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Wie ein paar Minuten die Arbeit sicherer machen

Wartungsarbeiten bei laufendem Bahnbetrieb sind keine simple Aufgabe. Ein kurzes Briefing und Debriefing machen sie einfacher und erst noch sicherer. Wie das geht, zeigt ein Beispiel aus dem Unterhalt der SBB in der Region Zürich.

Rangierbahnhof Limmattal an einem klaren Donnerstagmorgen. Das Thermometer zeigt vier Grad unter null. Vor einem cremefarbenen Blechcontainer steht eine Handvoll Gleisarbeiter in ihren orangen Berufskleidern beieinander, die Hände zum Schutz vor der Kälte mehrheitlich in den Jackentaschen. Gruppenchef Adrian Rohner stimmt seine Leute auf den anstehenden Arbeitsgang ein. Der Auftrag lautet, im Heitersbergtunnel die Kupplung einer Weiche auszuwechseln, die in der Nacht zuvor eine Störung verursacht hat. Die Weiche befindet sich rund 800 Meter vom Portal des Tunnels in Killwangen entfernt.

«Vergiss die rote Lampe nicht»

Zuerst richtet sich Adrian an Bljerim, der erst seit ein paar Wochen im Team ist. «Bist du schon einmal in einem Tunnel gewesen?» Der Mann mit dem braunen Bart gibt ein kurzes «Ja» zur Antwort. Gut, dann braucht Adrian die Besonderheiten von Arbeiten in Tunnels nicht speziell zu erwähnen.

Er zückt das Sicherheitsdispositiv, das er von seinem Chef erhalten hat. Auf dem Papier sind der Auftrag und was es bei dessen Ausführung zu beachten gilt, festgehalten. «Es hat zwei Gleise, davon wird in den Zugpausen eines für uns gesperrt. Denkt daran, die Züge fahren mit 140 Sachen durch den Tunnel. Der Fluchtraum befindet sich wie gewohnt in den Nischen.» Die Gruppe quittiert das Gesagte mit Kopfnicken.

Als nächstes teilt der Gruppenchef die Sicherheitsfunktionen zu: «Ich bin Sicherheitschef und Bljerim übernimmt den Sicherheitswärter. Vergiss nicht, die rote Lampe mitzunehmen.» Bljerim nickt erneut und Adrian fährt fort. «Die Sperrung des Gleises mache ich selber. Walti, du telefonierst mit dem Techniker für Innenanlagen, um den Weichenantrieb vom Strom zu nehmen. Zum Auswechseln der Kupplung gibt’s nichts Besonderes zu sagen. Ihr kennt das Vorgehen.»

Dann fragt Adrian Rohner nach dem Material. «Ist alles verladen», bestätigt René. Er hat zusammen mit Lirim das Auto vorbereitet, das die Gruppe für die Fahrt zum Tunnelportal benutzen wird. Adrian nickt anerkennend. Zum Schluss will er von seinen Leuten wissen, ob sie noch Fragen haben. Es bleibt still. «Also, dann los!»

Kurz und prägnant

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Arbeit. Ein Briefing wie im geschilderten Fall dauert nur wenige Minuten. Doch es ermöglicht allen Beteiligten, den Auftrag zu erläutern, Sicherheitsaspekte zu betonen und Logistikfragen zu klären. Und das Debriefing bietet die Chance, aus den Erfahrungen gemeinsam die Lehren zu ziehen für weitere Aufgaben.

Für Ralph Hofer, Leiter Sicherungsanlagen und Rangiertechnik der Region Limmattal und Furttal, bewähren sich Briefings und Debriefings seit Jahren. «Sie erlauben uns, auf besondere Situationen – etwa Gefahren bei Arbeiten in Tunnels – hinzuweisen.» Aus Erfahrung unterstreicht er allerdings einen Punkt: «Briefings und Debriefings müssen kurz und prägnant sein, sonst verlieren sie viel von ihrer Wirkung.»

Zweite Kupplung auch ersetzt

Zweidreiviertel Stunden nach dem Briefing ist Adrian Rohners Gruppe zurück aus dem Tunnel. «Die Arbeiten sind reibungslos verlaufen», hält er in einem kurzen Debriefing zufrieden fest. «Wir sind gut vorbereitet gewesen und jeder hat gewusst, was seine Aufgabe war.» Mehr gibt es nicht zu sagen. Ausser, dass das eingespielte Team die Gelegenheit beim Schopf gepackt hat, auch die Kupplung einer zweiten Weiche im Heitersbergtunnel, die nicht mehr einwandfrei funktionierte, auszuwechseln. Ein Beweis mehr für die grosse Wirkung, die eine kleine Ursache wie ein gutes Briefing haben kann.

«Kleine Ursache – grosse Wirkung»: Im Rahmen der Kampagne für Sicherheit und Qualität werden Geschichten aus dem Arbeitsalltag von SBB Mitarbeitenden veröffentlicht. Weitere Informationen zur Kampagne finden sich unter www.sbb.ch/sicherheit-qualitaet.