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Start für MehrSpur Zürich–Winterthur: Grosser Engpass im Schweizer Bahnetz wird behoben
Das Tunnelportal bei Dietlikon.
BauprojekteBahnhöfe
Start für MehrSpur Zürich–Winterthur: Grosser Engpass im Schweizer Bahnetz wird behoben

Die SBB startet im Auftrag des Bundes den Ausbau der Strecke Zürich–Winterthur auf vier Spuren. Kernelement ist der Brüttenertunnel. Damit wird ein zentraler Engpass im Schweizer Bahnnetz beseitigt. Bundesrat Albert Rösti, der Zürcher Regierungsrat Martin Neukom und SBB CEO Vincent Ducrot gaben heute in Bassersdorf den offiziellen Startschuss für das Grossprojekt. Die MehrSpur Zürich–Winterthur ermöglicht mehr Züge und kürzere Reisezeiten. Davon profitiert nicht nur die Zürcher S-Bahn, sondern der Fernverkehr in der ganzen Schweiz sowie der Güterverkehr.

SBB/CFF/FFS (Text)Nightnurse Images AG (Fotos)

Der heutige Spatenstich für das Grossprojekt MehrSpur Zürich–Winterthur findet an einem symbolischen Ort statt. Das Baufeld auf dem Gebiet der Gemeinde Bassersdorf befindet sich in der Mitte des 30 Kilometer langen Bauperimeters, der sich von Zürich bis Winterthur erstreckt. Hier wird künftig der Hauptinstallationsplatz für den Tunnelbau sein. 20 Meter tiefer werden künftig die Züge durch den Brüttenertunnel fahren. Auch ein Infocenter wird an dieser Stelle errichtet, in dem sich Interessierte über das Projekt MehrSpur Zürich–Winterthur und den Baufortschritt informieren können.

Baustart mit Bundesrat Rösti, Regierungsrat Neukom und CEO Ducrot

Rund 100 Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Kantonen, Städten, Gemeinden und Medienschaffende nahmen am heutigen offiziellen Baustart teil. Mit einem symbolischen Akt gaben Bundesrat Albert Rösti, Vorsteher des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), der Zürcher Regierungsrat und Baudirektor Martin Neukom und SBB CEO Vincent Ducrot den Startschuss für die Bauarbeiten.

«Der Spatenstich für den Mehrspurausbau Zürich–Winterthur mit dem Brüttenertunnel zeigt: Der Ausbau der Bahn geht – parallel zu den politischen Diskussionen zum längerfristigen Bahnausbau im Rahmen von Verkehr ‘45 – voran. Mit dem heutigen Baustart beginnt die Realisierung eines sehr grossen und wichtigen Projekts. Der Grossraum Zürich wird mit Verkehr ’45 zusätzlich profitieren: Sowohl der Ausbau des Bahnhofs Stadelhofen als auch der Zimmerberg-Basistunnel II haben erste Priorität und werden dem Parlament zur Umsetzung beantragt.»
Bundesrat Albert Rösti
«Mit der MehrSpur Zürich–Winterthur legen wir sozusagen einen Bypass am ÖV-Herzen der Schweiz. Die Kapazität zwischen Zürich und Winterthur wird um 30 Prozent ausgebaut auf rund 900 Züge für über 150'000 Reisende pro Tag. Für die volle Zukunftsfähigkeit der Zürcher S-Bahn braucht es auch zwingend das vierte Gleis am Bahnhof Zürich Stadelhofen sowie zahlreiche ergänzende Bauwerke zu den beiden Grossprojekten. Langfristig wird der Viertelstundentakt zum Grundtakt im Kernnetz der Zürcher S-Bahn. Damit können wir die steigende ÖV-Nachfrage in unserer Region abdecken und leisten einen Beitrag an eine umweltschonende Mobilität.»
Regierungsrat Martin Neukom
«Dieses Projekt der Superlative ist die grösste Baustelle der Schweiz und das aktuell grösste Infrastrukturprojekt der SBB. Bis zu 1000 Personen arbeiten auf dem 30 Kilometer langen Perimeter. Wir investieren während der zehnjährigen Bauzeit pro Tag rund 1 Million Franken. Mit dem Brüttenertunnel und dem Ausbau der vier Bahnhöfe Dietlikon, Bassersdorf, Wallisellen und Winterthur Töss sowie der Zufahrtsstrecken ermöglichen wir mehr Kapazität auf einer der meistbefahrenen Bahnstrecken der Schweiz. Die SBB setzt alles daran, um die Auswirkungen der umfangreichen Bauarbeiten in den nächsten zehn Jahren zu minimieren.»
SBB CEO Vincent Ducrot
SBB will Auswirkungen auf Anwohnende und Reisende möglichst klein halten

Ein Projekt dieser Grössenordnung wirkt sich unweigerlich auf Anwohnende und Reisende aus. Die SBB baut während rund eines Jahrzehnts in Gleisnähe und in einem der meistbefahrenen Korridore des Schweizer Bahnnetzes. Damit die Züge für die vielen Reisenden während der Bauzeit am Tag fahren können, kommt die SBB nicht umhin, auch in der Nacht zu arbeiten, wenn keine Personenzüge verkehren. Viele Bau- und Installationsplätze grenzen an Wohngebiete. Emissionen wie Baulärm, Staub, Logistikfahrten auf der Strasse oder Erschütterungen sind auch in Nachtstunden und an Wochenenden unvermeidlich. Die SBB tut ihr Möglichstes, um die Anwohnenden vor den Emissionen zu schützen und informiert regelmässig über die bevorstehenden Arbeiten – und dankt für das Verständnis.

Der Bahnbetrieb bleibt während der Bauzeit weitgehend aufrechterhalten. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026 wird es dennoch für einzelne S-Bahn-Linien Fahrplanänderungen aufgrund der Bauarbeiten geben. Die Fahrplanänderungen sind ab Herbst 2026 im Online-Fahrplan und in der App SBB Mobile ersichtlich. Über weitere Fahrplanänderungen während der Bauzeit wird die SBB wie gewohnt rechtzeitig im Voraus informieren.

Inbetriebnahme erfolgt etappenweise bis 2037

Die verschiedenen Teilprojekte der MehrSpur Zürich–Winterthur werden schrittweise fertiggestellt. Die Reisenden profitieren jeweils umgehend. Bei den voraussichtlichen Inbetriebnahmeterminen sind Verschiebungen möglich:

  • Brüttenertunnel: 9 Kilometer lang, bestehend aus zwei je einspurigen Röhren, Start Vortrieb mit Tunnelbohrmaschinen 2029, geplante Inbetriebnahme aus heutiger Sicht 2037.
  • Ausbau Bahnhof Wallisellen: Breitere Perrons, angepasste Zugänge und Unterführungen, Baustart 2028, geplante Inbetriebnahme Ende 2032. Westlich des Bahnhofs neue, 580 Meter lange eingleisige Brücke. Baustart 2026, geplante Inbetriebnahme 2031.
  • Ausbau Bahnhof Dietlikon: Zusätzliches viertes Gleis, neue Zugänge zu Perrons, neue Passerelle mit Liften, Neubau Bahnhofsgebäude. Baustart 2027, geplante Inbetriebnahme Sommer 2032. Die Unterführung Bahnhofstrasse wird in tieferer Lage unter den Dietlikontunnel neu gebaut. Baustart 2028, geplante Inbetriebnahme 2031.
  • Ausbau Bahnhof Bassersdorf: Neue Unterführungen und stufenfreie Zugänge zu den Perrons. Baustart 2027, geplante Inbetriebnahme Sommer 2030.
  • Ausbau Bahnhof Winterthur Töss: Neue Unterführung und stufenfreie Zugänge, Baustart 2027, geplante Inbetriebnahme Ende 2028. Im Gebiet Neumühle 800 Meter lange eingleisige Brücke über bestehende Gleise, Baustart 2027, geplante Inbetriebnahme 2034.

Nach Abschluss der Hauptarbeiten werden die Installationsflächen zurückgebaut und die betroffenen Flächen wiederhergestellt. Die Kosten für die MehrSpur Zürich–Winterthur betragen rund 3,3 Milliarden Franken (Kostengenauigkeit plus/minus 10 Prozent). Finanziert wird das Projekt über den Bahninfrastrukturfonds des Bundes, in den unter anderem Bund und Kantone einzahlen.

MehrSpur Zürich–Winterthur | SBB CompanyDownload Fotos Medienanlass
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