Coffein Centrale Kaffeerösterei & Café

Übrigens: Die Buslinie M41 fährt unter anderem am Brandenburger Tor und am Holocaust-Mahnmal vorbei. Wer möchte, kann bei Berlins berühmtesten Sehenswürdigkeiten einen Zwischenstopp einlegen.
 

Ankunft in Berlin am frühen Morgen
Van Loon Restaurantschiff

10:00 Uhr –  Berlin auf zwei Rädern

Nach dem hervorragenden Kaffee miete ich ein Velo mit der App Donkey Republic. Mit dem Velo geht es entlang dem malerischen Maybachufer bis zum tiefblauen Rummelsburgersee. Auf diesem Weg kommt man am Görlitzerpark und dem Badeschiff vorbei. Im Görlitzerpark kann man dem Rummel der Stadt entfliehen und ein paar Meter weiter, im Badeschiff, einen Sprung ins kühle Wasser der Spree wagen.

Mein nächstes Ziel ist die Rummelsburgerbucht. In der Hafenküche, habe ich mich mit einer Freundin zum Mittagessen verabredet. 
 

Unterwegs am Landwehr-Kanal
Badeschiff
Berlin lässt sich bestens auf zwei Rädern erkunden

12:00 Uhr – Mittagessen am See

In der Hafenküche angekommen, setzen wir uns im modernen maritimen Restaurant direkt neben den Kamin. Nicht weil wir kalt hätten, im Gegenteil. Bei 34 Grad sind wir froh in der gekühlten Hafenküche Platz zu nehmen. Nach dem leckeren Mittagessen gönnen wir uns noch einen Kaffee bei der Hafenkante, die mit einer gemütlichen Lounge punktet.

Hafenküche
Fish & Chips

14:00 Uhr – Strandbar Holzmarkt

Bevor die Nach-Essensmüdigkeit eintritt, schwingen wir uns zurück auf den Drahtesel und fahren zum Holzmarkt. Der Weg führt wieder entlang der Spree und vorbei an der East Side Gallery. Unsere Räder geben wir einfach an der nächsten Donkey Republic-Station ab. 
 

Holzmarkt Pampa
An der Schillingbrücke

Mein Lieblingsplatz zum Ausruhen und Sonnenstrahlen geniessen ist die Strandbar Holzmarkt Pampa. Falls diese voll ist, was öfters passiert, ist ein paar Meter weiter die Strandbar «Gestrandet» an der Jannowitzbrücke. Aber wir haben Glück und finden ein tolles Plätzchen. Das Konzept ist sehr speziell und verrückt. So soll der Ort ein «Märchenland» sein, für «Menschen aller Couleur, Platz für Ideen und Einhörner, Träumereien, Fantasien und Hunde ohne Leine». 

16:00 Uhr – Check-in im 25Hours Hotel

Um den Fernsehturm doch noch von Nahem zu sehen, fahre ich von der Strandbar zum Alexanderplatz und schiesse mein obligatorisches Foto vom Turm. Danach geht es direkt weiter zum 25Hours Hotel. Das Hotel ist nach eigener Aussage «vielfältig wie die Grossstadt und wild wie der Dschungel». Triff 100% zu, finde ich!

Wenn man im Hotel residiert, kommt man auf die beliebte Dachterrasse ohne anzustehen. Die Terrasse begrüsst einen mit atemberaubenden Blick über die City West und das Blätterdach des Zoos. Auf der spektakulären Dachterrasse, die das Gebäude zu drei Seiten umgibt, trifft man sich auf einen Drink und geniesst die Atmosphäre des Tiergartens und Grossstadtdschungels.

Aussicht von der Dachterrasse des 25hours Hotels
Blick über den Tiergarten von der Dachterrasse des 25hours Hotels. Foto: Stephan Lemke
25hours Hotel, Berlin. Foto: Stephan Lemke

18:00 Uhr – Nachtessen

Berlin bietet unzählige Möglichkeiten, ein feines Nachtessen zu geniessen. Diese Restaurants lege ich euch besonders ans Herz:

  • Kimchi Princess
    Am Holztisch gegrilltes koreanisches Barbecue umgeben von einem industriellen koreanischen Interieur. 

  • Chay Viet
    Einfaches aber stilvoll mit asiatischen Accessoires eingerichtetes kleines Restaurant, welches von Vietnamesen geführt wird und somit der original vietnamesischen Küche sehr nahekommt.

  • Sage Restaurant €€
    Kreative internationale Küche in Designer-Ambiente auf einem Industriegelände, akzeptable Preise.

  • Restaurant Volt €€
    Raffinierte saisonale Küche mit regionalen Produkten. 

  • Burgeramt
    Cooles Fast-Food-Restaurant mit dunklem Holzboden, gemusterten Kachelwänden und rustikalen Burgern.

  • Heimlich Treu €€€ (Mein Favorit) 
    Geniales Konzept: Vorspeise, Hauptspeise und Dessert werden gleichzeitig serviert. 

20:00 Uhr – Den perfekten Tag ausklingen lassen

Nach einem perfekten Tag in Berlin geht es weiter zum Kulturdachgarten Klunkerkranich. Den Eingang zu finden, ist bereits eine Herausforderung, denn dieser befindet sich auf dem Parkdeck (5. Stock) der Neukölln Arcaden. Nach einer Dreiviertelstunde anstehen begrüsst uns eine bunte Dachterrasse mit einem Sonnenuntergang, der schöner nicht sein könnte. 
 

Kulturdachgarten Klunkerkranich, Foto: Julian Nelke
Kulturdachgarten Klunkerkranich, Foto: Julian Nelke
Kulturdachgarten Klunkerkranich, Foto: Julian Nelke

23:00 Uhr – Am Nachtleben schnuppern 

Die Bar Neuköln Twinpigs wäre perfekt, um ins Nachtleben von Berlin zu starten. Nach einem Drink ist für mich nach diesem langen Tag jedoch Ende Gelände. Wer trotzdem noch weiter will, sollte folgende Clubs ins Auge fassen: Kater Blau, Wilde Renate, Chalet, Sysiphos oder About Blank.

Nächster Tag 10:00 Uhr – Tagwacht

Den Sonntag gehe ich gemütlich an. Ausgeschlafen und munter geht es zurück auf die Dachterrasse des 25hours Hotel. Ein reiches Frühstück-Buffet lacht mich an. Wer nur von Grossstadtluft und Liebe lebt, setzt sich einfach auf die Terrasse und geniesst die tolle Aussicht oder schaut den Affen beim Spielen zu. Ich meine natürlich die Affen im Zoo...

Für die, deren Hotel kein so tolles Frühstück bietet, kann ich an einem Sonntag folgendes empfehlen: Die Bäckerei Patisserie Du Bonheur direkt am U-Bahnhof Bernauer Strasse oder das altbekannte Spreegold, wobei dies schon lange kein Insider-Tipp mehr ist. 

12:30 – Da kickste, wa?

Mit der S-Bahn fahre ich vom Bahnhof Zoo zum Hauptbahnhof, wo ich meine Heimreise antrete. Den Rucksack voll mit neuen Eindrücken und total entspannt fahre ich mit dem ICE tagsüber ohne Umsteigen zurück nach Olten. Ganz so komfortabel wie der Nachtzug ist es nicht. Trotzdem möchte ich erwähnen, dass man wie im Flugzeug bedient wird. Egal ob frisch gezapftes Bier, frischer Kaffee oder ein herzhaftes Menu, das Bordrestaurant bietet alles. Mit einem Buch ausgestattet und dank kostenlosem Wlan vergeht die Zeit im 6er Abteil im Nu. 48 Stunden, nachdem ich meine Reise angetreten habe, komme ich wieder zu Hause an.
 

Bahnhof Zoo
Mit dem ICE geht's ohne Umsteigen zurück nach Olten.

Wettbewerb

Wie gut kennen Sie unsere Bahnreise-Angebote ins grenznahe Ausland? Testen Sie Ihr Wissen und gewinnen Sie mit etwas Glück ein 1.-Klass-Retourbillett nach Berlin inklusive drei Übernachtungen für zwei Personen. Jetzt teilnehmen.