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Saint-Léonard – der grösste unterirdische See Europas

Von Genfersee bis Bodensee, von Neuenburgersee bis Vierwaldstättersee – die grossen Seen der Schweiz sind beliebte Touristenmagneten. Aber wer weiss schon, dass sich in einer Grotte im Mittelwallis Europas grösster natürlicher unterirdischer See versteckt? Zeit, sich das einmal anzuschauen.

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Zwischen Sitten und Siders, zwischen den Fluten der Rhone und den Hängen der Weinberge, in denen die köstlichen Rebsorten Petite Arvine und Pinot noir gedeihen, liegt der kleine Ort Saint-Léonard. Man erreicht das Dorf bequem mit dem Zug – aus Lausanne und Bern in ca. anderthalb Stunden. Schon beim Ausstieg am kleinen Bahnhof beeindruckt die imposante Bergkulisse des Rhonetals. Der Eingang der Grotte liegt von dort nur etwa einen Kilometer entfernt und man gelangt bequem zu Fuss dorthin.

Der Empfangs-Pavillon beherbergt neben einem kleinen Shop auch ein Restaurant mit Terrasse, auf der man bei schönster Aussicht auf die Berge Snacks und Erfrischungen geniessen kann. Die eigentliche Erfrischung aber wartet nur ein paar Schritte weiter. Und nach dem kurzen Marsch durch die Walliser Sonne freut man sich wirklich auf die kühle Luft der Grotte. Dort herrschen nämlich tatsächlich auch im Sommer frische 15 °C. Das Mitbringen eines leichten Pullovers wird empfohlen – der Besuch des unterirdischen Sees dauert ca. 40 Minuten.

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Atmosphärische Bootsfahrt

Hinter dem Pavillon führt eine Treppe hinunter zum eigentlichen Eingang der Höhle. Während sich die Augen langsam an die abnehmende Helligkeit gewöhnen, beginnt auch die Luft, sich allmählich abzukühlen. Also heisst es: Sonnenbrille absetzen, Pulli anziehen. Und schon erwartet einen der wichtigste Teil des Besuchs – die Bootsfahrt auf Europas grösstem, natürlich entstandenen, unterirdischen See. In Zeiten von Corona werden die Boote übrigens regelmässig desinfiziert und mit weniger Gästen besetzt als üblich, sodass man Abstand zu den anderen Besuchern halten kann.

Schon 1949 konnten die ersten Boote mit Touristen über diesen 300 Meter langen und 20 Meter breiten See fahren. Diese viel kleineren Boote aus der Anfangszeit wurden übrigens aufbewahrt und an einer flachen, gut sichtbaren Stelle des Sees auf Grund gelegt.

Entdeckt wurde die Grotte aber schon viel früher, allerdings stand das Wasser des Sees zunächst bis fast an die Decke. Nach einem mittelschweren Erdbeben in Siders 1946 entstanden jedoch Risse in den Höhlenwänden und führten dazu, dass Wasser abfliessen konnte.

Das Orakel im Wasser

Bei der langsamen Fahrt über den See geniesst man entweder einfach die kühle Ruhe und die atmosphärische Lichtinszenierung oder man lauscht den Erklärungen (auf Deutsch, Französisch oder Englisch) zur Geschichte der Höhle und den Geschichten, die sie umranken. Zu einer dieser Geschichten erwartet einen am Ende der Überfahrt eine 3D-Animation, die auf die Höhlenwände projiziert wird: Die Legende besagt, dass früher die jungen Frauen des Dorfs zum unterirdischen See gingen und dort manchmal das Antlitz ihres künftigen Ehemanns erblickten.

Wer heute ins Seewasser blickt, kann dort zumindest Forellen in die Augen schauen, die dort nicht natürlicherweise im See vorkommen, sondern vom Menschen ausgesetzt wurden. Sie dienen dazu, die Qualität des Wassers zu kontrollieren.

Nach einer halbstündigen Fahrt über dieses dunkle, mystische Gewässer kann man seinen Besuch noch in einer neuen, didaktischen Ausstellung verlängern, in der sich mehr über die Geologie und die Entstehung von Höhle und See erfahren lässt.

Und am Schluss taucht der Besucher wieder auf, schreitet ins Licht, setzt sich seine Sonnenbrille wieder auf – und entscheidet sich spontan, auf der malerischen Terrasse dann doch noch einen der hervorragenden Tropfen aus der Region zu verkosten.

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Konzerte unter der Erde

Tipp: Von Zeit zu Zeit finden in der Höhle Konzerte statt, die sich die einzigartige Akustik des Ortes zunutze machen. Die Termine sind auf der Website des Lac Souterrain de Saint-Léonard zu finden.

Wichtig!

Auf derselben Website muss vor dem Besuch der Eintritt gekauft und ein Platz in einem Boot reserviert werden. Zur Auswahl stehen täglich mehrere Startzeiten am Vor- und Nachmittag.

Jetzt das Wallis entdecken: Ausflugsideen rund um Saint-Léonard

  • Der Zoo und das Schwimmbad von Les Marécottes, unweit von Martigny, sind ideal für einen Ausflug mit der Familie: Nach dem Besuch des Tierparks kann man sich hier auch gleich im in die Felsen eingelassenen, natürlichen Schwimmbad abkühlen. (ca. 1 Stunde Fahrzeit mit dem Zug ab Saint-Léonard).
  • Das nahe Sitten ist eine der ältesten Städte der Schweiz und lockt mit Führungen durch ihre 7000-jährige Geschichte und dem Besuch der beiden Burgen, die hoch über der Stadt thronen.

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