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SBB startet mit dem Ersatz des Bahnfunks zwischen Bern und Thun
SBB startet mit dem Ersatz des Bahnfunks zwischen Bern und Thun

Der Bahnfunk dient dem sicheren und zuverlässigen Bahnbetrieb. Die Technologie des heutigen Bahnfunks muss bis Mitte der 2030er Jahre ersetzt werden. Im Zuge dieses Ersatzes und um den Kund:innen eine bessere Internetverbindung im Zug zu bieten, testet die SBB eine Zusammenarbeit mit öffentlichen Mobilfunkanbietern. Teilprojektleiter Fabian Rohrbach erklärt Hintergründe und Details.

Evelyne Reber (Text)Dario Haeusermann, Urs Plattner, Hitz+Partner (Fotos)

Das Wichtigste zum Projekt «Bahnfunk» in Kürze
  • Die SBB muss die bisherige Bahnfunk-Technologie GSM-R (basierend auf 2G) bis Mitte der 2030er Jahre mit dem europäischen Standard FRMCS (basierend auf 5G) ersetzen.
  • Dazu muss die SBB einen Teil der bestehenden Antennen-Standorte entlang des Bahnkorridors umbauen. Zudem wird es mehr Antennen-Standorte geben.
  • Erprobungen mit der neuen Bahnfunk-Technologie werden im Rahmen des Pilotprojekts zwischen Bern und Thun ab ca. 2026 durchgeführt.
  • Im Rahmen des Pilotprojekts testet die SBB zudem eine Zusammenarbeit mit Mobilfunkanbietern. Diese dürfen die SBB Standorte für ihre eigenen Antennen mitbenutzen und werden zusätzliche Antennenstandorte für eine durchgängige Fahrgastversorgung erstellen. Die Reisenden profitieren so von einer besseren Mobilfunkqualität im Zug.
In einem Pilotprojekt soll die neue Bahnfunk-Technologie zwischen Bern und Thun erprobt werden. Gleichzeitig prüft die SBB auf dieser Strecke eine Zusammenarbeit mit Swisscom, Salt und Sunrise. Warum?

Der Bahnfunk dient einzig bahnbetrieblichen Zwecken. Er bringt den Reisenden keinen direkten Mehrwert. Die SBB hat jedoch, wie auch die Mobilfunkanbieter, ein Interesse an guten Internetverbindungen im Zug, damit die Kunden ihre Reisezeit produktiv nutzen können. Darum testet die SBB diese Kooperation mit allen drei öffentlichen Mobilfunkanbietern.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit konkret?

Für die neue Bahnfunk-Technologie muss die SBB bestehende Funkmasten umbauen und zusätzliche bauen. Die Mobilfunkanbieter haben die Möglichkeit, diese Masten mitzunutzen und daran ihre eigenen Antennen anzubringen. Darüber hinaus werden die Anbieter entlang der Bahnstrecke zwischen Bern und Thun zusätzliche Masten für eine durchgängige Internetverbindung im Zug bauen.

Profitiert die SBB finanziell von dieser Zusammenarbeit?

Das sogenannte Kooperationsmodell ist für die SBB kostenneutral. Die SBB finanziert den Bahnfunk. Die Kosten für den öffentlichen Mobilfunk übernehmen die Mobilfunkbetreiber. Die Kooperation ist volkswirtschaftlich sinnvoll, da bei einer gemeinsamen Planung weniger Funkmasten benötigt werden, als wenn jeder Betreiber sein eigenes Netz plant.

Abkürzungen
  • GSM-R steht für Global System of Mobile Communication-Rail
  • FRMCS steht für Future Railway Mobile Communication System
Die künftige Bahnfunk-Technologie, die GSM-R ersetzen wird, basiert auf 5G. Weshalb plant die SBB 5G, wenn doch die Bevölkerung viele Vorbehalte gegenüber dieser Technologie hat?

Die regulatorischen Vorgaben verpflichten die SBB, die heutige Bahnfunktechnologie GSM-R mit FRMCS zu ersetzen. Bei der Wahl der künftigen Bahnfunk-Technologie ist die SBB also nicht frei. Sie muss den europäischen Standard FRMCS übernehmen, welcher auf 5G basiert.

Und was sagst du jenen, die sich vor zu viel Strahlung im Zug fürchten?

Die neuen Bahnfunk-Antennen dienen ausschliesslich der Kommunikation zwischen den Zügen und den Betriebszentralen. Die Verordnung zum Schutz vor nicht ionisierender Strahlung (NISV) gilt auch für die SBB und es werden nur Funkanlagen geplant, welche die Vorschriften auch einhalten. Bezüglich Strahlung: Der grösste Teil der Strahlung stammt nicht von Antennen, sondern vom eigenen Smartphone. Das ist im Zug, aber auch andernorts so. Entsprechend gilt: Je schlechter der Empfang, desto höher die Belastung, da Handys bei schwachem Signal mit maximaler Leistung senden. Auch aus diesem Grund macht eine möglichst gute Mobilfunkabdeckung Sinn.

Und wie antwortest du auf die Bedenken der Menschen, die in der Nähe der Bahnlinie wohnen und arbeiten? Sie dürften nicht erfreut sein, dass die Zahl der Antennen wegen der neuen Bahnfunk-Technologie steigt.

Tatsächlich werden im Vergleich zu heute aus technologischen Gründen zusätzliche Antennenstandorte nötig sein. Sowohl die Antennenstandorte für den Bahnfunk als auch die sogenannten Kooperationsstandorte versorgen jedoch gezielt den Bahnkorridor und nicht wie bei herkömmlichen Mobilfunkantennen die gesamte Umgebung .

Was sind die nächsten Schritte für ein erfolgreiches Pilotprojekt Bern–Thun?

Am 15. April 2024 werden die Pläne für den Streckenabschnitt Rubigen – Thun in den betroffenen Gemeinden öffentlich aufgelegt. Erst nach Abschluss der 30-tägigen Auflagefrist wissen wir, wie viele Einsprachen eingegangen sind und inwieweit sich das Verfahren allenfalls verzögert. Wenn uns das BAV im Sommer/Herbst 2025 mit einer rechtsgültigen Verfügung grünes Licht für den Bau der Pilotstrecke geben kann, wäre das für alle Seiten ein grosser Erfolg.

Video Bahnfunk
Quelle: SBB/CFF/FFS
  • Die Untertitel lassen sich über den CC-Knopf im Video (de-)aktivieren.
  • Über Citrix ist das Abspielen von Videos eingeschränkt. Bitte spiel das Video in einem lokalen Browser oder auf deinem Smartphone oder Tablet ab.
«Bahnfunk» | SBB Company«SBB ersetzt Bahnfunk-Technologie zwischen Bern und Thun» | SBB News
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