«Ein Kollege von mir hat mich mal an einem Abend angerufen. Er hat mir erzählt, dass es so nicht mehr weitergehen kann und er sich das Leben nehmen möchte.» So beginnt die Geschichte des 18-jährigen Ilyas, einem der fünf jungen Erwachsenen, die sich für die neue Suizidpräventionskampagne engagieren. Ansprechen, Zuhören und Hilfe holen: Das ist das Wichtigste, wenn jemand Suizidgedanken hat. Es ist auch die Botschaft, welche die fünf jungen Menschen Gleichaltrigen mitgeben. Denn sie alle haben es schon erlebt, dass ein Freund oder eine Freundin eine schwere Krise mit Suizidgedanken hatte. Und sie konnten helfen. Denn Gleichaltrige sind häufig die ersten, die mitbekommen, wenn Jugendliche oder junge Erwachsene an Suizid denken. Experten sind sich einig: Freunde können eine wichtige Stütze sein, indem sie die Probleme ansprechen, zuhören, füreinander da sind und Hilfe holen.
Beim Thema Suizidalität geht es um Krise und Tod – entsprechend anspruchsvoll und belastend ist der Umgang damit. Es ist darum wichtig, dass die jungen Helferinnen und Helfer Hilfe für die Betroffenen, aber auch für sich selbst beiziehen. Auf keinen Fall sollten sie schweigen, selbst wenn sie darum gebeten werden. Helfen können erwachsene Vertrauenspersonen, etwa im privaten Umfeld, in Schule oder Ausbildung, auf der Jugendberatung oder in der Hausarztpraxis. Auch bei Beratung + Hilfe 147 von Pro Juventute kann rund um die Uhr, kostenlos und vertraulich Unterstützung von professionellen Beraterinnen und Beratern in Anspruch genommen werden.
Suizidgedanken sind bei Jugendlichen häufig. Das merkt man auch bei Beratung + Hilfe 147, wo sich zwei bis drei Jugendliche pro Tag zum Thema Suizid melden. Auch die Zahl von Suizidversuchen ist hoch. Sie werden bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen vor allem durch akute Belastungen ausgelöst, z.B. durch Liebeskummer oder Probleme in Schule, Ausbildung oder Beruf. Vollzogene Suizide sind bei Jugendlichen im Vergleich zu älteren Menschen seltener.
Man schätzt, dass rund jeder zehnte Mensch in seinem Leben einmal einen Suizidversuch unternimmt. Mädchen und Frauen machen drei- bis viermal häufiger Suizidversuche als Knaben und Männer. Von 2009 bis 2015 starben in der Schweiz pro Jahr durchschnittlich 131 junge Menschen unter 29 Jahren durch Suizid; Männer deutlich häufiger als Frauen.
Hinter der Präventionskampagne stehen die SBB und Prävention und Gesundheitsförderung Kanton Zürich. In den vergangenen zwei Jahren haben sie sich im Rahmen der Kampagne «Reden kann retten» (
Um die Jugendlichen zu erreichen, nutzt die Kampagne eine neuere Werbemethode mit der unter jungen Menschen weit verbreiteten App zur Musikerkennung «Shazam». Die in der ganzen Schweiz ausgehängten Plakate mit den Portraits der fünf jungen Helfenden können mit Shazam fotografiert werden. Daraufhin öffnet sich ein kurzer Filmclip, in dem die Porträtierten erzählen, wie sie helfen konnten.
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