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«Wir können jeden Tag etwas lernen»

Die Digitalisierung krempelt unsere Arbeit um. Lernen wird ebenso wichtig wie Arbeiten. Das Beispiel von Anita Zimmerli zeigt, wie lebenslanges Lernen aussehen kann.

Bis 2035 werden rund 40 Prozent der heutigen SBB Mitarbeitenden pensioniert. Das sind deutlich mehr als die allenfalls rückläufige Zahl von Mitarbeitenden, die für den Betrieb der Eisenbahn nötig sind. Dies zeigt eine Studie zur SBB Arbeitswelt der Zukunft. Der Bedarf, sich neue Fähigkeiten anzueignen, wird uns künftig während der beruflichen Laufbahn begleiten. Lebenslanges Lernen heisst die Losung.  

Anita Zimmerli hat sie bereits beherzigt. In weniger als 20 Jahren hat die junge Frau drei Ausbildungen abgeschlossen, vier unterschiedliche Berufe ausgeübt und bei der SBB in der Modernisierung des Rollmaterials die Leitung von Projekten mit bis zu acht Mitarbeitenden übernommen. Eine Aufzählung, von der einem fast schwindlig wird. Vor allem, wenn man sich gewohnt war, dass eine Ausbildung das Fundament bildet, auf welches getrost die gesamte Arbeitskarriere abgestützt werden kann.  

Anita lacht herzhaft über die Bemerkung. «Wir Menschen können jeden Tag etwas lernen, ob beim Kochen, im Sport, an der Gitarre oder im Job.» Sie ist es gewohnt, Neues einzustudieren und sich zu verändern. Und sie weiss, dass der berufliche Weg nicht immer geradeaus führt.  

Als der Lehrbetrieb dichtmachte 

Bereits während der Ausbildung zur Papiertechnologin nahm Anitas Weg eine unerwartete Wendung. Sie war im zweiten Lehrjahr, als ihr Betrieb dichtmachte. Was nach Unsicherheit aussah, stellte sich bald als Horizonterweiterung heraus. In dem Unternehmen, das Anita Zimmerli übernahm, lernte sie mehrere Produktionsverfahren kennen und nicht bloss eines wie in der alten Firma.  

Die wirtschaftlichen Verwerfungen in der grafischen Industrie liessen Anita kurz nach der Lehre eine nächste Abzweigung nehmen. Sie absolvierte eine Weiterbildung zur Betriebstechnikerin. Mit dem grösseren Rucksack wechselte sie in die Automobilindustrie, wo sie bei Zulieferfirmen in der Arbeitsvorbereitung tätig war. 

2011 kam sie zur SBB, als Produktionsplanerin in der Division Personenverkehr. Ihr Herz jedoch schlug für die Arbeitsvorbereitung. Der damalige Chef gab Anita Zimmerli die Chance, als erste Frau in die Planung des Unterhalts von Rollmaterial einzusteigen. Drei Jahre später erhielt ihr Vorgesetzter durch eine Reorganisation eine neue Aufgabe. Anita schlug ihm keck vor, sie könnte doch sein Projekt übernehmen. Es ging um die Modernisierung der altgedienten, dunkelgrünen Personenwagen mit der eigentümlichen Abkürzung Bpm51.  

Lernen, um gemeinsam etwas zu erreichen 

Das nötige Rüstzeug für die Tätigkeit einer Projektleiterin holte sich Anita Zimmerli mit Ausbildungen zum Bachelor und zum Executive Master in Business Administration, die sie berufsbegleitend absolvierte. Trotz ihrem Eifer, Neues zu lernen, die Belastungen, die damit verbunden waren, sind nicht zu unterschätzen, wie sich Anita erinnert. Sie reduzierte während des Studiums ihr Pensum und mass dem Ausgleich zwischen Lernen, Arbeiten und Freizeit grosses Gewicht bei. Etwas, das sie auch heute noch tut. «Ich gönne mir Erlebnisse in der Natur und lade meine Batterien mit Sport und Meditationen.»  

Lebenslanges Lernen heisst für Anita Zimmerli, dass sie sich bereits Gedanken über eine nächste Weiterbildung macht. Sie kann sich vorstellen, ihr Wissen im Coaching zu vertiefen. «Ich habe eine grosse Leidenschaft dafür, Menschen zu motivieren und gemeinsam mit ihnen etwas zu erreichen.» Anita erzählt davon, wie erbauend das Gefühl sei, wenn sie und ihre Kollegen aus dem Projekt ein überarbeitetes Fahrzeug wieder auf die Strecke schicken. «Es ist immer schön zu sehen, dass wir unserer Kundschaft einen Wagen bieten können, der in neuem Glanz erstrahlt.»