Ligerztunnel: mehr Züge und mehr Ruhe

Doppelspurausbau zwischen Schafis und Twann und neuer Ligerztunnel: Mit diesem Projekt steigert die SBB die Kapazitäten des Bahnverkehrs und schützt die Anwohner gegen den Bahnlärm. Der Lärm ist aber nur ein Anliegen in Bezug auf die Umwelt

Zukünftiges Westportal des Ligerztunnels
Zukünftiges Westportal des Ligerztunnels

Die Arbeiten beginnen erst 2020, doch für Thierry Marchon, Projektleiter Umwelt, sind Umweltfragen bereits ab der Konzeption des Projekts zu berücksichtigen. «Der Ort des Projekts gehört zum Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN). Das BLN bezeichnet die wertvollsten Landschaften der Schweiz und hat zum Ziel, diese zu schützen», erklärt Thierry Marchon. Die SBB musste das Projekt dementsprechend anpassen. Für die Pflanzen- und Tierarten vor Ort beispielsweise sind spezielle Lebensräume zu bewahren bzw. zu schaffen. «Ausserdem müssen wir für die Fauna Wildtierkorridore erhalten. Dabei handelt es sich um Strukturen, damit die Tiere die Bahnlinie gefahrlos queren können.»

Neue Grünzonen

Aber nicht nur Flora und Fauna gehören zu den Anliegen des Umweltteams von SBB Infrastruktur. «Tatsächlich kümmern wir uns in unserer Umweltstudie um 17 Bereiche. Diese betreffen selbstverständlich die Natur, aber auch den Lärm und Erschütterungen.» Hier bringt das Projekt den Anwohnerinnen und Anwohnern grosse Vorteile: Die Lärm-, Erschütterungs- und Sichtbeeinträchtigungen in Ligerz durch die Seestrecke werden der Vergangenheit angehören. Die aktuelle Fahrbahn von 1861 wird zurückgebaut. «So werden am Bielerseeufer rund 31 000 Quadratmeter Fläche frei», sagt Thierry Marchon. «Dort entstehen neue Grünzonen, Rebzonen und Zonen für öffentliche Nutzungen.»

Die Kosten für den Doppelspurausbau belaufen sich auf rund 406 Millionen Franken. Mit dem Projekt erhöht die SBB die Kapazitäten des Bahnverkehrs und ermöglicht im Regionalverkehr die Einführung des Halbstundentakts zwischen Neuenburg und Biel. Im Güterverkehr stellt die neue Infrastruktur sicher, dass trotz mehr Zügen im Personenverkehr weiterhin genügend Kapazitäten vorhanden sind. Nächste Etappen:

- Januar 2019 bis Mitte 2020: Planauflage, Bauprojekt und Ausschreibung
- Mitte 2020 bis Ende 2025: Bauarbeiten
- Ende 2025: Inbetriebnahme
- Ab 2026: Rückbau der aktuellen Linie