Die Schweiz hat gemäss dem jüngsten Connect-Test 2023 im Vergleich zu den Nachbarländern nach wie vor eine nahezu vollständige Mobilfunkabdeckung. Insbesondere entlang der Bahnstrecken ist die Abdeckung gut, was den Kundinnen und Kunden ermöglicht, im Zug nahezu unterbruchfrei zu telefonieren oder im Internet zu surfen. So genannte Signalverstärker (Repeater) in den einzelnen Wagen sowie mobilfunkdurchlässige Fensterscheiben (Hochfrequenz-Scheiben) verbessern den Empfang im Zug für die Reisenden zusätzlich.
Da die Repeater jedoch langsam ans Ende ihrer Lebensdauer kommen, setzte die SBB gemeinsam mit den Mobilfunk-Providern in den vergangenen Jahren vermehrt auf die passive Technologie der mobilfunkdurchlässigen (laserperforierten) Scheiben. Klimatisierte Züge sind nämlich mit Fenstern ausgerüstet, auf die eine hauchdünne Metallschicht aufgebracht wird (Isolierglas). Dies wird gemacht, um den Energieverlust über die Fenster zu minimieren, führt aber gleichzeitig dazu, dass der Zug wie ein faradayscher Käfig unterwegs ist. Das heisst: Mobilfunksignale gelangen nur schlecht oder gar nicht ins Fahrzeuginnere.
Die «École polytechnique fédérale de Lausanne» (EPFL) hat in den vergangenen Jahren ein Verfahren entwickelt, das einen kleinen Teil der Metallschicht schon während der Herstellung der Gläser/Scheiben weglasert, ohne dabei wesentlich den Energieverlust zu verschlechtern. Das Resultat daraus bietet eine Reihe an Vorteilen: Die Fenster sind wartungsarm, gegenüber neuen Mobilfunktechnologien offen und die Reisenden profitieren von gleichen Mobilfunkverbesserungen wie beim Repeater. Die passive Technologie spart zudem im Vergleich zu den Repeatern viel Energie, sprich im Jahr etwa so viel wie ein 4-Personen-Haushalt. Zudem müssen gelaserte Fenster nicht gewartet oder aktualisiert werden im Gegensatz zu den Repeatern.
Mittlerweile ist man sogar noch einen Schritt weiter: In der Serviceanlage Biel werden die Zugfenster der Intercity-Neigezüge (ICN) während eines regulären Service-Intervalls gelasert – also dann, wenn die Züge ohnehin während ein paar Stunden gewartet und gereinigt werden. «Wir mussten bis zum Abschluss der ICN-Modernisierung im Jahr 2031 eine Lösung finden, um die Mobilfunkdurchlässigkeit zu gewährleisten», sagt Markus Förster, Projektleiter bei Rollmaterialentwicklung Fernverkehr. Es gilt, die Lücke zwischen dem Lebensende der Repeater und dem Ende der ICN-Modernisierung im 2031 zu schliessen. Mittlerweile sind im Fernverkehr 24% und im Regionalverkehr 13% der Fahrzeuge mit mobilfunkdurchlässigen Zugfenstern ausgerüstet.




