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Ein wacher Geist nachts in der S-Bahn

Achtsame Mitarbeitende tragen zu einer sicheren und zuverlässigen SBB bei. Lokführer Markus Leutwyler verhinderte dank vorausschauender Fahrweise, dass seine S-Bahn mit einem Abfallbehälter kollidierte.

Abfallbehälter
Abfallbehälter

Es war die Nacht der Umstellung auf die Winterzeit. Markus Leutwyler fuhr eine S-Bahn von Knonau nach Altstetten. Die Fahrt verlief ruhig, nur wenige Passagiere sassen im Zug, und die Perrons der Haltestellen waren praktisch menschenleer. Für Markus Leutwyler eine vertraute Erfahrung. «Richtung Zürich läuft an einem frühen Sonntagmorgen nicht viel.» 

Doch auf einmal war es mit der Ruhe vorbei. Kurz nach vier Uhr näherte sich der Zug Birmensdorf. Instinktiv nahm der Lokführer Tempo weg. Bei der Einfahrt in den Bahnhof sah er im fahlen Licht der Beleuchtung etwa hundert Meter vor sich einen hellen Gegenstand zwischen Perronkante und Schiene. «Im ersten Moment glaubte ich, es sei ein Plastiksack», erinnert er sich. Eigentlich kein Grund, um in die Eisen zu steigen. 

Auf das Bauchgefühl vertraut

Doch Markus Leutwyler vertraute auf sein Bauchgefühl. Er bremste den Zug und brachte ihn rechtzeitig vor dem vermeintlichen Plastiksack zum Stehen. Da erkannte er, dass ein Abfallbehälter aus Stahl auf dem Gleis lag. Jemand musste diesen umgeworfen und vom Perron gestossen haben. Markus Leutwyler sicherte den Zug vor dem Wegrollen, und mit Hilfe von zwei Kontrolleuren, die zufälligerweise an Bord waren, konnte er den rund 80 Kilogramm schweren Behälter aus dem Gleisfeld hieven. «Es kam mir vor, als würden wir den Unspunnenstein herumfugen.» 

Seinen Humor hat sich Markus Leutwyler vom Zwischenfall nicht nehmen lassen. Mit etwas über sechs Minuten Verspätung konnte der Lokführer seine Fahrt schliesslich fortsetzen. Bis er in Altstetten eintraf, hatte er die Hälfte des Rückstandes wieder aufgeholt.

Was wäre passiert, wenn Markus Leutwyler in dieser Nacht weniger achtsam gewesen wäre? Wenn er sich primär auf die Signale und die Anzeigen im Führerstand verlassen hätte? «Wir fahren in der Regel nicht auf Sicht. Die Geschwindigkeit wäre so hoch gewesen, dass auch eine Schnellbremsung die Kollision nicht verhindert hätte.» Der Zug wäre wohl nicht aus den Schienen gesprungen. Dennoch wären die Auswirkungen beträchtlich gewesen. «Der Abfallkübel hätte die Flanke des Zugs beschädigt. Dieser hätte auswechselt werden müssen, und durch das Umstellmanöver wäre die Verspätung um ein Vielfaches grösser geworden.»

Zeit nehmen, um den Job sicher zu machen

Kleine Ursache – grosse Wirkung: Wie die Kampagne der SBB für Sicherheit und Qualität propagiert auch Markus Leutwyler, im Alltag den vermeintlich kleinen Dingen die nötige Beachtung zu schenken. «Es ist wichtig, dass wir unsere gesamte Arbeit mit wachem Geist erledigen.» Der Vorfall hat ihm noch etwas anderes gezeigt. «Wir alle sollten uns die nötige Zeit nehmen, um unseren Job gut und sicher zu machen.»

«Kleine Ursache – grosse Wirkung»: Im Rahmen der Kampagne für Sicherheit und Qualität werden Geschichten aus dem Arbeitsalltag von SBB Mitarbeitenden gesucht. Auch Markus Leutwyler hat sein Erlebnis mit dem Abfallkübel gemeldet. Wenn du ähnliche Erfahrungen gemacht hast, dann teile sie mit, damit weitere Mitarbeitende davon profitieren können. Mehr Informationen findest du auf www.sbb.ch/sicherheit-qualitaet.