«Gemeinsam kommen wir weiter»

Bei der SBB arbeiten 15 000 Menschen, die unter 30 oder über 50 Jahre alt sind. Piraveen Rajah und Rolf Steiger sind zwei von ihnen. Die beiden Instandhaltungstechniker erzählen von den Vorzügen, wenn verschiedene Generationen zusammenarbeiten.

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Piraveen Rajah und Rolf Steiger sind im Unterhalt der neuen Fernverkehrs-Doppelstockzüge tätig. Ihr Arbeitsort ist die SBB Serviceanlage Herdern in Zürich. Seit drei Jahren arbeitet das Duo im gleichen Team, das elf Personen umfasst. Pivi, wie seine Kollegen ihn nennen, ist 29-jährig, Rolf mit 56 Jahren rund eine Generation älter. Die beiden kennen sich gut und sind miteinander vertraut, wie sich im Gespräch bald zeigt. Sie sitzen locker am Tisch im zweckbetonten Besprechungsraum, durch dessen Fenster der Blick auf das Oberdeck eines aufgebockten Doppelstockzuges geht.

Mehr Gemeinsamkeiten als vermutet

Pivi und Rolf reden offen und unbefangen voneinander. «Rolf kann schon mal laut werden, wenn ihm etwas nicht passt», antwortet Pivi auf die Frage, was ihm als erstes an seinem Kollegen aufgefallen sei. Rolf reagiert mit einem Schmunzeln. Und einer Rechtfertigung. «Es ist nicht gut, wenn ich fluche. Aber wenn man weiss warum, wird es verständlicher. Ich kann zum Beispiel nicht ausstehen, wenn jemand liederlich mit Werkzeugen umgeht oder sie nach dem Gebrauch nicht reinigt.» Handkehrum bezeichnet Rolf seinen jüngeren Kollegen als «ruhigen, zurückhaltenden Typen.» Das sei gut für den Ausgleich im Team. «Er ist quasi der Gegenpol zu mir», so Rolf.

Nach kurzer Diskussion wird klar, dass die beiden, so unterschiedlich ihr Charakter sein mag, mehr gemeinsam haben, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Es sind die Arbeitshaltung und das Selbstverständnis, die Pivi und Rolf verbinden. Beide fussen auf Sorgfalt, Engagement, Teamgeist und dem Stolz, an die Fahrtüchtigkeit des Doppelstockzuges beizutragen.

Digitales Wissen und analoge Fähigkeiten

Unterschiede zwischen Pivi und Rolf zeigen sich vor allem darin, wie sie Werkzeuge und Instrumente einsetzen. Rolf gibt unumwunden zu, dass Pivi routinierter mit dem Laptop umgeht. «Er hilft mir, wenn ich ein Programm nicht bedienen kann. Und selbst wenn ich ein zweites oder drittes Mal frage, unterstützt er mich, ohne die Augen zu verdrehen.» Pivi wiederum ist auch schon am Ende seines Lateins gewesen, wenn er nach dem Lesen einer Bedienungsanleitung einen technischen Fehler nicht beheben konnte. Dann kamen das handwerkliche Geschick von Rolf und Improvisation zum Einsatz. Pivi staunt in solchen Fällen über seinen erfahrenen Kollegen: «Rolf findet immer einen Dreh, um ein Problem zu lösen.»

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Die Digitalisierung hat den Beruf von Pivi und Rolf verändert und wird es weiter tun. Dennoch ist für die zwei Instandhaltungstechniker klar, dass es in ihrem Job auch analoge Fähigkeiten und menschliches Gespür braucht. «Wenn ich die Messwerte einer Klimaanlage auf dem Computer nicht interpretieren kann, bin ich ausserstande, den Zustand des Geräts richtig einzuordnen», erklärt Rolf. Und Pivi ergänzt: «Ich muss verstehen, wie die Klimaanlage funktioniert. Mit den Messwerten allein kann ich nicht abschätzen, ob wir gewisse Komponenten sofort ersetzen müssen oder bis zur nächsten technischen Prüfung warten können.»

Höchstens mal den Kopf schütteln

Hand aufs Herz: Läuft ihre Zusammenarbeit immer problemlos, gibt es nie Reibereien? Die beiden schauen einander fragend an. Rolf bricht als erster das Schweigen: «Ich schimpfe mit Pivi, wenn er zu lange arbeitet und sage ihm, er solle endlich nach Hause gehen.» Was den Gescholtenen zurückgeben lässt: «Es kommt manchmal vor, dass ich den Kopf schüttle, wenn Rolf eine Aufgabe etwas umständlich anpackt». Worauf beide lachen.

Mehr Kritik haben die beiden nicht anzubringen. Zu sehr schätzen sie die Zusammenarbeit und die Möglichkeit, von den Kenntnissen und Erfahrungen des anderen profitieren zu können. «Wenn Alte und Junge ihre Stärken einbringen und zusammenwirken, nützt das den Menschen, den Generationen und am Schluss auch der SBB», fasst Rolf zusammen. Und ergänzt nach kurzer Pause und einem Blick auf den Doppelstockzug vor dem Fenster: «Gemeinsam kommen wir weiter.» Ein Satz, dem Pivi nur noch ein Nicken beizufügen hat.

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