Eine saubere Glanzleistung – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr

Sie reinigen die Bahnhöfe rund um die Uhr, von Montag bis Sonntag, jeden Tag. Die rund 400 SBB Facility-Management-Mitarbeitenden sind besorgt für rundum gepflegte Bahnhöfe. Wir haben die Kollegen eine Nacht lang begleitet.

Eine saubere Glanzleistung – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr
Eine saubere Glanzleistung – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr

Während wir uns gegen Mitternacht aufs Ohr hauen, beginnen sie mit ihrer Arbeit. Die Teams von SBB Facility Management arbeiten rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag. Oft ist uns nicht bewusst, welch saubere Glanzleistung die 400 Mitarbeitenden erbringen. Die Hauptreinigung beginnt in den grossen Bahnhöfen etwa um Mitternacht. Insgesamt reinigt SBB Facility Management täglich eine Fläche von 2 317 623 m². Das entspricht sage und schreibe 325 Fussballfeldern.

Wir sind selbst in eine orange Weste geschlüpft und haben miterlebt, wie vielseitig ein Tag bei SBB Facility Management sein kann. Neben den Reinigungsarbeiten mit rund 200 unterschiedlichen Maschinen werden zum Beispiel auch Graffitis in den Bahnhöfen oder die Zigarettenstummel von den Gleisen entfernt. 

Knochenarbeit auf den Gleisen.

Was uns natürlich brennend interessiert: Wie lange wird hier gearbeitet, wer putzt den Engel von Niki de Saint Phalle in der Bahnhofshalle in Zürich, wie wird eine Glühbirne in 40 Metern Höhe ausgetauscht? Nicht nur wir löchern die Facility Management-Mitarbeitenden mit Fragen, sie werden oft auch von Reisenden angesprochen. «Wir werden oft von Passanten nach dem Weg gefragt und sind ständig in direktem Kundenkontakt», meint Markus.

Die Reinigung des Engels von Niki de Saint Phalle erfordert besonderes Fingerspitzengefühl.

Geduldig erzählt er uns anschliessend von der Spezialreinigung des blauen Engels. Das grosse Kunstwerk ist zwar schwer, jedoch sehr empfindlich. Bloss mit einem Staubwedel und einem Druckluftspray darf es vorsichtig abgestaubt werden, da es ansonsten kaputtgehen könnte. Eine bis zu 40 Meter hohe Arbeitsbühne hievt den Mitarbeiter in die Luft. Wir sind uns beim Anblick des Engels nicht sicher, ob wir gerne tauschen würden. Dieser Job ist nur für Schwindelfreie.

Und wie sieht es mit der Abfallentsorgung aus? An 34 Bahnhöfen kann der Abfall getrennt entsorgt werden. An diesen Bahnhöfen stehen 1494 Recycling-Stationen und 1212 gut sichtbare Aschenbecher. Die Kunden können PET, Alu, Papier von ihren Abfällen trennen. Dazu werfen sie die Abfälle in den entsprechenden Behälter. 95 Prozent der Wertstoffe werden korrekt entsorgen und so müssen rund 1000 Tonnen weniger Abfall pro Jahr verbrannt werden.

Aber wie lange geht es eigentlich, bis eine am Boden liegende Bananenschale durch Facility Management entsorgt ist? «Wir sind per Funk miteinander verbunden. Verunreinigungen werden von uns in sehr kurzer Zeit gemeldet, deshalb können wir diese schnell beseitigen», beruhigt uns Markus.
 

Schweres Geschütz: Ausgerüstet für die Hochdruckreinigung.

Mittlerweile fallen uns an diesem Dienstagabend schon fast die Augen zu, aber die Reinigungs-Truppe in Zürich kommt erst richtig in Fahrt. Es ist kurz nach Mitternacht, und in der Bahnhofshalle treffen wir nur noch vereinzelte Nachtschwärmer auf dem Heimweg an. Nächster Halt: Hardbrücke. Dort wird in dieser Nacht der Bahnhof wortwörtlich «mit Hochdruck» gereinigt. Eine Gruppe junger Männer reinigt das Perron sowie die Treppen mit einem Hochdruckreiniger. Nach dieser Station sind wir definitiv reif fürs Bett. Derweil stehen die Leute von Facility Management weiter voll im Einsatz, damit wir am Morgen alle wieder einen tipptopp gepflegten Bahnhof antreffen.
 

Beitrag erschienen am 26. Juni 2013, aktualisiert am 18.10.2018.