Mythen rund um SBB Green Class

SBB Green Class kombiniert Mobilitätsservices von Schiene und Strasse in einem Mobilitäts-Abo. Mobilitätspionier Koni Schmid ist seit rund eineinhalb Jahren mit SBB Green Class unterwegs. In diesem Beitrag berichtet er von seinen Erfahrungen und stellt den Mythen Fakten entgegen.

GA und Elektroauto kombinieren mit SBB Green Class.
GA und Elektroauto kombinieren mit SBB Green Class.

Mobilitätsservices von Schiene und Strasse in einem Abo: Das ist SBB Green Class. Die SBB setzt damit auf nachhaltige und innovative Lösungen für die Mobilität der Zukunft. Vieles ist dabei noch unbekannt und unerprobt – und um etwas Neues ranken sich oft Mythen. Entkräftet werden können Vorurteile von den Mobilitätspionieren, die SBB Green Class bereits kennen. Zum Beispiel Koni Schmid. Er ist seit rund eineinhalb Jahren mit SBB Green Class unterwegs. Hier seine Antworten auf die gängigsten Irrtümer und Vorurteile.

Mythos 1: Das SBB Green Class Abo besteht lediglich aus einem GA und einem Elektroauto.

SBB Green Class beinhaltet viel mehr: Nebst dem GA 1. oder 2. Klasse und einem persönlichen Elektroauto (in meinem Fall ein BMW i3), sind ein Parkplatz am Bahnhof, Carsharing, Bikesharing und ein Guthaben für das Laden des Autos unterwegs inbegriffen. Weiter, und das wissen eben viele nicht, sind auch die Motorfahrzeugsteuern, Haft- und Vollkasko-Versicherung, Saisonreifen mit Wechselservice, Auto-Services und die Autobahn-Vignette im Abo enthalten. Somit entstehen keine weiteren Kosten für die Benutzung des Elektroautos.

So funktioniert SBB Green Class:

Mythos 2: SBB Green Class ist ein absolutes Luxus-Abo. Das lohnt sich nie

Vielen Autobesitzern ist nicht bewusst, welche Gesamtkosten für ihr Privatauto monatlich anfallen. Schweizerinnen und Schweizer geben fast ein Zehntel ihres Haushaltsbudgets für Mobilität aus. Die Kosten für das eigene Auto schlagen dabei besonders zu Buche. Wie das Bundesamt für Statistik ausrechnete, kostet das Auto durchschnittlich 762 Franken pro Monat.
Analysieren wir transparent die Kosten des SBB Green Class Abos, sehen wir, dass das Mobilitätspaket sehr attraktiv ist. Das Mobilitäts-Abo «Premium» zum Beispiel kostet im Monat 1180 Franken. Das GA 1. Klasse kostet pro Monat 525 Franken. Somit bezahlt man für die restlichen Leistungen noch 655 Franken im Monat. Und dafür erhält man bei SBB Green Class noch mehr als nur das Elektroauto mit allen Versicherungen und Services. Meine Mobilitätsausgaben haben sich dank SBB Green Class jedenfalls drastisch reduziert.

Mythos 3: Familienangehörige und Partner profitieren nicht vom Mobilitäts-Abo

Auch meine Familie profitiert von SBB Green Class! Einerseits können alle Familienmitglieder das Elektroauto nutzen. Anderseits profitieren wir innerhalb der Familie vom sehr attraktiven Familien-GA Angebot der SBB, da ich im Mobilitäts-Abo bereits ein GA habe. Meine Tochter (23 Jahre) und mein Sohn (21 Jahre) bezahlen für ihr GA 2. Klasse statt 3860 nur noch 925 Franken.

Die ganze Familie profitiert vom Mobilitäts-Abo.

Mythos 4: Das Elektroauto muss ich mit anderen Kunden teilen und ich darf damit nur von zu Hause an den Bahnhof und zurück fahren

Sharing ist zwar im Trend und vielleicht teilen wir Kunden von SBB Green Class unsere Autos ja schon bald. Aktuell steht das Elektroauto aber an sieben Tagen pro Woche und an 24 Stunden am Tag ausschliesslich mir persönlich zur Verfügung. Ich bestimme selber, wann und wohin ich mit dem Elektroauto fahre. 15 000 Kilometer pro Jahr sind inklusive und das reicht im Normalfall vollkommen.

Mythos 5: Elektroautos haben eine zu geringe Reichweite. Da komme ich ja nirgends hin und habe ständig Angst, irgendwo stehen zu bleiben

Genau das dachte ich mir auch vor eineinhalb Jahren, als ich mich für die Pilotphase von SBB Green Class bewarb. Aber bereits nach zwei Monaten konnte ich die Reichweitenthematik vollständig entkräften! Die Reichweite meines BMW i3 reicht für meine täglichen Fahrten bestens. Ich habe im ersten Jahr 15 000 Kilometer zurückgelegt und hatte dabei nie ein Problem mit dem Ladezustand der Batterien. Die Batterien werden zu Hause jeweils geladen und sind somit immer wieder am anderen Morgen bereit, um 200 Kilometer zurückzulegen. Gemäss einer Analyse des schweizerischen Energieverbrauchs nach Verwendungszwecken vom Bundesamt für Energie und vom Bundesamt für Statistik werden in der Schweiz 33,87 Kilometer pro Tag und Fahrzeug gefahren. Auch ein Langstreckentest quer durch die Schweiz mit 800 Kilometern und über verschiedene Alpenpässe während drei Tagen haben gezeigt, dass mit einer Planung der Etappen auch eine solche Tour ohne Probleme möglich ist. Und falls das Aufladen über Nacht wirklich nicht ausreicht, kann an vielen Ladestationen unterwegs aufgeladen werden.

Mythos 6: Ein Benziner macht viel mehr Spass als ein Elektroauto

Bereits nach den ersten Kilometern mit dem BMW i3 habe ich festgestellt, dass Autofahren ja richtig Spass machen kann! Ein fast unbeschreibliches Fahrgefühl erlebt man in einem Elektroauto schon in den ersten Minuten. Es muss nicht geschaltet werden, und es gibt kein Ruckeln. Das macht das Fahren zu einem komfortablen Erlebnis. Auch das modernste und beste automatische Getriebe versetzt mich zurück in die Steinzeit. Für mich war nach wenigen Wochen klar: Ein Fahrzeug mit einem klassischen Getriebe kommt für mich nie mehr in Frage!

So fährt sich der BMW i3:

Mythos 7: In der Schweiz gibt es noch zu wenig Aufladestationen.

In der Schweiz gab es per Ende 2017 bereits 3460 öffentlich zugängliche Ladestationen, und jeden Monat kommen einige neue dazu. Für den täglichen Gebrauch des Elektroautos reicht die Heimladestation bestens aus. Plant man weitere Fahrten, stehen einem an Raststätten von Autobahnen und an anderen Orten viele Schnellladestationen zur Verfügung, um innerhalb von 30 Minuten die Batterie wieder 80 Prozent aufzuladen. Ein geniales Hilfsmittel für das Auffinden von Ladestationen ist www.chargemap.com (auch als App erhältlich). Chargemap ist eine offene Plattform, die wie Wikipedia durch das Hinzufügen von Informationen über Ladestationen durch alle Teilnehmer funktioniert. Viele Detailhändler und Einkaufszentren wie zum Beispiel Lidl, Migros und Coop bieten kostenfrei Ladestationen ein. So kann man während dem Einkauf die Batterien des Elektroautos ohne Kostenfolge aufladen.


Mythos 8: Das Aufladen des Elektroautos dauert viel zu lang.

Das Elektroauto, ja eigentlich alle Fahrzeuge, werden nur während eines Bruchteils ihrer Zeit bewegt. Die restliche Zeit kann für das Laden der Batterien genutzt werden, und es spielt auch keine Rolle, wie lange das zu Hause mit der Heimladestation dauert. Am Morgen sind die voll geladenen Batterien für den neuen Tag bereit. Wenn ich ausnahmsweise einmal mit meinem BWM i3 von meinem Wohnort Pfyn nach St. Gallen ins Büro fahre, sind meine Batterien am Ende des Arbeitstages wieder voll aufgeladen, da mein Arbeitgeber die Ladeinfrastruktur am Arbeitsort kostenlos zur Verfügung stellt. Die Schnellladestationen der neusten Generationen erlauben es, innerhalb von zehn Minuten, die Batterien für eine Reichweite von 100 Kilometern zu laden.

Wird das Auto nicht bewegt, kann die Zeit zum Laden der Batterien genutzt werden.

Koni Schmid 

Der 52-jährige Koni Schmid aus Pfyn ist ein SBB Green Class Mobilitätspionier der ersten Stunde. Der Ingenieur ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. In der Freizeit ist er oft in den Bergen unterwegs – als Wanderer, aber auch als Gleitschirmpilot.
 

Mobilitätspionier Koni Schmid

Das ist SBB Green Class

SBB Green Class bietet erstmals Mobilitätsservices von Schiene und Strasse aus einer Hand in einem Abo und eröffnet damit völlig neue Wege der nachhaltigen Tür-zu-Tür-Mobilität. Mit dem Mobilitäts-Abo geniessen Kunden nicht nur freie Fahrt mit dem GA durch die ganze Schweiz sowie ein Elektroauto zum Gebrauch inklusive Versicherungen und Services, Sie profitieren auch von einem Parkplatz am Bahnhof, Car- und Bikesharing sowie weiteren Mobilitätsleistungen. Weitere Informationen gibt’s hier.