8 tolle Herbstwanderungen – Farbenpracht vom Genfersee bis ins Engadin

Mit dem Herbst steht die schönste Wandersaison vor der Tür. Bunt gefärbte Wälder, von Nebelschwaden durchzogene Täler, die klare Luft und das besondere Licht sorgen für eine einzigartige Stimmung. 8 tolle Herbstwanderungen, die Sie den Herbst in seiner vollen Pracht erleben lassen.

8 tolle Herbstwanderungen – Farbenpracht vom Genfersee bis ins Engadin
8 tolle Herbstwanderungen – Farbenpracht vom Genfersee bis ins Engadin

Kastanienweg Malcantone

Uralte Kastanienhaine mit dicken, knorrigen Bäumen weisen darauf hin, welches Produkt über Jahrhunderte im Malcantone vorherrschend war. Die dicht bewachsene Hügellandschaft zieht sich vom Golf von Agno bis zum Monte Lema hinauf und überrascht mit pittoresken Tessiner Dörfern und der allgegenwärtigen Kastanie, die früher die Lebensgrundlage der hiesigen Bevölkerung bildete. Heute ist der Kastanie mit dem «Sentiero del Castagno» ein Themenweg gewidmet, der ab Ende September – mit dem Beginn der Kastaniensaison – seine volle Pracht entfaltet. Mit Start in Arosio führt der Rundweg über 15 Kilometer quer durch den Alto Malcantone; vorbei an idyllischen Dörfern wie Vezio oder Mugena und durchs Dickicht der weitläufigen Kastanien- und Birkenwälder. Unterwegs informieren Schautafeln über Wissenswertes und Spannendes rund um die Kastanie. 

Schweizerischer Nationalpark

Zwischen Anfang September und Mitte Oktober spielt sich in den Schweizer Wäldern ein besonderes Spektakel ab – es ist die Zeit der Hirschbrunft. Dabei bildet der Schweizerische Nationalpark im Engadin eine besonders gute Basis, um die röhrenden Hirsche zu beobachten. Ein schöner Beobachtungsposten findet sich bei der Chamanna Cluozza mitten im wilden Val Cluozza. Die Hütte mit Mehrbettzimmern und Matratzenlager liegt am Nationalpark Panoramaweg, der in insgesamt 9 Etappen quer durch den Nationalpark führt, und kann ab Zernez in rund 3,5 Stunden erreicht werden. Schon bei der Wanderung durchs Val Cluozza deuten Spuren und ein strenger Geruch auf brünftige Hirsche in nächster Nähe hin. Später, auf der Sonnenterrasse der Chamanna Cluozza, warten alle Gäste mit griffbereiten Feldstechern die Dämmerung ab. Dann treten die Hirsche aus dem Dickicht hervor und bieten auf der gegenüberliegenden Talseite mit tiefem Röhren eine unvergleichliche Show. 

Zu zweit günstig durch die Schweiz reisen

Mit der Tageskarte für 2 sind Sie für 75 Franken einen ganzen Tag lang in der Schweiz unterwegs. Pro Person zahlen Sie also nur 37.50 Franken. Profitieren Sie vom 17. September bis zum 28. Oktober 2018 von diesem Angebot. Jetzt macht zu zweit reisen noch mehr Spass. Weitere Informationen www.sbb.ch/herbst
 

Terrasses de Lavaux

Je weiter der Herbst fortschreitet, desto bunter wird es am Genfersee. Die Weinterrassen von Lavaux, eines der 12 UNESCO Welterbestätten der Schweiz, verwandeln sich gegen Ende Oktober in eine golden leuchtende Landschaft. Schöne Panoramablicke bietet der Wanderweg «Terrasses de Lavaux», der im pittoresken Winzerdorf St. Saphorin startet und sich dann auf rund 11 Kilometern bis nach Lutry durch die berühmten Weinterrassen windet. Nebst der wunderbaren Kulisse gibt es entlang des Wanderwegs auch spannende Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Dazu zählen die mittelalterliche Kirche von St. Saphorin, deren origineller Kirchturm bis heute auf Weinetiketten zur finden ist, und das Weinerlebniszentrum «Vinorama» in Rivaz. Es wäre übrigens jammerschade, bei dieser Wanderung achtlos an den urigen Weinkellern vorbeizugehen. Mindestens ein Einkehrstopp zum Degustieren eines lokalen Tropfens sollte fest miteingeplant werden. 

Wildnispark Zürich Sihlwald

Wenn Zürich unter einer Nebeldecke liegt, ist das kein Grund, Trübsal zu blasen. Die Chancen stehen gut, dass der Uetliberg mit seinen 870 m ü. M. oder das Albishorn mit stolzen 909 m ü. M. die Nebeldecke durchbricht. Insbesondere an Nebeltagen garantiert ein Ausflug in den Wildnispark Zürich Sihlwald mystische Momente. Der Naturerlebnispark umfasst zwischen Langnau am Albis und Sihlbrugg einen 1 100 ha grossen ursprünglichen Buchenwald, der sich im Herbst wunderbar verfärbt. Für die perfekte Kombination aus mystischen Nebelschwaden und sonnigem Gipfelerlebnis empfiehlt sich die Wanderung entlang dem Wildnisweg Sihlwald vom Bahnhof Sihlwald bis aufs Albishorn. Dort folgt man dem «Zürich-Zugerland-Panoramaweg» dem Grat entlang bis zur Albispasshöhe. Unterwegs bietet der Aussichtsturm Hochwacht einen tollen Ausblick über das herbstlich leuchtende und von Nebelschwaden durchzogene Blätterdach des Sihlwalds.  

Im Glarnerland

Dies Kombination aus stahlblauem Himmel und gelb-rot leuchtenden Wäldern findet sich in Regionen mit einem hohen Laubwaldbestand. Dazu gehören die Bergahorn- und Buchenwälder des Glarnerlands. Auf der Jagd nach herbstlichen Fotomotiven lohnt sich ein Ausflug an den Klöntalersee. Der Aufstieg von Riedern bei Glarus bis ans Ufer des Stausees dauert 1,5 Stunden. Von dort aus führt ein 6,5 Kilometer langer Wanderweg dem Seeufer entlang nach Hinter-Klöntal. Ein Wanderausflug der sich je nach Lust und Laune – und Anzahl der Fotostopps – beliebig ausdehnen lässt. 

Lac de Derborence

Ebenfalls eine wunderbar herbstliche Kulisse findet sich am Lac de Derborence in einem Walliser Seitental bei Ardon. Der See ist im 18. Jahrhundert durch zwei Felsstürze entstanden und gehört damit zu den jüngsten natürlichen Bergseen in den Schweizer Alpen. Lange Zeit galt der See als verflucht. Dies und die schlechte Zugänglichkeit des Tales sorgten dafür, dass sich die Natur jahrzehntelang ungehindert entfalten konnte. Heute steht das Tal unter Schutz. Der Pionierwald mit Fichten, Lärchen, Bergföhren, Weiden und Birken, der auf den Trümmermassen gedeiht, gilt als einer der letzten «Urwälder» der Schweiz. Im Herbst überziehen die Lärchen und Birken den Talkessel mit einem goldigen Schimmer. Die einzigartige hochalpine Landschaft lässt sich am besten auf dem 6,5 Kilometer langen Rundweg von Derborence via La Combe d’en Haut und Godey zurück nach Derborence erleben. 

Der alten Aare entlang

Raschelndes Laub, Sonnenstrahlen, leuchtende Farben; Herbstspaziergänge können so schön sein! Ein Highlight im Mitteland findet sich am «Alte Aare Weg», der die traditionsreichen Landstädtchen Aarberg und Büren an der Aare verbindet. Vor der Juragewässerkorrektion im 19. Jahrhundert floss hier die Aare als mächtiger und wilder Flusslauf durch. Heute gehört der Abschnitt zum längsten zusammenhängenden Altwassersystem der Schweiz und ist Teil eines Naturschutzgebiets. Über eine Strecke von 17 Kilometern führt der abwechslungsreiche angelegte Wanderweg durch zauberhafte Auenwälder längs der Alten Aare. Mit etwas Glück sichtet man unterwegs Biberburgen oder einen Eisvogel. 

Rigi-Chestene-Weg 

Das Zentralschweizer Pendant zum Tessiner Sentiero del Castagno bildet der «Chestene-Weg», der von Immensee/Küssnacht nach Brunnen-Ingenbohl führt. Der ehemalige «Brotbaum» für ärmere Leute war nicht nur auf der Alpensüdseite präsent, sondern besass auch auf der Alpennordseite – insbesondere am Vierwaldstättersee und Zugersee – einen hohen Stellenwert. Seit 2016 gibt der Rigi-Chestene-Weg mit fünf Informationstafeln Einblicke in die Geschichte und Bedeutung der Edelkastanien rund um den Vierwaldstättersee. Der Themenweg verläuft parallel zu den Waldstätterweg Etappen 1 (Brunnen-Vitznau) und 2 (Vitznau-Küssnacht). Eines der schönsten und aussichtsreichsten Wegstücke befindet sich zwischen Vitznau und Greppen. Jeweils Ende Oktober (dieses Jahr am Sonntag 28. Oktober) findet in Greppen der grösste Kastanienmarkt der Deutschschweiz statt.