Der Thurgauer Regierungsrat Walter Schönholzer, Stadler-CEO Thomas Ahlburg und Werner Schurter, SBB Leiter Regionen, feierten die Taufe des neuen Giruno «Thurgau» heute mit geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Tourismus. Im Anschluss wurde die Messe WEGA offiziell eröffnet. Am Samstag ist die Bevölkerung zu Schnupper-Rundfahrten ab Weinfelden eingeladen.
Die neue Giruno-Flotte des Thurgauer Herstellers Stadler besteht aus 29 Fahrzeugen. Seit August fahren erste Züge mit Fahrgästen auf der Gotthardachse, der fahrplanmässige Einsatz folgt ab dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember von Basel und Zürich nach Lugano und Chiasso, ab Frühjahr 2020 weiter bis Mailand. Der Giruno bietet den Passagieren in Doppeltraktion insgesamt 810 Sitzplätze. Ausserdem verfügt er über Steckdosen an allen Sitzplätzen, geschlechtergetrennte Toiletten, Multifunktions- und Veloabteile, grosse Gepäckablagen und ein modernes Beleuchtungskonzept mit energiesparenden LED-Lampen. Giruno ist eine aus dem Rätoromanischen abgeleitete Bezeichnung für Mäusebussard.
Drei der 29 Giruno-Züge werden auf die Namen «San Gottardo», «Sempione» und «Monte Ceneri» getauft, die restlichen 26 Züge werden nach den Schweizer Kantonen benannt. Am 8. August wurde der erste Giruno auf den Namen «San Gottardo» getauft, am 31. August folgte der Giruno «Uri».
Nicht zum ersten Mal wird das Thurgauer Wappen das Gotthard-Massiv durchqueren: Bereits vor gut 60 Jahren, am 12. Mai 1958, wurde eine «Gotthardlokomotive» Ae 6/6 in Frauenfeld getauft und fuhr anschliessend als Extrazug nach Bellinzona. Ab heute erstrahlt das damals verwendete historische Wappen in neuem Glanz – als Rekonstruktion im Speisewagen des Giruno «Thurgau». Die Ae 6/6-Lok war zu ihrer besten Zeit, in den 1950er bis Ende 1970er Jahren, die Gotthardlokomotive schlechthin und hat die Gotthardbahn bereits einmal modernisiert. Nun bringt der Giruno als Zug für den neuen Gotthard- und den neuen Ceneri-Basistunnel den nächsten Modernisierungsschub. Sowohl die Ae 6/6 als auch der Giruno sind zudem Beispiele für die Schweizer Zug- und Lokomotiv-Baukunst.
Die SBB fährt mit Energie aus Wasserkraft und vermeidet so grosse Mengen CO2. Infolge der aktuellen Debatte um den Klimawandel stieg im ersten Halbjahr 2019 die Nachfrage im internationalen Schienenverkehr stark an. Die SBB will die Chancen im internationalen Verkehr auch mit dem neuen Zug Giruno nutzen.
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