Handwerkskunst aus der Innerschweiz: Zu Besuch in der Glasi Hergiswil

Seit mehr als 200 Jahren verwandeln geschickte Handwerker am Ufer des Vierwaldstättersees unscheinbaren Quarzsand in kristallklares Glas. Doch wie funktioniert das eigentlich? Ein Besuch in der Glasi Hergiswil schafft den vollen Durchblick.

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Die Glasi Hergiswil: Kaum ein Haushalt in der Schweiz, in dem nicht ein Stück Handwerkskunst aus der Innerschweiz steht. Und doch wissen nur wenige, wie genau die Vasen, Schalen und Gläser entstehen. Zeit, sich den traditionsreichen Nidwaldner Handwerksbetrieb genauer anzusehen. Die Anreise mit der S-Bahn dauert von Luzern aus nur 12 Minuten.

Der Vierwaldstättersee kräuselt sich bei der Ankunft im Wind. Die feinen Wellen glitzern im Sonnenlicht. Schon von Weitem weist der 20 Meter hohe Glasturm vor der Hergiswiler Glashütte den Besuchern den Weg. Er wurde anlässlich des 200-Jahr-Jubiläums im Jahr 2017 erbaut und glänzt ebenfalls hell im Sonnenlicht.

Traditionshandwerk seit 1817

Das Museum «vom Feuer geformt» inszeniert die Geschichte des Glases und der Glasi Hergiswil. Diese reicht zurück ins Jahr 1817, als die Gebrüder Siegwart am Vierwaldstättersee den idealen Produktionsstandort fanden. Mitte der 70er-Jahre musste die Glashütte aufgrund wirtschaftlicher Probleme fast schliessen. Doch die Glasi-Mitarbeitenden, die Gemeinde Hergiswil und allen voran der Designer und künstlerische Gestalter Roberto Niederer retteten den Betrieb. Niederer belebte die handwerkliche Tradition neu und prägte das bis heute gültige Design.

Während Glasprodukte vielerorts maschinell hergestellt werden, setzt die Glasi Hergiswil von jeher auf Handarbeit. Glasbläser aus Italien und Portugal blasen die zerbrechlichen Kelche von Mund und fertigen vom Kerzenständer bis zur Butterdose die fragilen Stücke in Handarbeit. Produktionsleiter Eduar Arabiano unterstreicht: «Es braucht viel Erfahrung, Können und Geschicklichkeit.» Besucher geniessen auf ihrem Rundgang beste Sicht auf die schweisstreibende Arbeit mit dem bis zu 1500° Celsius heissen, flüssigen Glas. Von der Glasmacher-Plattform aus können sie zuschauen, wie mit handwerklichem Geschick die glühende Masse geformt, geblasen, gegossen und gebügelt wird.

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Glas mit allen Sinnen erleben

Auch ausserhalb der eigentlichen Produktionsstätte ist die Glasi ein Erlebnis für die ganze Familie. Da ist zum Beispiel das Glaslabyrinth: Ausgerüstet mit Filzpantoffeln und weissen Handschuhen betreten die Besucher den gläsernen Irrgarten und tappen erstmals im Dunkeln. Doch sobald sich das Auge an die Lichtverhältnisse gewöhnt hat, erschliesst sich den Sinnen eine magische Welt. In allen Farben brechen sich die Lichtspiele des Künstlers Heinz Gadient im Licht. Die betörende Klangcollage von Martin Baumgartner begleitet die Besucher bis zum Ausgang des Glaslabyrinths.

Im Glasi-Park am Seeufer spielen die Kleinsten im grossen Sandkasten mit Quarzsand – dem wichtigsten Rohstoff zur Glasherstellung. Eine sieben Meter hohe Glaskugelbahn mit Rutschbahn begeistert grosse und kleine Murmelspieler. Am See nehmen die Besucher die Steuerung der Wasserspiele selbst in die Hand und formen durchsichtige Gebilde, die in der Sonne glitzern wie Glas.

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Anreise nach Hergiswil

Von Luzern aus mit der S4, der S5 oder mit dem Kursschiff nach Hergiswil. Tipp: Kaufen Sie Ihre Billette früh und reisen Sie in der Nebenverkehrszeit. So profitieren Sie eventuell von Sparbilletten mit bis zu 70 Prozent Rabatt auf die ÖV-Reise.

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  • Warum nicht den Heimweg mit dem Kursschiff antreten? Die Anlegestelle in Hergiswil befindet sich in Gehdistanz zur Glasi.
  • Strandbad Hergiswil: Die Badi lockt mit Seeanstoss sowie grossen Schwimmbecken und ist für Familien wie Schwimmer gleichermassen interessant.
  • Wunderschöne Aussicht und Schweizer Köstlichkeiten: Die Bergwirtschaft zur Alpgschwänd oberhalb von Hergiswil ist bequem mit der Panoramagondel erreichbar.

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