Navigation

Servicelinks

Top part of the Navigation

Kondukteur, Reiseverkäufer und nun Mister Fanzug

Toni Lüscher ist seit 40 Jahren bei der SBB. Mittlerweile übt er den fünften Beruf aus. Lebenslanges Lernen, das zeigt sein Werdegang, kann immer wieder neue Perspektiven eröffnen.

Toni Lüscher hat bei der SBB fünf verschiedene Berufe ausgeübt
Toni Lüscher hat bei der SBB fünf verschiedene Berufe ausgeübt

«Ich habe ein grosses Bähnlerherz.» Toni Lüscher steht an seinem hochgefahrenen Pult im 4. Stock des Gebäudes direkt bei der Verzweigung des Zürcher Gleisfelds. Dort ist die Angebotssteuerung des Personenverkehrs untergebracht. Wenn Toni Lüscher aus dem Fenster auf das Schienengewirr blickt, sieht es aus, als betrachte er einen Spiegel, der seine beruflichen Stationen bei der SBB reflektiert.

In bald 40 Dienstjahren hat er viermal den Beruf gewechselt, drei Ausbildungen und mehr als doppelt so viele Weiterbildungen abgeschlossen. Lebenslanges Lernen, das im Zeitalter des permanenten Wandels in der Arbeitswelt Hochkonjunktur hat, ist für Toni Lüscher längst zur Gewohnheit geworden. Eine Gewohnheit, die ihm so manche Chance ermöglicht hat.

Vom Barrierenwärter zum Zugchef

Eigentlich hatte Toni Lüscher nach der Schule eine Lehre als Kondukteur machen wollen, doch es haperte mit der französischen Sprache. Die SBB engagierte ihn trotzdem. Er konnte sich in Aarau zum Betriebsangestellten ausbilden lassen. Der junge Mann arbeitete im Rangier und Güterumschlag, im Stationsdienst, er war Barrierenwärter und lernte mit einem Schienentraktor zu fahren. Obwohl die Aufgaben vielfältig und abwechslungsreich waren, träumte Toni noch immer von der Arbeit als Kondukteur.

Nachdem er seine Französischkenntnisse aufpoliert hatte, klappte es mit der Karriere als Kondukteur. Während zehn Jahren führte er im Regional- und Fernverkehr Billettkontrollen durch und betreute die Reisenden. Dann konnte er als Zugchef Verantwortung für die Fahrdienste übernehmen und als Fachlehrer mithelfen, das angehende Zugpersonal auszubilden.

An den Schalter – und wieder weg

Nach fünfzehn Jahren auf den Schienen wollte Toni Lüscher die Zugreisenden von einer anderen Seite kennen lernen. Er absolvierte eine Ausbildung im Verkauf und wurde Betriebssekretär im Bahnhof Aarau. Er beriet die Bahnkunden am Billettschalter und war zuständig für den Wechsel und die Überweisung von Geld mit Western Union. Wiederum eine vielschichtige Tätigkeit und verantwortungsvolle Funktion. Aber er wusste schon bald: «Ich wollte mich nicht im Verkauf pensionieren lassen.»

Die Chance zu einem Wechsel kam nach drei Jahren. Um bei ausserordentlichen Situationen und Betriebsstörungen den Reisenden im Bahnhof besser beistehen zu können, machte Toni Lüscher ein Stage beim Ereignismanagement. Die «Schnupperlehre» war auf ein halbes Jahr ausgelegt, aber Toni fand derart Gefallen an der Aufgabe, dass er nicht mehr an den Schalter zurückkehrte.

YB und FC Basel als Hauptkunden

Der Entscheid der Bereichsleitung, im Ereignismanagement den Schichtbetrieb wieder einzuführen, liess Toni Lüscher etwas mehr als drei Jahre später nach einer nächsten Veränderung Ausschau halten. Diese bot sich bei der Angebotssteuerung des Personenverkehrs in Zürich. Seit acht Jahren sind die Planung und Organisation von Charterfahrten, Spezialanlässen, Lok- und Zugtaufen sowie Fahrten mit historischem Rollmaterial – kurzum alles, was nicht im Fahrplan vorkommt – sein Metier.

Toni Lüschers Haupttätigkeit gilt den Sonderzügen mit Fussballfans. Für drei bis fünf Spiele der obersten Liga organisiert er pro Runde die Hin- und Rückreise. Seine besten Kunden sind die Fangruppen von YB, FC Basel, FC St. Gallen, FC Luzern und FC Zürich. Was nach eingespielter Routine tönt, empfindet Toni als abwechslungsreich wie kaum einer seiner früheren Jobs. Die Koordination mit den Bestellern, die Vernetzung von Produktion, Bahnbetrieb und Personal verlangen ein gerüttelt Mass an Verhandlungsgeschick, Kreativität und Improvisation. Toni Lüscher führt diese Aufgabe gemeinsam mit dem Bereich Fanfahrten aus.

Toni Lüscher bezeichnet sich als jemanden, der Veränderung und Weiterentwicklung liebt. Juckt es ihn also nicht, ein nächstes Arbeitsfeld innerhalb der SBB ins Visier zu nehmen? «Ich habe zwar noch knapp zehn Berufsjahre vor mir. Aber meine Arbeit gefällt mir so gut, dass es mich im Moment nicht wegzieht», erklärt der Mister Fanzug in der Produktion und schaut wieder hinaus auf das im Sonnenlicht aufleuchtende Gleisfeld.

Die SBB bietet über 150 verschiedene Berufe an. Du hast viel in dich investiert. Mach was Grosses. Bewege die Schweiz mit uns: www.sbb.ch/jobs.