Was die Farbe eines Werkzeugs mit Sicherheit zu tun hat

Wer die Sicherheit im Arbeitsalltag verbessern will, muss nicht immer umfangreiche Massnahmen treffen. Im SBB Werk in Olten reichte es, die Radstopper für die Revision von Drehgestellen umzulackieren.

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André Aeschbacher steht in der neuen Unterhaltsanlage für Trieb- und Gliederzüge in Olten, auf dem mittleren von drei Gleisen. Die Unterflurhebeanlage ist 180 Meter lang, 600 Tonnen schwer und enthält 16 unterirdische Hebestände für die Fahrzeuge. Eine imposante Einrichtung. Auch zwei Jahre nach Inbetriebnahme ist dem Projektleiter der Stolz darauf anzumerken. Vor einigen Monaten hat er in der Anlage ein Vorhaben umgesetzt, das um ein Vielfaches kleiner war. Eines, dessen Wirkung auf die Sicherheit aber umso grösser ist.

Radstopper vergessen

André Aeschbacher erinnert sich, dass ein Kollege aus der Produktion mit einem beschädigten Radstopper zu ihm gekommen war. Die Metallkeile in der Grösse einer Gartenschere dienen dazu, Räder beidseitig zu blockieren und zu verhindern, dass Fahrzeuge oder Drehgestelle davonrollen können. Der Kollege erklärte, dass der Radstopper nach Abschluss der Arbeiten vergessen gegangen und überfahren worden sei, als der Zug die Anlage verliess. André Aeschbacher war perplex. «Ich fragte mich, wie ein Radstopper vor der Wegfahrt auf dem Gleis vergessen werden kann.»

Ein Augenschein liess ihn blitzartig erkennen, dass die Kollegen das Werkzeug nicht einfach vergessen, sondern es offensichtlich übersehen hatten. Denn sowohl der Radstopper als auch die Fläche der Hebeanlage hatten eine gelbe Farbe. «Nicht optimal», ging es André Aeschbacher durch den Kopf. Doch damit nicht genug. Er erkannte in der unifarbigen Lackierung der Radstopper einen weiteren Mangel. Sie verunmöglichte zweifelsfrei festzustellen, auf welcher Seite die nicht symmetrischen Stopper auf der Schiene angebracht werden mussten, um das Rad richtig festzuklemmen.

Die Lösung: eine andere Farbe

Die Lösung für das zweifache Problem war ebenso einfach wie schnell gefunden: eine andere Farbe für die Radstopper. Da der Hersteller sowieso eine Anpassung an dem Keil vornehmen musste, regte André Aeschbacher an, die Grundlackierung von Gelb auf Orange zu ändern. Ergänzend hat der Instandhalter Paul Würzer aus dem Werk Olten einige mechanische Modifikationen vorgenommen und die Aussenseite grün eingefärbt.

Zufrieden hält André Aeschbacher einen der neuen Radstopper in der Hand. «Gut, dass wir diese Verbesserung umgesetzt haben.» Denn der Vorfall im letzten Jahr hätte allzu leicht Schäden am Rollmaterial und der Hebeanlage verursachen oder jemanden verletzen können. Die kleine Anpassung der Radstopper, sie hat gleichzeitig die Arbeitsabläufe vereinfacht und die Sicherheit verbessert.

«Kleine Ursache – grosse Wirkung»: So heisst die Kampagne der SBB für Sicherheit und Qualität mit Geschichten aus dem Arbeitsalltag von Mitarbeitenden. Mehr Informationen finden sich auf www.sbb.ch/sicherheit-qualitaet.