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Schweizer Ingenieurskunst: Spektakuläre Ausflugsziele in den Alpen

Sieben Ausflugsziele, die mit technischem oder architektonischem Ideenreichtum verblüffen. Darunter Brücken, Restaurants, Luftseilbahnen und sogar Kirchen – das Beste dabei: Alle sind bequem per ÖV und mit ein paar wenigen Schritten erreichbar.

Schweizer Ingenieurskunst: Spektakuläre Ausflugsziele in den Alpen
Schweizer Ingenieurskunst: Spektakuläre Ausflugsziele in den Alpen

Nicht runterschauen! Die Tibetische Hängebrücke «Carasc»

Nichts für schwache Nerven: Die Tibetische Hängebrücke «Carasc» bei Bellinzona schwebt 130 Meter über dem Boden.

270 Meter lang, knapp einen Meter breit, 50 Tonnen schwer und 130 Meter über dem Boden schwebend. Die Ingenieure der Hängebrücke «Carasc» bei Bellinzona wissen, wie man Herzen zum Rasen und den Nachwuchs zum Ausflippen bringt. Doch keine Angst, die Brücke ist sicher und verbindet Gutes. Zum Beispiel die vermutlich 900 Jahre alte Kirche San Bernardo oder die bis im 18. Jahrhundert bewohnte Siedlung Curzútt. Als hätte Bellinzona mit seinen Mittelalter-Burgen nicht bereits genug zu bieten. Kleiner Tipp: Jeweils am Samstagmorgen findet im Herzen der Stadt der traditionelle Markt statt.

 

Historische Zugromantik à la 1920er: Die Bahnstrecke Davos–Filisur

Historisch und malerisch schön: Das Wiesener Viadukt auf der Strecke Davos-Filisur.

Weniger Herzrasen, dafür umso mehr Romantik bietet die Zugfahrt von Davos nach Filisur und andersrum. In Wagen aus den 20er-Jahren fährt die Rhätische Bahn zweimal täglich (einmal vormittags, einmal nachmittags) der malerischen Landwasser entlang – und das ohne Aufpreis. Das sind vierzig Minuten durch allerschönste Bündner Landschaft und die Zugführung weiss natürlich, wann sie verlangsamen muss. Dann nämlich, wenn die Zügenschlucht oder das Werk der Schweizer Ingenieurskunst schlechthin naht: das Wiesener Viadukt. Knapp 89 Meter hoch, 210 Meter lang, fertig gebaut im Jahr 1909 und selbstverständlich von Ernst Ludwig Kirchner festgehalten («Die Brücke bei Wiesen», 1926).

 

Senkrecht in den Himmel: VerticAlp Emosson

Senkrecht den Ausblick aufs Mont-Blanc-Massiv geniessen mit der Zweikabinen-Standseilbahn in Emosson.

Nein, «Emosson» ist keine sprachliche Adaption von «émotion». Doch bei dieser Zweikabinen-Standseilbahn (eine der steilsten der Welt) können die Emotionen schon mal hochkochen. Bis zu 87% oder 41° beträgt die Steigung – zurücklehnen und geniessen gehört hier quasi zum Pflichtprogramm. Schwerfallen dürfte es einem nicht, rund herum entzückt nämlich das Mont-Blanc-Massiv. Und sollte dieser Ausblick nicht genügen, wartet weiter oben auf 1965 Metern Höhe mit dem Lac d’Emosson ja noch das zweitgrösste Stauwerk der Schweiz.

 

360-Grad-Alpenshow: Das Kuklos Restaurant in Leysin

Gemütlich Speisen im Kuklos Restaurant in Leysin. Der Antrieb für das Drehrestaurant stammt aus erneuerbarer Energie.

Der Name des Kuklos Restaurants (griechisch «Kyklos» für Kreis oder Ring) ist Programm. Während eineinhalb Stunden dreht sich das auf 2048 Meter gelegene Restaurant einmal um die eigene Achse. Das reicht genau für eine gepflegte Mahlzeit. Das eigentliche Highlight ist aber das Panorama: Mont Blanc, Eiger, Dents-du-Midi oder Les Tours-d’Aï, um nur ein paar wenige zu nennen, ziehen bei der Alpenshow gemächlich vorbei. Das Kuklos ist übrigens grün. Der Antrieb für die Drehung wird aus Solarplatten und einer Windkraftanlage gewonnen.

 

Oben ohne: Cabrio fahren auf dem Stanserhorn

Oben ohne mit perfekter Sicht: Die CabriO-Bahn am Stanserhorn.

Auch das Stanserhorn verfügt mit dem Ronorama über ein Drehrestaurant. Zuvor lockt aber noch ein anderes Vergnügen: die CabriO-Bahn. Eine zweistöckige Luftseilbahn mit offenem Oberdeck und Wendeltreppe. Eine Weltneuheit, die 2012 eröffnet wurde und für reichlich Schlagzeilen sorgte. Auf dem Stanserhorn angekommen, fängt das Abenteuer aber erst an: Bei guter Sicht lassen sich zehn Schweizer Seen und 100 Kilometer Alpenkette bewundern.

 

Himmlisch: Mario Bottas Kirchen-Interpretation

Die etwas andere Kirche: Mario Bottas Kunstwerk auf dem Tessiner Monte Tamaro.

Legt der Tessiner Architekt Mario Botta Hand an, erhalten selbst Kirchen eine völlig neue, ungewohnte Ausstrahlung. «Santa Maria degli Angeli» heisst das zwischen 1992 und 1996 aus Porphyr erbaute Gotteshaus auf dem Monte Tamaro, das durch einen 65 Meter langen und begehbaren Viadukt sofort ins Auge sticht. Eine Kirche, die gleichzeitig einen Aussichtspunkt auf die voralpine Landschaft, mehrere Seen und verschneite Alpengipfel bietet? Muss man gesehen haben.

 

Schweizer Geschichte zum Anfassen: Das Freilichtmuseum Ballenberg

Der Technik von anno dazumal auf der Spur im Freilichtmuseum Ballenberg.

Auf was beruht unser technisches Wissen? Wie wurde früher gebaut, gekocht und Energie gewonnen? Das Freilichtmuseum Ballenberg im Berner Oberland geht diesen Fragen auf den Grund, indem es auf einem 66 Hektar grossen Gelände über 100 historische Wohn- und Wirtschaftsbauten «ausstellt». Die Häuser stammen aus allen Landesteilen der Schweiz und gehen teilweise bis ins 14. Jahrhundert zurück. Darin wird fleissig wie anno dazumal gewoben, geschmiedet, gekocht, gebacken und getöpfert. Dieses Jahr lautet das Motto «Mitmachen», packen Sie mit an!