Menü
Suchen
FahrplanGünstig Zug fahrenTipps für Ausflüge
Login
ArtikelMedienbereichBahnverkehrsinformationenSucheHilfeKundenserviceAusflüge SchweizStädtereisen EuropaNachhaltigkeitZügeArbeiten bei der BahnGüterverkehrBauprojekteBahnhöfeInnovationMedienstelleMedienmitteilungenMedienmitteilungen abonnierenHintergrunddossiersFilm-/Fotoaufnahmen MedienFilm-/Fotoaufnahmen kommerzielle ZweckeMedia CenterZahlen und FaktenPublikationenDeutschFrançaisItalianoEnglish
Unterwegs mit dem Kraftprotz
Güterverkehr
Unterwegs mit dem Kraftprotz

Damit Waren sicher und effizient zum Zielort gelangen, müssen sie fachmännisch verladen werden. Das ist die Aufgabe von Fitim Badalli, der im KV-Terminal von SBB Cargo in Dietikon Container um Container umschlägt. Mit einem speziellen Arbeitsgerät.

Basil Stücheli (Fotos)

Es ist ein Ungetüm, das auf uns zusteuert. Die Räder der Maschine sind hoch wie ein Personenwagen, und wenn sie ihre Hebearme ausfährt, erinnert sie an ein riesiges Insekt aus einem Science-Fiction-Thriller. Im Gegensatz dazu scheint die Person, die oben in der Führerkabine sitzt, winzig klein. Wir befinden uns im KV-Terminal in Dietikon, in einem von 16 Umschlagplätzen für den kombinierten Verkehr von SBB Cargo. Das besagte Gefährt ist ein sogenannter Reachstacker. Er dient zum Stapeln und Umschlagen von Containern, Wechselbehältern und Sattelaufliegern von der Strasse auf die Schiene und umgekehrt. Der Reachstacker hat rund 45 Tonnen Hublast und an die 72 Tonnen Eigenmasse.

Fahrer Fitim Badalli öffnet die Kabine und steigt die grossen Stufen herunter. Seit drei Jahren fährt er den Reachstacker und hebt täglich Hunderte Tonnen hoch. Und das in Präzisionsarbeit. «Wenn wir die Container von den Lastwagen auf die Bahnwagen umladen, kann es auf wenige Zentimeter ankommen», erklärt er. Er nimmt uns mit in die Führerkabine, und schnell wird klar: Von Vollautomatisierung keine Spur, hier ist Handarbeit gefragt. Die wenigen Knöpfe sind zum Bedienen der einzelnen Elemente des Hebewerks. Die richtigen Positionen und Distanzen abschätzen muss der Fahrer selbst. Zur Unterstützung sind zwei Kameras am Fahrzeug angebracht, die ihm die Ladeumgebung via Bildschirm aus der Nähe zeigen.

Drei Jahrzehnte bei der Bahn

«Das richtige Handling kommt mit der Übung», sagt Badalli. Das A und O aber sei die Konzentration, diese dürfe man auch mit der Routine nie vernachlässigen. Er arbeitet seit nunmehr 30 Jahren bei SBB Cargo, 25 davon war er Rangierarbeiter. Gabelstapler habe er schon damals bedient, doch das sei nicht dasselbe: «Schon allein von der Hebekraft her.» Und nur mit dem Reachstacker könne man die Container von oben oder von unten heben, je nach Typ. Nichtsdestotrotz ist die Staplerausbildung eine Voraussetzung, um einen Reachstacker zu fahren. Als Badalli hörte, dass Cargo diese Weiterbildung anbietet, hat er sich gleich gemeldet. «Ich fand es spannend», sagt der 50-Jährige, «auch weil die Rangierarbeit ab einem gewissen Alter nicht mehr ideal ist.»

«Auch mit der Routine darf man nie die Konzentration vernachlässigen.»
Fitim Badalli, Reachstacker-Fahrer, SBB Cargo AG

In der einwöchigen Weiterbildung lernte Badalli das Gefährt und den Umgang damit kennen. «Körperlich ist es viel weniger anstrengend als Rangieren, doch die ersten Wochen war ich nach der Arbeit fix und fertig», erinnert er sich lachend. Die hohe Konzentration forderte ihren Tribut. «Man muss sich immer bewusst sein, mit welch grossen Kräften und Massen man arbeitet», so Badalli. «Wenn etwa aus Unachtsamkeit ein 45 Tonnen schwerer Container in einen Lastwagen kracht, ist der Schaden enorm.» In den drei Jahren hat der Reachstacker-Fahrer glücklicherweise noch keinen solchen Vorfall erlebt.

Bitte immer pünktlich!

Sicherheit ist das oberste Gebot in diesem Beruf. Bei Arbeitsbeginn wird die Maschine vom Fahrer geprüft. Dieser macht einen Rundgang und kontrolliert, ob irgendwo Flüssigkeit ausgetreten ist. In solchen Fällen wird die Servicefirma kontaktiert, die den Schaden repariert. «Zum Glück haben wir hier eine Reservemaschine, sodass die Kunden nie warten müssen», sagt Badalli. In Dietikon arbeiten zwei Fahrer in zwei Schichten: Die erste beginnt morgens um 4.45 Uhr und endet um 13 Uhr. Die zweite dauert abends bis 21.15 Uhr. Die erste Schicht wird jeweils von einem Terminalmitarbeiter allein bestritten. Von 12 bis 20 Uhr sind zwei Mitarbeiter im Einsatz, einer von beiden überprüft, ob die Container auf den richtigen Wagen verladen wurden. Danach gibt er die exakten Platzierungen ins System ein. «Für den Kunden wäre es fatal, wenn die Ware an den falschen Ort geliefert würde», betont Badalli.

«Ich würde auch Frauen diesen Beruf empfehlen. Die können das genauso gut.»
Fitim Badalli

Bei jedem Lastwagen, der auf dem Gelände einfährt, kontrolliert der Terminalmitarbeiter die Container, etwa ob sie richtig verschlossen sind. Dann quittiert er den Auftragsschein und übergibt ihn dem Chauffeur. Check-in nennt sich dieser Arbeitsvorgang. Danach beginnt das Ab- und Aufladen. Pünktlichkeit ist zentral, Zeitdruck spürt Badalli aber eigentlich nie. Ein geübter Fahrer, zu denen er sich zählen darf, braucht pro Container etwa drei Minuten. «Klar, manchmal ist es Akkordarbeit, und die Lastwagen stehen Schlange, aber dann gibt es auch ruhigere Momente.» Von der pandemiebedingten Ruhe hat Badalli nichts mitbekommen: «Unsere Frachten beinhalten Güter des täglichen Gebrauchs – Lebensmittel, Elektrogeräte, Industrieware –, und die Nachfrage ist immer da.»

Vielleicht bis zur Pension

Hat Fitim Badalli schon als kleiner Junge davon geträumt, mit einer solch grossen Maschine zu arbeiten? Er lacht: «Als ich ein Bub war, gab es so etwas gar nicht.» Aber sein neunjähriger Sohn interessiere sich sehr für seine Arbeit, erzählt der fünffache Familienvater. Würde er den Beruf seinen Kindern empfehlen? «Ich würde ihn jedem empfehlen, der sich dafür interessiert», sagt er. Auch Frauen, die könnten das genauso gut. Und was ist das Schönste am Beruf? «Alles», sagt er prompt, und man glaubt es ihm. «Ich habe Verantwortung, viel Abwechslung, Kundenkontakt, ein tolles Team und einen tollen Arbeitgeber.» Die langjährige Treue gegenüber SBB Cargo spricht für sich. Entsprechend kann sich Badalli vorstellen, bis zur Pension für die Bahn zu arbeiten. Zufrieden mit dem sein, was man hat, die Vorteile schätzen und täglich das Beste geben: Damit ist Fitim Badalli bisher sehr gut gefahren.

Das könnte Sie auch interessieren
Video
Städtereisen EuropaUnterwegs im Nachtzug: Eine Oltner Schulklasse reist nach Prag
0
Medienmitteilungen
Innovation«SBB VR»: Virtuell unterwegs durch die Schweiz
0
KundenserviceGünstig mit dem Zug unterwegs: 9 Tipps und Tricks
54
Video
Bauprojekte«Dank eures Engagements sind wir gut unterwegs»
13
Mehr anzeigen
Link erfolgreich kopiertBitte versuche es später nochmal.
2 Kommentare
Absenden

Bitte beachte unsere Netiquette

ImpressumMedienkontaktRechtlicher HinweisDatenschutzCookie Einstellungen