Ahmet ist Disponent in der Service-Anlage. Er ist das Eingangs- und Ausgangstor für die Loks, plant die Durchläufe, ist für die Schichteinteilungen zuständig. An den Umzug hat er sich mittlerweile gewöhnt. Und das, obwohl er weiterhin im französischen Teil des Dreiländerecks in Basel wohnt. Das Pendeln macht ihm nichts aus, wobei er lacht und sagt, es sei ja schon ein wenig ironisch: «Ich kümmere mich um Loks, fahre aber mit dem Auto zur Arbeit. Mit dem öffentlichen Verkehr würde es von Tür zu Tür viel länger dauern, da die Anschlüsse nicht passen und die Service-Anlage nicht gleich am Bahnhof Dietikon liegt.»
Neben Ahmet pendeln auch noch weitere Basler Mitarbeiter nach Dietikon. Einige sind aber auch in die Nähe gezogen – so beispielsweise Gino Rattunde: «Meine Freundin wohnte eh schon in Dietikon; für mich war die Verschiebung des Arbeitsorts also eigentlich sogar positiv.» Doch nicht alle nahmen die neue Situation so locker wie Ahmet und Gino. Sieben Mitarbeiter aus Basel haben eine neue Aufgabe in der Service-Anlage in Muttenz gefunden, da dort ein neuer, kleinerer Stützpunkt für die Loks von SBB Cargo International gegründet wurde. Einige wenige haben sich dafür entschieden, eine ganz neue Stelle anzutreten. Gekündigt wurde aufgrund des Umzugs aber niemandem.
Nicht nur neue Kollegen, sondern auch neue Abläufe
Auch für die Mitarbeiter in Dietikon hat sich einiges geändert: Es sind nicht nur 13 neue Kollegen mit einem anderen Dialekt ins Team gekommen; die Basler haben auch ihren Chef Jegan Ratnam und ihre Abläufe mitgebracht. Hat das mittlerweile rund 50-köpfige Team aus Dietikon bisher von Montag bis Freitag im Tagesbetrieb gearbeitet, ist mit der Umstellung ein Schichtbetrieb eingeführt worden. Neu arbeiten die Teams Montag bis Sonntag in zwei Schichten von sechs Uhr morgens bis elf Uhr abends.
«Natürlich ist das nach wie vor eine grosse Umstellung für uns», sagt Lukas Meier. Er arbeitet seit acht Jahren in der Service-Anlage in Dietikon, ist mittlerweile Schichtleiter und hatte vor Jegan die Leitung in der IH RBL ad interim übernommen. Zudem betreut er fünf Lernende. Er versteht, dass die Kunden die Wochenendarbeit schätzen: «Da wir einen Grund für die Umstellung sehen, ist es auch einfacher, uns darauf einzulassen.» Er ist sich aber auch sicher, dass es noch Zeit braucht, sich aneinander und die neuen Arbeitszeiten zu gewöhnen.