Sparauftrag: Es geht nicht ohne Beteiligung der Mitarbeitenden

Bund und Kantone erwarten von der SBB Einsparungen. Die SBB muss deshalb alle Kosten überprüfen. Bei Löhnen und Stellen will sie nicht ansetzen. Hingegen beteiligt sich die SBB teils überdurchschnittlich stark an Lohnabzügen. Gespräche und Verhandlungen mit den Sozialpartnern starten heute.

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Die SBB stellt diese interne Information an ihre Mitarbeitenden an dieser Stelle auch extern Medienschaffenden zur Verfügung, da die Sozialpartner eine Medienmitteilung zum Thema veröffentlich haben.

Die finanzielle Situation der SBB ist bekanntlich äusserst angespannt. Wie angekündigt leistet die SBB aus eigener Kraft einen Sparbeitrag von rund sechs Milliarden Franken, damit die nachhaltige Finanzierung bis 2030 gesichert ist. Zusätzlich erwartet der Bund ab dem Jahr 2024 weitere Einsparungen in Höhe von 80 Millionen Franken pro Jahr – durch tiefere Kosten oder höhere Erträge. Und auch die Kantone erwarten tiefere Kosten im Regionalverkehr: Sie sind nicht mehr bereit, die heutigen Kosten zu tragen.

Die SBB muss deshalb sämtliche Kosten überprüfen – und 44 Prozent unserer Kosten sind Löhne und Sozialversicherungsleistungen. «Wir müssen uns darum auch hier Gedanken machen, was an Einsparungen möglich ist», sagt SBB Chef Vincent Ducrot. Angesichts von Unterstützungsgeldern durch den Bund in Milliardenhöhe sei dies unumgänglich. Der SBB CEO will jedoch nicht Löhne kürzen oder produktive Stellen abbauen – hier sind ganz im Gegenteil sogar gezielt zusätzliche Stellen geplant.

Gezielt bei Lohnabzügen ansetzen, wo SBB sich überdurchschnittlich stark beteiligt

Hingegen, sagt SBB Personalchef Markus Jordi, beteilige sich die SBB heute bei manchen Lohnabzügen überdurchschnittlich hoch im Vergleich mit anderen Transportunternehmen und auch generell im Vergleich mit anderen Unternehmen. Hier will Markus Jordi in den Gesprächen und Verhandlungen mit den Sozialpartnern, die heute Freitag beginnen, ansetzen.

Die SBB sieht zwei Massnahmen bei den Lohnabzügen vor, wobei die Leistungen gleich bleiben: Die Erhöhung des Abzugs für krankheitsbedingte Fehltagekosten, die mit den Sozialpartnern verhandelt wird, sowie die Erhöhung des Risikobeitrags, die beim Stiftungsrat der Pensionskasse SBB beantragt wird. Die Aufhebung zusätzlicher Leistungen bei Berufsinvalidität kann die SBB in eigener Kompetenz beschliessen; darüber informiert sie die Sozialpartner.

Die Anpassungen sollen ab 2023 gelten. Alle Mitarbeitenden werden auf Basis ihres Lohnes prozentual in gleichem Umfang beteiligt. Die geplanten Massnahmen sollen letztlich auch zur Arbeitsplatzsicherheit der SBB beitragen.

Markus Jordi betont: «Auch wenn wir jetzt über Lohnabzüge sprechen und das im Portemonnaie spürbar sein wird – wir bleiben eine sehr gute Arbeitgeberin!». So übernimmt die SBB in einigen Bereichen auch weiterhin einen Grossteil der Aufwendungen, so bei den Zukunftsmodellen Valida und Priora. Diese ermöglichen Mitarbeitenden in besonders exponierten Funktionen, das Arbeitspensum schrittweise zu reduzieren oder sich frühzeitig pensionieren zu lassen.

Mit den Sozialpartnern werden nebst den Sparmassnahmen auch die Lohnrundenmittel 2023 verhandelt werden. Wir informieren hier auf SBB News regelmässig über den Stand.

Quelle: SBB CFF FFS

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