Eine zündende Idee für die nächtliche Zugreinigung

Züge in der Nacht zu reinigen ist anspruchsvoll. Und kann unter Umständen Risiken beinhalten. Wie eine kleine, ansteckbare Lampe die Arbeit der Reinigungsequipen in Bern leichter und sicherer gemacht hat.

Regina Ramos mit der Klipplampe
Regina Ramos mit der Klipplampe

Es ist mitten in der Nacht. Die Stadt schläft, das Leben atmet entspannt ein und aus. Auf dem Gleisfeld, einige hundert Meter westlich des Bahnhofs Bern, dösen die Züge vor sich hin. In ihrem Inneren jedoch herrscht geschäftiges Treiben, als wäre nicht nach Mitternacht, sondern mitten im morgendlichen Stossverkehr. Regina Ramos und ihr vierköpfiges Team sind daran, die Züge herzurichten, damit sie in wenigen Stunden in neuer Frische Tausende von Pendlerinnen und Pendler zur Arbeit bringen können.

Baustellen als Stolperfallen

Die Schichtleiterin der Zugreinigung arbeitet seit dreieinhalb Jahren für die SBB, oft während der Nacht. Regina ist es gewohnt, sich bei spärlichem Licht über das Gleisfeld zu bewegen. «Ich finde mich in der Regel auch im Dunkeln gut zurecht.» Seit jedoch der Bahnhof Bern für die Zukunft frisch gemacht wird und es verschiedenenorts Baustellen hat, ist es für sie und ihre Kolleginnen und Kollegen der Reinigung schwieriger geworden. Gelagertes Baumaterial und neue Kabelkanäle stellen Stolperfallen dar.

Nachdem sie auf das Risiko hingewiesen hatten, erhielten die Mitarbeitenden zu Versuchszwecken eine Taschenlampe ausgehändigt. Für den Gang durch das Gleisfeld mochte sie nützlich sein, im Fall eines Sturzes jedoch wäre ihnen nur eine Hand freigeblieben, um sich aufzufangen. Es folgte ein Test mit einer Stirnlampe, der daran scheiterte, dass sie unbequem war und ins Gesicht rutschte, wenn die Mitarbeitenden bei der Arbeit schwitzten.

Klein, leicht, handlich

Dann brachte Regina die Idee einer Lampe ein, die sich an der Kleidung festklemmen lässt. Es war ein zündender Einfall, wie sich bald herausstellte. Die etwas über fingerlange Lampe ist leicht, handlich und lässt sich mit einer kurzen Ziehbewegung einfach ein- und ausschalten. «Die beiden LED-Lichter leuchten den Boden unmittelbar vor mir schön aus», berichtet Regina erfreut.

Nicht nur sie ist mehr als zufrieden. Alle Mitarbeitenden würden von dem kleinen Ding schwärmen, erzählt ihr interimistischer Chef Attila Ayyildiz. Eingesteckt wie ein Kugelschreiber in die Brusttasche der Arbeitsjacke, sei die Lampe so etwas wie das Erkennungszeichen der Reinigungsteams in Bern geworden. Eine kleine Massnahme mit grosser Wirkung auf die Sicherheit und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden, die täglich dafür sorgen, dass die Züge regeneriert wieder in Verkehr gehen können.

«Kleine Ursache – grosse Wirkung»: Im Rahmen der Kampagne für Sicherheit und Qualität werden Geschichten aus dem Arbeitsalltag von SBB Mitarbeitenden gesucht. Wenn du ähnlich wie Regina Ramos eine Idee hast, wie sich auf einfache Weise die Arbeitssicherheit der Mitarbeitenden erhöhen lässt, dann teile sie mit. Mehr Informationen und Geschichten findest du auf www.sbb.ch/sicherheit-qualitaet.