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Höchstleistung auf Schienen: 1600 Extrazüge für das Eventjahr 2025
Höchstleistung auf Schienen: 1600 Extrazüge für das Eventjahr 2025

1400 Events, 1600 Extrazüge und 2000 Einsätze für die Kundenbetreuer:innen: 2025 wird für die SBB ein Jahr der Superlative. Doch wie schafft man es, hunderttausende Menschen zuverlässig zu ihren Anlässen zu bringen? Florian Kurt, Leiter Eventmanagement der SBB, gibt Einblicke in die komplexe Planung und nennt die Highlights und Herausforderungen dieses Ausnahmejahres.

Bas Vogler (Text)SBB/CFF/FFS, Milena Steiner, Elina Liechti (Fotos)

Florian Kurt am Büroarbeitsplatz. Er schaut sitzend in die Kamera.
Florian, 2025 wird für die SBB ein Ausnahmejahr voller Grossanlässe. Auf welchen Anlass freust du dich am meisten?

«2025 wird definitiv ein intensives Jahr mit vielen Highlights. Besonders im Fokus steht der Eurovision Song Contest in Basel, das Eidgenössische Turnfest in Lausanne und die SwissSkills in Bern. Aber auch das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest im Glarnerland, für das bereits vor zehn Jahren die erste Machbarkeitsstudie zum öffentlichen Verkehr durchgeführt wurde. Persönlich freue ich mich am meisten auf die UEFA Women’s EURO 2025, bei der wir als SBB eine zentrale Rolle spielen. Etwa 40 Prozent meiner Arbeitszeit widme ich aktuell diesem Grossanlass.»

Die UEFA Women’s EURO ist der grösste Event 2025 in der Schweiz. Was macht diesen Anlass für die SBB so besonders?

«Es handelt sich um ein internationales Grossereignis mit enormer Strahlkraft. Besonders wichtig ist dabei die Nachhaltigkeit: Alle 700 000 Tickets beinhalten die Nutzung des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz. Die Fans können am Spieltag bequem und umweltfreundlich anreisen. Auch einige der Teams organisieren ihre Transporte mit der SBB, was unseren Beitrag zur nachhaltigen Mobilität unterstreicht.»

Was sind die Herausforderungen bei der Planung für ein Event wie die UEFA Women’s EURO 2025?

«Wir planen derzeit über 300 Extrazüge – eine echte organisatorische Meisterleistung. Mit der Detailplanung konnten wir allerdings erst Mitte Dezember letzten Jahres beginnen, nachdem die Spielauslosung stattgefunden hatte. Seitdem analysieren wir kontinuierlich die Ticketverkäufe. Es wäre sinnlos, einen Extrazug von Lausanne nach Bern einzuplanen, wenn kaum Zuschauer:innen aus Lausanne anreisen würden.

Entscheidend bei der Planung ist auch Flexibilität: Ein Fussballspiel kann durch Verlängerungen oder ein Penaltyschiessen länger dauern als erwartet. In solchen Fällen müssen wir die Extrazüge an einem Abend mehrfach neu organisieren. Insgesamt planen wir für 2025 rund 1600 Extrazüge für 1400 Events. Und das in einem Netz, das durch zahlreiche Baustellen ohnehin schon stark ausgelastet ist. Jeder Anlass bringt andere Anforderungen mit – genau das macht unseren Job so abwechslungsreich.»

1400 Events – eine beeindruckende Zahl. Doch wie schafft es das siebenköpfige Eventmanagementteam der SBB, eine derart hohe Anzahl von Veranstaltungen zu bewältigen?

«Wir sind keineswegs allein: Kolleg:innen aus der Bahnproduktion, den Regionen, von RailAway und dem Kundenservice unterstützen uns tatkräftig. Sie arbeiten eng mit den Veranstaltern zusammen und sorgen gemeinsam für eine reibungslose Organisation. Insgesamt sind mehrere Hundert Mitarbeitende an der Planung und Umsetzung beteiligt – darunter viele Kundenbetreuer:innen vor Ort, die sicherstellen, dass unsere Reisenden schnell, sicher und unkompliziert an ihr Ziel gelangen.»

Was ist für dich die grösste Herausforderung im Eventjahr 2025?

«Unser Personal wird besonders gefordert sein – insbesondere die Lokführerinnen und Kundenbegleiter. Aber auch die Kundenbetreuerinnen an den Bahnhöfen leisten einen wichtigen Beitrag, damit unsere Kund:innen rasch und sicher an ihr Ziel gelangen.

Gleichzeitig bleibt Flexibilität unerlässlich. Bauarbeiten, wetterbedingte Änderungen oder kurzfristige Anpassungen können jederzeit auftreten. Es ist, als würden wir ein riesiges Puzzle zusammensetzen, bei dem jedes Teil exakt passen muss. Solche Events zeigen jedoch auch, wie gut wir als OneSBB zusammenarbeiten.»

Kommt bei so viel Arbeit und so vielen Dingen, an die du denken musst, überhaupt noch Vorfreude auf?

«Absolut! Ich freue mich darauf, zu sehen, wie hunderttausende von Menschen mit dem öffentlichen Verkehr zu den zahlreichen Grossanlässen gelangen. Es ist eine grosse Herausforderung, aber auch eine einzigartige Gelegenheit, zu zeigen, was wir als SBB leisten können.

Ein besonderer Moment bleibt für mich das Pfadi-Bundeslager 2022 im Goms. Damals haben wir 35 000 Pfadis ins Wallis und zurück transportiert. Diese Begeisterung und die leuchtenden Augen der Kinder und Jugendlichen sind unvergesslich. Auf solche Momente freue ich mich auch bei der UEFA Women’s EURO 2025.»

Fakten: Das Eventmanagement der SBB
Wie viele Extrazüge fahren pro Jahr?

Die SBB setzt jährlich rund 800 Extrazüge ein – 2025 werden es sogar 1600 sein. Nicht eingerechnet sind Extrazüge für Fussballspiele, Bundesratsreisen oder Charterzüge.

Wie oft sind die Kundenbetreuer:innen im Einsatz?

Jährlich leisten die Kundenbetreuer:innen rund 2000 Einsätze, die sich auf insgesamt etwa 12 000 Stunden summieren.

Welcher Anlass hatte die kürzeste Planungszeit?

Der Eurovision Song Contest 2025 in Basel. Mit weniger als einem Jahr Vorlaufzeit und erwarteten 250 000 Gästen bricht dieser Grossanlass alle Rekorde in der kurzfristigen Planung. Normalerweise liegt die Vorlaufzeit für solche Events bei mindestens zwei bis drei Jahren.

Und welcher Anlass benötigte die meiste Vorbereitung?

Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2025 im Glarnerland. Die Machbarkeitsstudie begann bereits vor über zehn Jahren – nötig wegen der begrenzten Trassen und der eingeschränkten ÖV-Infrastruktur in der Region.

Wie viel Kaffee trinkt das Eventmanagementteam?

Überraschend wenig: Nur drei Tassen pro Tag – allerdings steigt der Teekonsum stetig.

«Top Events» | SBB
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