Fasnacht: Die fünfte Jahreszeit steht vor der Tür

Am 28. Februar beginnt in Luzern die «rüüdig Ziit» und in Basel stehen ab dem 11. März die «drey scheenschte Dääg im Johr» an: Es ist Fasnachtszeit.

Mit dem ÖV stressfrei an die Fasnacht in Basel und Luzern reisen
Mit dem ÖV stressfrei an die Fasnacht in Basel und Luzern reisen

Wer die Tradition richtig lebt, für den gibt es lange vor der Fasnacht schon einiges zu tun. Ich durfte einer «Lozärner Guggenmusig» beim Basteln ihrer «Grende» (Masken) über die Schultern schauen und auch gleich tatkräftig mithelfen.

Daniel, Mitglied der Guggenmusik «Die Zäche Chöge» empfängt mich in einem kühlen alten Schopf auf einem Bauernhof, dem Bastellokal der Guggenmusik. Nach einer kurzen Einführung in die Welt des Masken-Bastelns drehen wir die Musik auf und legen los. 

Als Erstes lerne ich, dass es verschiede Herstellungsformen der «Grende» gibt. Entweder werden sie gekleistert oder aus Latex hergestellt. Ein richtig oder falsch gibt es an der Luzerner Fasnacht nicht, der Kreativität wird freien Lauf gelassen. Schön!

Die Negativ-Form wird mit flüssigem Latex ausgegossen.
Zuschneiden der Jute-Stückchen.
Mit Jute wird die Latex-Maske verstärkt.
Die trockene Maske wird aus der Gussform herausgelöst.
Jetzt fehlen dem «Grend» noch Farbe, Haare und die Augen.
Und so sieht der fertige «Grend» aus. Gfürchig, oder?

Die Negativ-Form wird mit flüssigem Latex ausgegossen.

Zuschneiden der Jute-Stückchen.

Mit Jute wird die Latex-Maske verstärkt.

Die trockene Maske wird aus der Gussform herausgelöst.

Jetzt fehlen dem «Grend» noch Farbe, Haare und die Augen.

Und so sieht der fertige «Grend» aus. Gfürchig, oder?

Die Guggenmusik «Die Zäche Chöge Lozärn» stellt ihre «Grende» traditionsgemäss selbst her. Bis anhin haben sie die «Grende» immer aus Kleister angefertigt. Doch dieses Jahr ist speziell, die Gugge feiert ihr 20-jähriges Bestehen. Deswegen hat sie ein aussergewöhnliches Sujet gewählt, das selbstverständlich bis zur Fasnacht geheim bleibt, und stellt ihre Masken zum ersten Mal in zwei verschiedenen Verfahren her: einige Masken bestehen aus Latex, andere aus Kleister. 

Ich darf bei der «Gruppe Latex» mithelfen: Latexmilch in eine Negativ-Form giessen, die Masse verteilen, mit Watte austupfen, trocknen lassen. Wieder giessen, austupfen, trocknen lassen. Die letzte Schicht wird zusätzlich mit Jute-Stücken verstärkt. Eine klebrige Angelegenheit, aber es macht Spass. 

Nach ein paar Tagen ist die Latexmasse getrocknet. Wir schneiden Löcher für die Augen aus und kleben die Fell-Haare an. Dann wird die Maske bemalt. Die Farbe wird mittels Airbrush aufgetragen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, aber Präzision ist gefragt. Deshalb überlasse ich das Bemalen den Profis. Ganz zum Schluss befestigen wir noch die Glas-Augen. 

Das Erstellen eines solchen «Grend» ist aufwändig und dauert ungefähr 20 Stunden. «Fasnacht ist nicht nur ein Brauch, es ist ein Hobby, das wir mit Leidenschaft ausüben», verrät mir Daniel. «Einige Mitglieder der Guggenmusik bauen ausserdem einen Fasnachtswagen und auch das Proben des Repertoires braucht Zeit.» 

Mir hat es viel Spass gemacht, den kreativen Fasnächtlern über die Schulter zu schauen, selbst ein bisschen Hand anzulegen und mitzuhelfen, einen «Grend» zu gestalten. Ich freue mich, an der Fasnacht alle die bunten Masken und schrillen Kostüme zu sehen.

Basler Fasnacht © Noel Reynolds
Morgenstraich Basel

Sind auch Sie in Fasnachtsstimmung? Ob in Luzern oder in Basel: Geniessen Sie das bunte Treiben bis spät in die Nacht und fahren Sie gemütlich und stressfrei mit dem öffentlichen Verkehr an die Fasnacht und wieder nach Hause.

Mit dem Zug an die Basler Fasnacht

Die SBB setzt zahlreiche Extrazüge an die Basler Fasnacht ein, damit alle Fasnächtler den Chienbäse in Liestal und den Morgenstraich erleben und geniessen können.

Wer das bunte Treiben mehrere Tage geniessen und über Nacht bleiben möchte, findet bei uns auch Hotels. Frühzeitig buchen lohnt sich.

Titelbild: Copyright Luzern Tourismus.