Im Sommer 2026 verzeichnete die SBB 97 Verwerfungen und Verdrückungen. Sicherheitsrelevante Vorfälle meldet die SBB konsequent dem Bundesamt für Verkehr. Ausschlaggebend für die hohe Anzahl Gleisverformungen war der aussergewöhnlich heisse Sommer. Vereinzelt kam es zu Verspätungen oder Ausfällen, insgesamt blieb der Betrieb jedoch stabil.
Die gestiegene Anzahl Verwerfungen und Verdrückungen hatte keine Auswirkung auf die Sicherheit des Bahnverkehrs. Aufgrund der hohen Dichte an Zügen, welche auf dem Netz der SBB verkehren und eines klar definierten Meldeprozesses werden solche Verformungen frühzeitig erkannt. In diesem Fall leitet die SBB unverzüglich Sicherheitsmassnahmen ein, anschliessend beurteilt eine Fachperson die Situation vor Ort und entscheidet über weitere Schritte.
«Ein Nullrisiko gibt es nie», sagt Beat Deuber, Leiter Netzdesign, Anlagen und Technologie bei der SBB. «Wir prüfen die Entwicklung deshalb laufend und ziehen alle wirksamen Massnahmen in Betracht. Nach heutigem Kenntnisstand können wir guten Gewissens sagen: Das SBB Netz ist sicher.»
Die wichtigste Vorbeugung ist eine gut instand gehaltene Infrastruktur. Die SBB prüft ihre Schienen regelmässig mit Mess- und Diagnosefahrzeugen, setzt bei der Streckeninspektion grossflächig künstliche Intelligenz ein und nutzt Sensoren. So kann sie die Lage gezielt beurteilen. Angesichts der ausserordentlichen Hitze im vergangenen Sommer hat die SBB ausserdem eine Taskforce eingesetzt. Diese analysiert die Ursachen und die weitere Entwicklung, überprüft die bestehenden Massnahmen und leitet bei Bedarf zusätzlichen Massnahmen ab.
Die Wirkung von weissen Schienen zur Reduktion der Gleistemperatur hat die SBB über mehrere Jahre untersucht. Dabei zeigte sich: Die Kühlwirkung lag Anfangs im Mittel bei rund 4,5 Grad. Nach zwei Jahren war wegen Verschmutzung nur noch etwa die Hälfte der Wirkung vorhanden. Je dichter der Verkehr, desto schneller lässt der Effekt nach.
Die SBB setzt deshalb in erster Linie auf gezielte und dauerhaft wirksame Massnahmen. Dazu gehören der Einsatz von Betonschwellen, welche für mehr Stabilität sorgen als Holzschwellen, ebenso wie Schotterverklebungen, das Auftrennen und Verlaschen von Schienen sowie die Erhöhung der Neutralisationstemperatur, damit die Schienen den tendenziell höheren Temperaturen besser standhalten. Gleichzeitig prüft die SBB im Rahmen einer laufenden Analyse, ob weisse Beschichtungen punktuell eine sinnvolle Massnahme sein können.