Wie ist deine SBB? – Teil 4

In Bern haben wir gehofft, am Bahnhof auf den einen oder die andere Bundesrätin zu stossen. Hat nicht geklappt – aber dafür haben wir andere interessante Menschen kennengelernt.

Unsere Kundinnen und Kunden sagen ehrlich, was sie von der SBB halten
Unsere Kundinnen und Kunden sagen ehrlich, was sie von der SBB halten

Wenn man wissen will, was die Schweiz für eine Beziehung zur SBB hat, dann kommt man nicht um die Hauptstadt herum. Wir platzieren uns im Herz des Bahnhofs – dem  Treffpunkt – und sprechen Leute an, die nicht allzu eilig vorbeihasten. Ernst Meili zum Beispiel, 69, aus Eschlikon wartet gerade auf seine Frau.

Ernst Meili reist demnächst mit einem Triebwagen nach Romanshorn

«Meine SBB macht einen super Job»

«Meine erste Erinnerung ans Zugfahren ist eine Schulreise im 1957, da sass man auf Holzbänken und die Fenster musste man mit Lederriemen hochziehen oder herunterlassen. Ich hab jetzt gerade die jährliche Reise unseres Sportvereins organisiert. Es geht nach Romanshorn, um die Lokremise anzuschauen. Wir fahren mit einem Triebwagen, der in dem Jahr in Betrieb genommen worden ist, in dem auch unser Verein gegründet wurde. Technisch bin ich nicht so interessiert, aber Verkehrspolitik und Mobilität finde ich schon spannende Themen. Die SBB macht einen super Job, alle, die reklamieren, tun das auf einem sehr hohen Niveau.»

John Ma, 31, aus Bern studiert gerade die Abfahrtszeiten auf dem Generalanzeiger. Da sein Zug erst in 15 Minuten fährt, schwatzt er noch ein bisschen mit uns. John Ma ist Grafiker, er zeichnet meistens, wenn er unterwegs ist.

Während der Lehre von John Ma durfte man in den Zügen noch rauchen

«Meine SBB baut Brücken»

«Seit ich in Bern wohne und arbeite, fahre ich nicht mehr so viel Zug, aber vorher täglich von Thun nach Bern. Als ich meine Lehre in Belp gemacht habe, konnte man auch noch rauchen im Zug. Wenn ich heute daran denke, wie ich da um 7 Uhr morgens im Raucherabteil eine geschlotet habe, wird mir fast schlecht… so gruusig! Ich klettere in meiner Freizeit, da mache ich auch noch die eine oder andere Reise mit der SBB, wenn das «Büssli» grad nicht frei ist. Mein bemerkenswertestes Erlebnis war, als mal ein Zug liegengeblieben ist. Zuerst warteten wir ein, zwei Stunden, dann fuhr ein anderer Zug aufs Gleis nebenan und sie bauten eine Brücke zwischen den zwei Zügen, auf der wir dann rübergehen konnten. Das war noch cool.»

Susanna Ayadi, 55, aus «Herzogenbuchweh» wie sie sagt, ist gerade auf dem Heimweg von einem Besuch in Bern – wo  sie eigentlich mit ihrer Tochter verabredet war. Die hat aber verschlafen. Wir begleiten sie ein bisschen.

Susanna Ayadi reist oft ziellos durch die Schweiz – und geniesst dabei die Aussicht

«Meine SBB zeigt mir, wie schön die Schweiz ist»

«Ich finde die neue App ganz grossartig. Da hats auch so günstige Tickets! Und es ist praktisch, wenn man nur noch das Handy zeigen muss. Ich fahre oft ziellos durch die Schweiz. Es gibt unglaublich schöne Strecken und Landschaften. Meistens schaue ich dann einfach aus dem Fenster. Bei kürzeren Strecken mache ich oft Telefonate, spiele auf dem Handy oder schreibe SMS mit meiner Tochter. Abends fahre ich nicht so gern Zug, da sind oft Betrunkene oder sonst komische Typen unterwegs. Das ist schade, weil nachts mit den Lichtern ist die Schweiz schon auch sehr schön.»

Und schon sind wir in Herzogenbuchsee angekommen.  Damit endet unsere Reise vorläufig. Wir danken allen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern für ihre Zeit und Offenheit.