(Erlebnis-)Reichtum an der an der Grossen Fontanne

«Gold kann süchtig machen», warnt einer, der es wissen muss. Goldwäscher Gsto Unternährer bietet seit 20 Jahren Goldwaschtouren für die ganze Familie im Napfgebiet an. Ein Ausflug ins Eldorado der Schweiz.

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Knirschend gräbt sich die Schaufel von Gsto Unternährer ins Bachbett der Grossen Fontanne bei Romoos. Der Bach im Napfgebiet ist bekannt für Goldfunde. Doch wer sich auf der kurvenreichen Anfahrt mit dem Postauto ab Wolhusen auf ein Leben in Saus und Braus freut, den holt die Realität schnell auf den sandigen Boden zurück.

Denn Goldwaschen ist Knochenarbeit. «Es braucht Saft und Kraft, dafür bleibt man fit», gibt Gsto Unternährer den Nachwuchs-Goldwäschern zu verstehen. Der Romooser bietet seit 20 Jahren Goldwaschtouren an. Ursprünglich, um das einzige Hotel im Dorf zu retten. Seine Touren kann man in Kombination mit Verpflegung und Übernachtung im Hotel Kreuz buchen.  

Schwerkraft und Handarbeit

An diesem schwülheissen Sommertag kommt eine Abkühlung gerade recht. Mit Gummistiefeln ausgestattet steigt die Gruppe um Gsto ins Bachbett. Zum Einsatz kommt zuerst die Goldwaschpfanne. Durch Schräghalten und stetes Schütteln des runden Beckens konzentriert sich das Gold am tiefsten Punkt des Pfannenbodens. Dann wird die Goldwaschpfanne in die entgegengesetzte Richtung geneigt, um das Wasser abfliessen zu lassen. Mit vorsichtigen Pfannenbewegungen werden kleine Wellen erzeugt, die – bestenfalls – Goldflitter aus dem Sand freispülen.

Der Profi hat ausserdem eine Goldwaschschleuse in der Strömung installiert. Auch bei den Schleusen zählt das Gesetz der Erdanziehungskraft: Das Kiesgemisch aus dem Bachbett wird am oberen Ende der Schleuse hineingeschaufelt. Durch die Strömung wird es über Rillen gespült, in denen sich das Gold ablagert, während die leichten Kieselsteine und der Sand weggespült werden.

Im Eldorado der Schweiz

Das Napfgebiet, das Eldorado der Schweiz? Wie alle Bäche der Region zieht die Grosse Fontanne eine tiefe Kerbe durch die Nagelfluh und wäscht das darin enthaltene Gold aus. Bereits die Helvetier, die das heutige Gebiet im 1. Jahrhundert v. Chr. besiedelten, sollen dort nach Gold gesucht haben. Offenbar mit Erfolg: Der griechische Historiker Poseidonios (gegen 135–50 v.Chr.) bezeichnete das Volk als «goldreich, aber friedlich».

Heute ringen geübte Goldwäscher der Grossen Fontanne pro Tag im Schnitt noch ein Gramm Gold ab. Dafür braucht es ca. 2000 bis 3000 Goldflitterchen. Grössere Klümpchen von bis zu 13 Millimetern gibt es nach wie vor, sie sind jedoch äusserst selten. «Reich wird man damit nicht, dafür erlebnisreich», lacht Gsto.

Das ist es auch, was Gsto Unternährer Tag für Tag bei jedem Wetter in die Grosse Fontanne steigen lässt. «Gold kann süchtig machen», sagt er. Doch egal wie der Fund ausfalle, die Leute gingen nach dem Goldwaschen glücklich nach Hause. «Und ich bin glücklich, wenn ich andere Menschen glücklich machen kann.»

Ausflugsideen in der Nähe von Romoos

  • Wissen Sie eigentlich, wie die Löcher in den Käse kommen? Erfahren Sie es in der Emmentaler Schaukäserei in Affoltern im Emmental.
  • E-Bike-Tour von Willisau nach Burgdorf: Der Klassiker unter den Herzrouten-Etappen führt über Hügelzüge und lauschige Strässchen, durch schattige Wälder und schmucke Dörfer.

Anreise nach Romoos

Ab Bern mit dem RegioExpress nach Langenthal und dann mit der S7, auch liebevoll «Huttu-Schnägg» genannt, bis Wolhusen. Von dort mit dem Postauto Nummer 221 bis Romoos, Post. Oder ab Luzern mit der S6 nach Wolhusen und wiederum mit dem Postauto bis Romoos.

Führungen in fachkundiger Begleitung von Gsto Unternährer können auf napfgolderlebnis.ch gebucht werden.

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