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Von Hardrock bis Hosenlupf: Das ist der Eventsommer 2019

Erfolgreicher Auftakt für den SBB Eventverkehr: Letzten Freitag fand im Zürcher Letzigrund-Stadion das Metallica-Konzert mit 46 000 Fans statt. Ein Blick hinter die Kulissen der SBB zeigt, wie sie Tausende von Reisenden durch den Eventsommer begleitet.

Freitagabend kurz vor 17 Uhr. Feierabendstimmung beim Treffpunkt im Bahnhof Bern. Unzählige Menschen begegnen sich hier, sie warten, telefonieren, sprechen miteinander oder studieren die riesige Anzeigetafel über ihren Köpfen. Auch der Extrazug in Richtung Zürich HB ist mittlerweile dort angezeigt. Was kaum einer der Wartenden weiss: Dieser Zug ist einer der ersten Extrazüge, die in diesem Jahr für den Eventverkehr der SBB unterwegs sein werden. 1900 Extrazüge rollen von Mai bis September auf dem Schweizer Schienennetz – eine stattliche Zahl, die nur bei der Expo.02 vor 17 Jahren übertroffen wurde.

Abfahrtstafel im Bahnhof Bern. Einer der ersten Extrazüge der Saison fährt nach Zürich HB.

Der Extrazug fährt pünktlich von Bern in Richtung Zürich ab. Draussen lassen die Temperaturen im Moment noch anderes vermuten, aber damit ist der Startschuss für den Eventsommer 2019 gefallen: Neben den vier grossen Top-Veranstaltungen (Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest, Eidgenössisches Turnfest, Fête des Vignerons und Züri-Fäscht) finden sechs Stadionkonzerte im Zürcher Letzigrund und im Berner Stade de Suisse statt. Hinzu kommen zahlreiche kleinere Anlässe wie Openairs und Volksfeste. Den Anfang machen heute Abend die Heavy-Metal-Giganten Metallica im Letzigrund-Stadion.

Kundeninformation first!

Im Extrazug vermischen sich die grösstenteils dunkel gekleideten Metallica-Fans mit Pendlern und Freizeitfahrgästen. Der Zug ist gut gefüllt, doch alle Reisenden finden einen Sitzplatz. Die Stimmung ist ruhig und entspannt, da ist auch Kundenbegleiter Martin Riesen zu einem Schwatz bereit. Er erfahre jeweils erst kurz vor seinem Einsatz, warum Extrazüge nötig seien. «Ich bereite mich von Tag zu Tag auf meine Einsätze vor, einen Unterschied macht es für mich nicht, zu welcher Veranstaltung wir die Leute bringen» erzählt er. «Uns geht es immer darum, dass die Kunden einen Ansprechpartner auf dem Zug haben und wir die Durchsagen machen können», ergänzt Riesen. Kundeninformation first, also.

Hinter den Kulissen sieht die Vorbereitungszeit bei der SBB aber ganz anders aus. Das Eventmanagement beginnt mit der Planung bei den grössten Anlässen zwei bis drei Jahre im Voraus. Bei Konzerten in der Grösse von heute Abend braucht die Organisation etwa ein halbes Jahr Vorlaufzeit. «Wir führen eine Eventdatenbank mit jährlich etwa 1200 Events», erklärt Christian Zingg, Projektleiter Eventmanagement. «Damit managen wir von der Eventplanung die interne Koordination und Organisation und behalten so den Überblick.»

Kundenbegleiterin Gabriela Wirth und Kundenbegleiter Martin Riesen im Extrazug nach Zürich HB.
In den Event-Extrazügen wird in diesem Sommer allen Reisenden ein Rucksäckchen mit einem Wasser und einem Wettbewerb verteilt…
…bei dem ein GA gewonnen werden kann. Damit sagt die SBB allen Reisenden danke.

Kundenbegleiterin Gabriela Wirth und Kundenbegleiter Martin Riesen im Extrazug nach Zürich HB.

In den Event-Extrazügen wird in diesem Sommer allen Reisenden ein Rucksäckchen mit einem Wasser und einem Wettbewerb verteilt…

…bei dem ein GA gewonnen werden kann. Damit sagt die SBB allen Reisenden danke.

Kurz vor der Ankunft erklingt Martin Riesens Stimme über die Lautsprecher im Zug: «Nächster Halt Zürich Altstetten. Wir bitten die Besucher des Metallica-Konzerts hier auszusteigen und das Stadion Letzigrund mit dem Bus oder zu Fuss, circa 15 Minuten, zu erreichen. Die SBB wünscht Ihnen viel Vergnügen am Konzert.» Dieser Halt ist aussergewöhnlich, gehört aber zum Konzept der SBB: So wird der Besucherstrom kontrolliert gelenkt und die Konzertbesucher kommen ohne Umsteigen am Zürcher Hauptbahnhof an ihr Ziel.

Nachdem die Metallica-Fans ausgestiegen sind, bringt der Extrazug alle anderen Fahrgäste an den Hauptbahnhof. Hier ist auch vorläufig Endstation für Martin Riesen: Er legt eine Pause ein, bevor es mit dem Extrazug nach dem Konzert wieder zurück nach Bern geht.

Grosse Motivation bei Sondereinsätzen

In den Büroräumen über dem Reisezentrum im Hauptbahnhof hat sich eine besondere Truppe versammelt: 13 Kundenbegleiterinnen und Kundenbegleiter treffen sich hier zum letzten Briefing vor ihrem Einsatz. Sie werden die Menschenmassen nach Konzertende durch den Hauptbahnhof und den Bahnhof in Altstetten lenken.

Die «Verantwortung auf Platz», wie er es nennt, hat Michael Studer, der Einsatzleiter des heutigen Abends. Er arbeitet eng mit Christian Zingg zusammen und ist damit die Schnittstelle zwischen Planung und Umsetzung. Zwei Einsatzleiter und zehn Kundenbegleiter unterstützen ihn heute Abend tatkräftig. Sie alle gehören zu den 2500 Lokführern, Kundenbegleitern und Kundenbetreuern, die während des Eventsommers einen Sondereffort leisten. Die Motivation ist gross und die gute Stimmung beim Briefing im Sitzungszimmer spürbar: Alle freuen sich auf ihren Einsatz.

Die Planung sieht folgendes vor: Die beiden Einsatzleiter werden nach Konzertende mit ihren Teams am Bahnhof Zürich Altstetten und beim Hauptbahnhof für eine reibungslose und sichere Rückreise der Konzertbesucher sorgen. Ihre Aufgaben: Fahrplanauskünfte geben, Besucherstrom lenken und gut in die Züge verteilen und den Überblick über die Situation behalten. «Ihr seid meine Augen draussen auf Platz», gibt Michael Studer seinen Leuten zum Schluss mit auf den Weg. Und er fügt an: «Wir stehen immer in Kontakt, falls es plötzlich etwas Neues gibt. Und behaltet unsere Ticker-App im Blick!»

Michael Studer, Einsatzleiter Personenverkehr beim Briefing.
Michael Studer brieft seine Einsatzleiter und die Kundenbegleiter für den heutigen Einsatz.
Gelbe Westen und Kappen helfen den Kunden, die Kundenbegleiter besser zu erkennen.

Michael Studer, Einsatzleiter Personenverkehr beim Briefing.

Michael Studer brieft seine Einsatzleiter und die Kundenbegleiter für den heutigen Einsatz.

Gelbe Westen und Kappen helfen den Kunden, die Kundenbegleiter besser zu erkennen.

Die Ruhe vor dem Sturm

22:00 Uhr. Alle sind bereit. Mit gut sichtbaren gelben Westen gekleidet begeben sich alle an ihren zugewiesenen Standort. Studer verschafft sich als erstes einen Eindruck der Stimmung im Zürcher HB: «Die Ruhe vor dem Sturm», sagt er schmunzelnd. Tatsächlich ist es im HB ruhig. Auch das kurzfristig angekündigte vorzeitige Konzertende bringt ihn nicht aus der Ruhe. «Wir sind gut organisiert und alle sind an ihrem Platz. Die ersten Trams mit den Konzertbesuchern werden in ein paar Minuten vor dem Hauptbahnhof eintreffen.» Und tatsächlich: Kurz darauf rollt das erste Extratram um die Ecke.

Das Tram rollt bei der Gessnerallee um die Ecke, bevor es direkt vor dem HB zu stehen kommt.
Ein Kundenbetreuer lenkt die Menschenmenge in die richtige Richtung der Fernverkehrs- und S-Bahn-Züge.

Das Tram rollt bei der Gessnerallee um die Ecke, bevor es direkt vor dem HB zu stehen kommt.

Ein Kundenbetreuer lenkt die Menschenmenge in die richtige Richtung der Fernverkehrs- und S-Bahn-Züge.

Hauptsache zufrieden

Jetzt ist auch Kundenbetreuer Kurt Nägeli gefordert. Nägeli ist bereits seit 2008 bei Sondereinsätzen als Kundenbetreuer im Einsatz. Für ihn seien diese Einsätze ein Perspektivenwechsel, er arbeite sonst bei SBB Infrastruktur auf dem Bau. «Ich bin eigentlich der, der im Arbeitsalltag die Kunden mit Streckensperrungen belästigt. In der Funktion als Kundenbetreuer erlebe ich den Kunden einmal von einer anderen Seite und kann so etwas zurückgeben.» Ihm gehe es vor allem darum, dass die Kunden «zfride hei chöme».

Kundenbetreuer Kurt Nägeli ist an diesem Abend ein gefragter Mann…
…und beantwortet freundlich und stets mit einem Lächeln die Fragen der Kunden…
…damit alle «zfride hei chöme».

Kundenbetreuer Kurt Nägeli ist an diesem Abend ein gefragter Mann…

…und beantwortet freundlich und stets mit einem Lächeln die Fragen der Kunden…

…damit alle «zfride hei chöme».

Und diese Zufriedenheit macht sich heute Abend auf allen Seiten bemerkbar. Die Planung funktioniert sehr gut in der Umsetzung. Die 46 000 Konzertbesucher verteilen sich optimal auf die Regel- und Extrazüge und auch Einsatzleiter Studer ist zufrieden: «Die Züge verkehren trotz der zusätzlichen Nachfrage pünktlich und es gibt keine Störungen.»

Der Eventsommer kann kommen

Der Start in den Eventsommer 2019 ist also gelungen. Christian Zingg und sein Team rechnen damit, dass drei Millionen Besucherinnen und Besucher mit dem öV an die zahlreichen Anlässe reisen werden. Für die SBB gibt das ein Spitzenjahr im Eventverkehr. Ohne SBB geht es in diesen Sommer also nicht – jedes Rad wird rollen!