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Corona-Alltag: Strengere Arbeitstage im Cargo-Team Oensingen
Güterverkehr
Corona-Alltag: Strengere Arbeitstage im Cargo-Team Oensingen

Silvan Bärtschi (24) des Cargo-Teams Oensingen schätzt an seinem Job als Lokführer, dass er noch immer raus kann und etwas von der Schweiz sieht.

Nick Schneeberger (Text)zvg/ldd/mad (Fotos)

Silvan Bärtschi vor einer Rangier-Lok

Abends um viertel vor neun im Teambahnhof Oensingen: Während die meisten aufgrund des Lockdowns mit der Familie zu Hause sitzen, hat der 24-jährige Lokführer Silvan Bärtschi Schichtbeginn. «Bei Dienstantritt aktualisiere und synchronisiere ich mein iPad und Geschäftssmartphone. So stelle ich sicher, dass sich alle Daten für den Nachtdienst auf dem aktuellen Stand befinden», erklärt Silvan Bärtschi. Etwa fünf Minuten später steigt er auf die «kleine, zweiachsige Hybrid-Rangierlok» des Typs Eem923, die ihm für diese Nacht zugeteilt wurde.

Heute führt Silvan seine Route vom Bahnhof Oensingen über die Strecke raus nach Oberbuchsiten. Dort befindet sich der grosse Verteilbetrieb der Migros. «Die haben am Abend Rush-Hour, was die Güterzüge anbelangt», erklärt der Vierundzwanzigjährige. Denn der Verteilbetrieb der Migros liefert täglich Waren in rund 80 Güterwagen an Verteilzentren und Filialen. Silvan Bärtschi holt die dafür bereitgestellten Wagen auf dem Werksareal der Migros ab und gibt sie den haltenden Güterzügen für den Weitertransport mit.

Hamsterkäufe erhöhten Arbeitslast

«Als die Hamsterkäufe in den Filialen begannen, erhöhte sich die tägliche Arbeitslast bei der Migros auf bis zu 130 Bahnwagen», erklärt der Lokführer. Ansonsten seien sie hier draussen aber relativ wenig von den Einschränkungen wegen des Corona-Virus betroffen.

«Für uns alle gelten ja die Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit. Daran halten wir uns.», erklärt Silvan Bärtschi. Zusätzlich hätten sie die Weisung erhalten, dass im Führerstand der Lok der grösstmögliche Abstand eingehalten werden muss. Falls der Mindestabstand von zwei Metern dennoch nicht eingehalten werden kann, muss eine Maske getragen werden.

«Das heisst, wenn ich vorne links im Führerstand sitze, dann sitzt mein Mitarbeiter, der Rangierer, in der Ecke hinten rechts. Und dieser schaut dann auch in die Gegenrichtung zur Fahrt», erklärt Silvan Bärtschi. «Das sieht von aussen vielleicht so aus, als ob wir aufeinander wütend wären und keiner mit dem andern spricht. Aber so ist unsere Weisung und die setzen wir um. Das führt manchmal zu lustigen Szenen, geht aber ganz gut.»

Silvan Bärtschi ist sehr froh, noch zur Arbeit zu dürfen und so etwas hinaus zu kommen. «Denn obwohl dieser Job eine gewisse Konstante hat, gibt es immer wieder etwas Abwechslung». Er vergleicht seine Arbeit mit einer Zugreise. Immer könne etwas Unvorhergesehenes passieren. So müsse man für auftretende Probleme, wie beispielsweise Verspätungen von Güterzügen, in Sekunden- oder Minutenbruchteilen geeignete Lösungen finden, die dann auch «verhäben». Denn nur so könne man alle Kundinnen und Kunden zufriedenstellen. Die Arbeit gibt ihm einen willkommenen Ausgleich in dieser Zeit und verleiht seinem Alltag eine Regelmässigkeit.

Wenn die Massnahmen mal gelockert werden, freut sich der ehrenamtliche Pfadileiter darauf, viele Freunde zu treffen und mit diesen irgendwo im Wald an einer Feuerstelle einen Cervelat zu braten. «Denn das Gesellschaftliche fehlt mir wirklich».

Corona-Alltag bei der SBB

Ein Virus wirbelt den Alltag durcheinander: Die Corona-Pandemie beeinflusst auch die Arbeit bei der SBB. Wie gehen die Mitarbeitenden damit um? Wie haben sich ihre Abläufe und Routinen verändert? Antworten auf diese Fragen gibt es in diversen Beiträgen, die in loser Folge auf SBB News erscheinen.

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