
Stephanie Bregy, Leiterin Recht und Compliance SBB
Nein, Fakt ist, die SBB ist Vorreiterin in Sachen Compliance, wir haben in diesem Bereich in den vergangenen Jahren sehr viel unternommen. So wurde die Weisung zur Antikorruption mehrfach verschärft. Interessenbindungen müssen erfasst werden, damit bei allfälligen Interessenkonflikten frühzeitig Massnahmen definiert werden können. Ein grosser Teil der Mitarbeitenden, insbesondere im Kader und in relevanten Bereichen, absolviert obligatorische Compliance-Schulungen. Auch haben wir einen
Es gab Fälle, bei denen Mitarbeitende unrechtmässig gehandelt, sich bereichert und die SBB geschädigt haben. Die in den Medien erwähnten Fälle ereigneten sich zwischen 2008 und 2018 und liegen somit mehrheitlich über zehn Jahre zurück. Der Fall, der in diesen Tagen vor Gericht verhandelt wird, betrifft die Jahre 2013 bis 2015. Die SBB hat die Lehren aus allen Fällen gezogen.
Das ist trotz eines sehr gut funktionierenden Compliance-Management-Systems, wie wir es haben, nie auszuschliessen. Verstösse gegen den Verhaltenskodex oder sonstige Vorgaben werden bei uns nicht toleriert und können zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses und / oder zu Strafverfahren führen. Meldungen, welche über die vertrauliche Compliance-Meldestelle eingehen, nehmen wir ernst; sie werden nach einem genau definierten Prozess untersucht.
Die Mitarbeitenden sind durch die getroffenen Massnahmen sensibilisiert und kennen die Vorgaben. Die Meldestelle Compliance wird genutzt. Durch die Meldungen können immer wieder Fälle aufgedeckt werden. Nochmals: Bei rund 35 000 Mitarbeitenden kann nicht komplett verhindert werden, dass es zu einzelnen Verstössen kommt. Darum ist die SBB darauf angewiesen, dass Verdachtsfälle gemeldet werden. So können Verstösse aufgedeckt, aufgearbeitet und wo nötig weitere Verbesserungen umgesetzt werden.

