- Fast alle SBB Züge sind klimatisiert: 98 Prozent verfügen über eine moderne Klimaanlage.
- Die Fehlerquote liegt bei nur 0,24 Prozent - das heisst, dass von den total 9100 eingesetzten Klimageräten durchschnittlich lediglich etwa 20 pro Tag eine Störung aufweisen.
- Die Klimatisierung im Zug wird von vielen Faktoren beeinflusst: Aussentemperatur, Anzahl Fahrgäste und sogar die Fahrtgeschwindigkeit spielen hierbei eine wichtige Rolle.
- Die Luft im Zug ist an heissen Tagen bis zu 8 Grad kühler als draussen, für eine möglichst angenehme Reise der Fahrgäste.
- Bei der SBB sorgt ein spezialisiertes Team dafür, dass die Klimaanlagen in den Zügen zuverlässig funktionieren.
Die Diskussionen über die richtige Temperatur im Zug sind ein Dauerbrenner. Fakt ist: Die Klimatisierung ist komplexer, als man denkt: Temperatur und Luft lassen sich nicht einfach per Knopfdruck steuern, sondern sind von zahlreichen Faktoren abhängig. Hier wird über die Klimaanlage im Zug aufgeklärt.
Die einen frieren, den anderen ist es zu heiss – die ideale Temperatur im Zug sorgt immer wieder für Diskussionen. Besonders kritisch wird es, wenn die Klimaanlage nicht wie erwartet funktioniert. Doch dieser Fall tritt weit seltener ein, als es vielen Reisenden scheint. Ein Blick auf Zahlen und Funktionsweise des Klimabetriebs der SBB räumt mit Missverständnissen auf und zeigt, wie komplex das Klima im Zug tatsächlich geregelt wird.
Rund 9100 Klimageräte sorgen heute dafür, dass 98 Prozent aller Personenzüge klimatisiert unterwegs sind. Einige ältere Wagen, die beispielsweise bei der Zürcher S-Bahn in Stosszeiten als Entlastungszüge eingesetzt werden sowie vereinzelte Reisezugwagen, die im Fernverkehr unterwegs sind, verfügen lediglich über eine Ganzjahreslüftung und über eine Heizung, nicht aber über eine Kühlanlage. Im Fahrplan auf sbb.ch sowie in der SBB Mobile App wird mit einem Piktogramm angezeigt, wenn ein Zug keine Klimaanlage hat. Dieses Icon «Zug ohne Klimaanlage» wird testweise bis Ende September eingesetzt..
Wie kühl es in einem Zug ist, hängt unter anderem von der Aussentemperatur ab. Temperatursensoren am Fahrzeug messen, wie warm es draussen ist. Ein sechsteiliger Zug verfügt beispielsweise über zwölf Aussenlufttemperatursensoren. Der gemessene Mittelwert ist ausschlaggebend für die Bestimmung des Sollwerts der Innentemperatur, die ebenfalls wieder mit Temperatursensoren in den Passagierbereichen gemessen werden, sowie für die Bemessung der Frischluftzufuhr. In einem klimatisierten Doppelstockzug gibt es rund 62 Innentemperatursensoren.
Nebst der Aussentemperatur haben zahlreiche weitere Faktoren einen Einfluss auf die Klimatisierung:
- Steht der Zug oder fährt er, und wenn er fährt: Wie schnell?
- Wie ist die Sonneneinstrahlung?
- Wie hoch ist die Luftfeuchtigkeit?
- Wie voll ist der Zug?
- Wie viel Wärme geben die Beleuchtung und andere elektrische Geräte im Wagen ab?
- Wie lange bleiben die Türen offen, wenn der Zug hält?
- Fährt der Zug im offenen Gelände oder durch Tunnel?
Die Werte zu all diesen Einflussfaktoren, die sich notabene während einer Fahrt immer wieder ändern, werden in die automatisierten Klimaregler zur Berechnung der Temperatur im Wageninneren einbezogen.
Die elektronischen Regler der Klimaanlagen sind so programmiert, dass an heissen Tagen die Innentemperatur zwischen drei und maximal zehn Grad unter der Aussentemperatur liegt. Dies entspricht den europäischen Normen, an denen sich auch ausländische Bahnen orientieren. Wird die Luft im Wagen dennoch als zu heiss oder zu kalt empfunden, kann das Zugpersonal die Temperatur manuell um bis zu zwei Grad nach oben oder unten korrigieren. Auf eine noch stärkere Kühlung verzichtet die SBB, um den Fahrgästen grosse Temperaturwechsel zu ersparen und den Energieverbrauch nicht unnötig hochzutreiben.
Monatlich registriert die SBB im Durchschnitt 600 Klimastörungen. Sie betreffen entweder die Heizung, die Lüftung oder die Kühlung. Im Durchschnitt weisen somit etwa 20 Klimageräte pro Tag eine Störung auf. Bezogen auf den flottenweiten Einsatz von rund 9100 Klimageräten entspricht dies einer Fehlerquote von 0,24 Prozent.
So unterschiedlich die Fahrzeugflotte der SBB ist, so vielfältig sind auch die Ursachen der Störungen. Sie reichen von gestörten Sensoren über defekte Klimageräte, Kältekompressoren, Ventilatoren, Heizkörpern oder elektrische Schaltelemente bis hin zu Störungen an Klimareglern oder unerwartete Effekte in der Regulierungssoftware.
«Die Fehlerquote der Klimaanlagen liegt bei 0,24 Prozent»—
Auch wenn die Klimageräte meistens funktionieren, ist es höchst unangenehm, im Hochsommer einen Wagen ohne Kühlung zu erwischen. Um dieses Risiko weiter zu minimieren, setzen die Klimaprofis der SBB alles daran, den Kundinnen und Kunden die Reise so angenehm wie möglich zu machen. Ihre Kompetenzen sind an den zwei Standorten Olten und Bellinzona im «Fokusteam Klima» gebündelt. Die verschiedenen Teams mit rund 45 Klimaprofis der Technik, Fertigung und Planung in Olten und vier in Bellinzona sind interdisziplinär und bereichsübergreifend breit aufgestellt und sorgen dafür, dass die Reisenden stets einen kühlen Kopf bewahren.
Zuerst einmal: Cool bleiben. Damit defekte Anlagen möglichst rasch lokalisiert und repariert werden können, ist es sehr hilfreich, wenn Fahrgäste die Störung direkt melden via Kontaktformular auf der
Kann die Hitze Zugschienen verformen? Müssen die Schienen gekühlt werden? Antworten auf die brennendsten Fragen zu den Herausforderungen des Bahnverkehrs bei extremen Temperaturschwankungen erhalten Sie im



