7 Fragen, welche die SBB beim Vorstellungsgespräch sicher nicht stellt

Die SBB stellt jährlich rund 3000 Personen ein. Dies sind etwa 10 000 Vorstellungsgespräche und unzählige Fragen. Es gibt aber Fragen, die die Personalabteilung nicht stellt. Warum? Ladina Bass, Hiring Partner, weiss es.

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Wer zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurde, hat die erste Hürde bereits gemeistert. Im nächsten Schritt geht es darum, dass sich beide Parteien besser kennen lernen. Bewerberin und Bewerber haben im Gespräch die Möglichkeit, heraus zu spüren, ob die Aufgaben und das Arbeitsumfeld ihnen entsprechen. «Als Arbeitgeberin möchten wir in Erfahrung bringen, ob sich die Kandidatin personell wie fachlich für unseren ausgeschriebenen Job eignet», so Ladina Bass, Hiring Partner bei der SBB.

Auch wenn die Recruiter und Führungskräfte viel wissen wollen, manche Themen interessieren sie nicht. Das sollen sie auch nicht, denn sie sind arbeitsrechtlich nicht zulässig. «Gewisse Fragen sind für den Bewerber diskriminierend oder benachteiligend.», erklärt die Expertin. In den meisten Fällen sind die Antworten für die Stelle schlicht und einfach nicht relevant. Warum genau, zeigt Ladina anhand der folgenden sieben Fragen auf:

1. Wie sieht Ihre Familienplanung aus?

Diese Frage ist in allen Fällen diskriminierend. Besonders wenn Frauen nach den Kinderwünschen gefragt werden, kann dies benachteiligend gegenüber einem männlichen Bewerber sein. Die SBB gestaltet die Arbeitsbedingungen zudem so, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleistet ist – sowohl für Frauen als auch für Männer.

2. Welche Partei wählen Sie? An welchen Gott glauben Sie?

Die politische Position genauso wie die Religionszugehörigkeit darf in einem Bewerbungsgespräch nicht abgefragt werden. Die SBB bietet Offenheit und Toleranz gegenüber allen ihren Mitarbeitern - unabhängig von politischen und religiösen Präferenzen.

3. Sind Sie vorbestraft?

Grundsätzlich ist diese Frage nicht erlaubt. Aber: Ausnahmen bestätigen die Regel. So wird vom BAV für gewisse Berufe, wie beispielsweise Lokführer, bereits bei der Bewerbung ein Strafregisterauszug angefordert. In diesem Fall muss der Bewerber in Bezug auf das Strassenverkehrsgesetz eine weisse Weste mitbringen.

4. Was ist Ihre ethnische Herkunft?

Die Herkunft ist für jeden Job irrelevant. Die SBB beschäftigt Personal aus über 100 Nationen. Die SBB schätzt diese Vielfalt und engagiert sich für ein Arbeitsumfeld, in dem alle Mitarbeitenden ihre individuellen Stärken, Erfahrungen und Denkweisen einbringen können.

5. Was ist Ihre sexuelle Orientierung?

Diskriminierend und irrelevant für jeden Job. Die SBB erhielt im März 2019 das «Swiss LGBTI* Label» für ihr Engagement im Bereich Gleichstellung von Menschen mit unterschiedlicher sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität.

6. Wenn Sie ein Verkehrsschild wären: Welches wären Sie?

Sogenannte Stressfragen kommen unvorbereitet und verursachen unnötige Irritationen. Das Bewerbungsgespräch soll ein gegenseitiges Kennenlernen sein. Die SBB will auf Augenhöhe mit Personen diskutieren und lässt deshalb solche Machtspiele aussen vor.

7. Gehen Sie am Wochenende gerne feiern?

Grundsätzlich können Mitarbeitende ihre Freizeit gestalten, wie sie möchten. Wie oft ein Arbeitnehmer also Party macht, ist seine Privatsache. Für den Alkohlkonsum gibt es jedoch ein paar Ausnahmen. So gibt es in den sogenannten sicherheitsrelevanten Berufen Vorschriften, die regeln, wie viele Stunden vor Dienstantritt Alkohol konsumiert werden kann. Zu diesen Berufen gehören beispielsweise Gleisbauer, Lokführerinnen, Rangiermitarbeitende – kurz: Alle, die auf oder neben den Gleisen arbeiten.

Die Expertin rät: «Unzulässige Fragen müssen per se nicht beantwortet werden. Als Kandidat sollte man sich dann schon fragen, ob man überhaupt für diesen Arbeitgeber tätig sein möchte. Zudem lohnt  sich die Rückfrage, inwiefern diese Antwort relevant sei für den auszuübenden Job.»

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