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Von Lokomotiven, Lampen und Zwergen

Zwergsignale mögen klein sein, ihre Bedeutung ist es nicht. Wie Lokführer Georg Polito mit Achtsamkeit sicherstellt, dass er kein geschlossenes Signal überfährt.

Zwergsignale haben, anders als es der Name vermuten lässt, eine grosse Bedeutung bei Rangierfahrten. Die geduckten Leuchten mit den im Dreieck angeordneten weissen Lampen regeln täglich tausende von Fahrten in den Gleisfeldern. «Fahrt», «Fahrt mit Vorsicht» oder «Halt». So heissen die drei möglichen Anzeigen. Aufgrund ihrer Grösse und weil hinter ihnen kein zusätzliches Sicherungssystem steht, verlangen Zwergsignale besondere Achtsamkeit sowohl von Lokpersonal als auch Fahrdienstleitenden. 

Der gebotenen Vorsicht zum Trotz haben die Fälle von missachteten Zwergsignalen in den letzten Jahren zugenommen. Allein 2018 zählte die SBB knapp 150 Fälle, in denen Lokführer an Zwergsignalen vorbeifuhren, die auf «Halt» standen. Georg Polito kennt das Thema aus zwei Betrachtungswinkeln. Einerseits durch seine Fahrtätigkeit als Lokführer für SBB Cargo, anderseits als Ausbildner von Berufskolleginnen und -kollegen.  

Er weiss, wie leicht es geschehen kann, dass der Lokführer ein Zwergsignal übersieht. Hält er etwa mit seiner Maschine direkt vor dem Signal, befindet sich dessen Anzeige im toten Winkel. Schaut der Lokführer in dem Moment irrtümlich auf das nächste vor ihm liegende Signal, zieht er unter Umständen einen falschen Schluss. Etwa dann, wenn das weiter vorne positionierte Signal in einem mehrspurigen Gleisfeld steht und der Lokführer den Befehl «Fahrt» auf sich bezieht, obwohl er dem Nebengleis gilt. Unschwer vorstellbar, dass daraus gefährliche Situationen entstehen können.  

Deshalb rangiert Georg mit «Zwergen», wie sie im Fachjargon heissen, immer mit voller Konzentration. Zur Illustration zieht er einen einleuchtenden Vergleich heran. «Es ist, wie wenn ich bei schwachem Licht eine Lampe einschalte, damit ich besser sehen kann.» Ist die innere Lampe der Aufmerksamkeit angedreht, hat das kleine Zwergsignal die erwünschte grosse Wirkung auf den sicheren Bahnbetrieb. 

«Kleine Ursache – grosse Wirkung»: Im Rahmen der Kampagne für Sicherheit und Qualität werden Geschichten aus dem Arbeitsalltag von SBB Mitarbeitenden gesucht. Wenn du ähnlich wie Georg Polito einen Tipp hast, wie eine kleine Massnahme zu einem sicheren Bahnbetriebe beiträgt, dann teile sie mit. Mehr Informationen und Geschichten findest du auf www.sbb.ch/sicherheit-qualitaet