Navigation

Servicelinks

Top part of the Navigation

Fahrgäste? Fehlanzeige

Die Kundenbegleiterinnen und Kundenbegleiter der SBB sind tagtäglich für die Fahrgäste da. Doch wie ist es eigentlich, wenn kaum noch jemand in den Zügen unterwegs ist? Kundenbegleiter Joël Müller berichtet, wie er diese spezielle Zeit bei seiner Arbeit erlebt.

SBB Mitarbeitende berichten
SBB Mitarbeitende berichten

Die meisten Geschäfte am Bahnhof sind geschlossen, auf dem Perron warten nur wenige Reisende. In den Zügen herrscht gähnende Leere. Über Radio und Fernsehen wird sogar davor gewarnt, den öffentlichen Verkehr zu nutzen. Irgendwie eine surreale Situation. Eine Situation, die kaum jemand für möglich gehalten hätte. 

Dieser iframe enthält Inhalte von Drittanbietern, die möglicherweise nicht zugänglich sind.

«Social Distancing» ist das neue Zauberwort 

Meine Arbeit lebt vom Kundenkontakt. Von unzähligen spannenden und aufregenden Begegnungen mit den Reisenden. Als Gastgeber stehe ich meinen Kundinnen und Kunden sonst mit Rat und Tat zur Seite. «Kundenservice» hiess mal das Zauberwort. Heute lautet es «Social Distancing», soziale Distanz.

Meine Arbeitstage plätschern aktuell so dahin. Wir Kundenbegleiterinnen und Kundenbegleiter verhalten uns auf den Zügen möglichst passiv und verzichten grösstenteils auf die Billettkontrolle. Wir halten Abstand zu den Fahrgästen und im Pausenraum unterhalten wir uns mit der nötigen Distanz. Wo sonst Hektik und Stress herrscht, treffe ich heute auf eine entschleunigte Gesellschaft. 

Dieser iframe enthält Inhalte von Drittanbietern, die möglicherweise nicht zugänglich sind.

Zugegeben: Mir fehlt der sonst so pulsierende Alltag. Ich sehne mich nach den Kontakten in den Zügen. Und ja: Manchmal fehlen mir die vollgestopften Züge. Die ausserordentliche Lage in unserem Land verlangt von uns allen viel ab. Wir passen unseren Alltag den aktuellen Gegebenheiten an. Auch der öffentliche Verkehr bleibt davon nicht verschont. Der reduzierte Fahrplan fordert von mir und meinen Kolleginnen und Kollegen einiges an Flexibilität. Von einem Tag auf den anderen wurden unsere Dienstpläne über den Haufen geworfen. Unsere Personaleinsatzplaner erarbeiten unter Hochdruck die neuen Dienstpläne. Eine Mammutaufgabe. Dank guter Zusammenarbeit und gegenseitiger Rücksichtnahme halten wir die Bahn am Laufen - damit die Schweiz nicht ganz zum Stillstand kommt.

«Ich habe noch immer den besten Job der Welt.»
Joël Müller, Kundenbegleiter SBB

Eines möchte ich aber betonen: Noch immer habe ich den besten Job der Welt. Als ich vor wenigen Tagen im leeren Zug sass, mir die Sonne ins Gesicht schien und ich die Augen schloss, musste ich mir eingestehen: Ich geniesse trotz vieler Einschränkungen im öffentlichen Raum eine grosse Freiheit. Dank meinem Beruf reise ich auch heute noch quer durch die Schweiz. Ich bin nicht komplett vom sozialen Leben abgeschnitten und komme noch immer zu genügend Bewegung. Notstand fühlt sich irgendwie anders an. 

Während bei uns Hektik und Stress pausieren, gehen diese andernorts so richtig los. Was in Spitälern und anderen Gesundheitseinrichtungen aktuell geleistet wird, verdient allergrössten Respekt. Danke! Merci! Grazie! 


Joël Müller, Kundenbegleiter SBB, erzählt auf SBB News von seinen Zug-Erlebnissen.

  

Joël über sich 

Geboren 1997, arbeite ich heute als Kundenbegleiter bei der SBB. Tagtäglich fahre ich quer durch die Schweiz und erlebe so manche spannende Geschichte. Wir «Kondukteure» könnten ganze Bücher über unseren Arbeitsalltag füllen. Dies hat mich auch dazu bewogen, in meinem Blog «EinfachRetour» von meinem Leben im Zug zu berichten. «EinfachRetour» gibt’s unter einfachretour.com und auf Twitter mit @einfachretour

SBB Mitarbeitende berichten

Unter «SBB Mitarbeitende berichten» erscheinen auf SBB News in losen Abständen Beiträge von Mitarbeitenden. Diese kommen aus verschiedenen Divisionen und Konzernbereichen. In der Themenwahl sind sie frei. Möchtest auch du über deine Arbeit bei der SBB berichten? Dann melde dich bei sarah.stiefel@sbb.ch.