Die SBB plant Haltestellen gemäss dem Behindertengleichstellungsgesetz

Im Bereich des Bahnzugangs bestehen grosse Herausforderungen für die SBB.

Bahnhöfe müssen auf die Kundenbedürfnisse ausgebaut werden
Bahnhöfe müssen auf die Kundenbedürfnisse ausgebaut werden

Handlungsbedarf besteht bei den Sicherheitsabständen zu Gleisen, der Barrierefreiheit im Zusammenhang mit der Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) sowie bei der Kapazität der Perronanlagen im Hinblick auf die Verkehrszunahme im öV in den kommenden Jahren. Bahnhöfe müssen auf die Kundenbedürfnisse der Zukunft geplant und ausgebaut werden. Die SBB überprüft im Zusammenhang mit dem Bahnausbau auch laufend Bahnhöfe auf Passagierfrequenzen und schafft gemeinsam mit den bestellenden Kantonen wo notwendig und sinnvoll auch neue Haltepunkte. Wo durch Kunden nicht mehr genutzt, kann es in ganz vereinzelten Fällen auch zu einer Aufhebung eines Haltepunkts kommen. Dabei besteht aber kein Zusammenhang mit dem Behindertengleichstellungsgesetz sondern Basis bilden die Passagierzahlen insgesamt. Aufgrund der laufenden Verkehrsentwicklung im öV ist mittel- und langfristig vielmehr mit einem Ausbau und zusätzlichen Haltepunkten auf dem SBB-Netz zu rechnen.

Fakten zum Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) bei der SBB:

  • Seit 2004 kommen im Zusammenhang mit dem hindernisfreiem Bauen bei jedem Bahnhofumbau die Bestimmungen des Behindertengleichstellungsgesetzes zum Tragen. Siehe: https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20002658/index.html

  • Zur Zeit ist über die Hälfte aller SBB-Bahnhöfe behindertenkonform umgebaut. Davon profitieren heute bereits mehr als 70 Prozent aller Reisenden.

  • Die SBB unternimmt alles, damit Reisende mit eingeschränkter Mobilität bis Ende 2023 alle Dienstleistungen der SBB diskriminierungsfrei nutzen können. Davon profitieren behinderte und ältere Menschen sowie Reisende mit Kinderwagen aber auch Kunden mit Rollkoffern. Dies gilt nicht nur für den Ausbau von Bahnhöfen sondern auch für das Rollmaterial und die Verkaufsanlagen.

  • Das Gesetz sieht vor, dass bei der Umsetzung auch Kosten-Nutzen-Überlegungen angestellt werden. Darum prüft die SBB neben baulichen auch so genannte Ersatzmassnahmen. Dies betrifft rund 200 Bahnhöfe auf dem Streckennetz der SBB. Ersatzmassnahmen sind beispielsweise Hilfestellungen durch Bahnpersonal mit einer Faltrampe oder einem Mobilift.

  • In den letzten Jahren hat die SBB schweizweit für rund 350 Bahnhöfe Lösungen erarbeitet, die für das Gesamtsystem tragbar sind. Abgestimmt mit dem BAV wird die SBB im Frühjahr 2017 über die konkreten Umsetzungspläne an den Bahnhöfen informieren.

Fest steht schon jetzt: Im Zusammenhang mit dem Behindertengleichstellungsetz werden von Seiten der SBB keine Haltestellen aufgehoben.