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Kreislaufwirtschaft einfach erklärt
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Kreislaufwirtschaft einfach erklärt

Die Ressourcen der Erde sind knapp – was zur Folge hat, dass Menschen sparsamer mit ihnen umgehen müssen. Hier kommt die Kreislaufwirtschaft ins Spiel. Doch was ist Kreislaufwirtschaft überhaupt und wo liegt der Unterschied zum Recycling?

Vera von Gunten (Text)SBB/CFF/FFS (Fotos)

Was ist eigentlich Kreislaufwirtschaft?

Die Kreislaufwirtschaft (auch Circular Economy genannt) konzentriert sich darauf, Rohstoffe so effizient und nachhaltig wie möglich zu nutzen, in dem sie möglichst lange im Wirtschaftskreislauf bleiben. In anderen Worten: nichts wegwerfen, stattdessen wiederverwenden. Expert:innen reden hier vom «Produktkreislauf schliessen». Doch wie findet eine solche Kreislaufwirtschaft statt?

In einem ersten Schritt werden nachhaltige Produkte produziert. Werden Produkte nicht mehr genutzt, gilt es sie wiederzuverwerten. Dadurch entsteht ein Kreislauf. Ein Beispiel: Kleider aus nachhaltiger Baumwolle werden nicht mehr getragen, weil sich Löcher gebildet haben. Die unbeschädigten Stellen werden rausgeschnitten und zu einer Decke zusammengenäht. Die Baumwolle erhält ein zweites Leben.

Das Gegenteil von Kreislaufwirtschaft ist das lineare Wirtschaftsmodell – oder die Wegwerfwirtschaft –, wobei Rohstoffe abgebaut, Produkte hergestellt, verkauft und entsorgt werden. Rohstoffe gibt es nicht unendlich, sie können knapp werden. Wiederverwendung hilft, Rohstoffe zu sparen, Abfall zu reduzieren und gleichzeitig die Umweltbelastungen zu senken.

Durch die Kreislaufwirtschaft wird die Lebensdauer von Produkten verlängert. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch das Portemonnaie der Verbraucher:innen.

Was ist der Unterschied zum Recycling?

Wenn ein Produkt nicht mehr benutzt werden kann, ist es Zeit für Recycling. Als Grundregel gilt: Es ist für die Umwelt in fast allen Fällen besser, ein Produkt möglichst lange zu benutzen als es zu recyceln. Denn beim Recyceln – anders als bei der Wiederverwendung – wird Energie benötigt und die Umweltentsprechend belastet.

Die Kreislaufwirtschaft dreht sich um die Wiederverwendung von vorhandenen Produkten oder Materialien, während das Recycling auf die Wiederverwertung abzielt.

Typische Beispiele für die Wiederverwertung sind das Recycling von Alu-Dosen oder PET-Flaschen.

Beispiele von Kreislaufwirtschaft: Was macht die SBB?

Die SBB hat rund 77 Millionen Tonnen Material im Umlauf. Bei einer solchen Menge an Material kann sie einen grossen Unterschied bewirken: Darauf achten, dass alles im Kreislauf bleibt und möglichst wenig Abfall produzieren. Das setzt sich die SBB im Rahmen der Strategie 2030 zum Ziel. Schliesslich schont dies nicht nur die natürlichen Ressourcen, sondern senkt zusätzlich CO2-Emissionen und Kosten. Folgende fünf Beispiele zeigen auf, wie sich die SBB engagiert.

SBB Resale – Ausgemustert, aber nicht ausgedient

Seit 2019 finden ausgemusterte, oft einwandfreie Güter im SBB Resale Shop ein zweites Leben – etwa Maschinen, Werkzeuge und sogar Schienen und Züge. Was die SBB nicht mehr braucht, kann andernorts weiter sinnvoll genutzt werden. Allein im Jahr 2025 wurden 420 Angebote auf SBB Resale veröffentlicht. Dazu gehören auch die aufbereiteten Sitze aus den EW IV-Wagen, die ein Stück Bahngeschichte in Wohn- und Arbeitsräume bringen.

SBB ReMake – Unikate aus Bahnmaterial

SBB ReMake verwandelt ausgedientes Material in limitierte Unikate, die im SBB Shop erhältlich sind. Verwertet wurden bereits Abfahrtsplakate, Stoffe von Zugsitzen, Foulards von Mitarbeitenden und Fallblätter aus alten Anzeigen. Daraus entstehen Taschen, Necessaires, Kofferanhänger, Puzzles, Notizbücher und mehr. Jedes Stück erzählt ein Kapitel aus dem Schweizer Bahnalltag. Gefertigt werden die Artikel gemeinsam mit Partnern und SBB Anyway. In sechs Reintegrationsbetrieben von SBB Anyway stellen Mitarbeitende ausgewählte Produkte her, beispielsweise den SBB ReMake Shopper IC2000.

Bahntechnik-Center – Ein zweites Leben für Bahnmaterial

Im Bahntechnik-Center Hägendorf bereitet die SBB jedes Jahr rund 4000 Tonnen Material wieder auf – etwa Schienen, Weichen sowie Stellwerk- und Signalkomponenten. Die Teile kommen dann erneut im Streckennetz der SBB zum Einsatz. Im Jahr 2025 wurden allein im Bereich Fahrstrom 6400 Teile aufbereitet und damit gut 62 Tonnen CO₂ eingespart. Künftig sollen auch die Fahrleitungsmasten der SBB vermehrt aufbereitet und wiederverwendet werden. Das senkt die CO₂-Emissionen um rund 80 Prozent im Vergleich zur bisherigen Recyclingmethode.

SBB Cargo – Ersatzteile aus alten Lokomotiven

Bei SBB Cargo werden vor der Ausmusterung von alten Lokomotiven funktionsfähige und wiederverwendbare Teile ausgebaut, aufbereitet und als Ersatzteile in andere Loks eingebaut. Zu den am häufigsten wieder eingesetzten Teilen zählen etwa Scheiben, Zugsicherungssysteme, Funk, Hauptschalter oder Kompressoren. So werden weniger Neuteile benötigt und wertvolle Materialien bleiben länger im Kreislauf. Dank den wiederverwendeten Teilen eines ausrangierten Fahrzeugs können drei bis fünf noch funktionsfähige alte Loks weiterhin im Einsatz bleiben.

Werkstadt Zürich – Bauen mit Bahn-DNA

Die Werkstadt Zürich auf dem Gebiet der ehemaligen SBB Reparaturwerkstätte in Zürich Altstetten zeigt, wie Kreislaufwirtschaft im Bau funktionieren kann: Wo immer möglich wird bestehende Bausubstanz erhalten, Bauteile wiederverwendet und nachhaltige Materialien eingesetzt. Ein Beispiel ist das «Gebäude X»: Über 1000 Fenster aus alten EW IV-Wagen verglasen künftig einen Teil der Fassade und zwölf Kilometer gebrauchte Schienen dienen als Stützen und Deckenträger. Auch in anderen Gebäuden kommen gebrauchte Bauteile erneut zum Einsatz, etwa Fahrleitungsmasten als Tragkonstruktion oder Aluplatten von alten Lichtstelen für Liftverkleidungen.

Nachhaltigkeit als Teil der Strategie SBB

Die SBB hat ein strategisches Zielbild bis 2030 definiert. Dieses setzt sie mit konkreten Zielen um. Eines davon ist die Nachhaltigkeit: Die SBB möchte ihre Treibhausgasemissionen halbieren. Um dies zu erreichen, spart die SBB-Energie, setzt auf erneuerbare Energien, ersetzt klimaschädliche technische Gase und setzt auf Kreislaufwirtschaft. Die klimafreundliche, ressourcenschonende und im Vergleich zu Flugzeug, Bus und E-Auto unschlagbare Bahn leistet einen grossen Beitrag zum Klimaziel 2050 der Schweiz. Jährlich vermeidet die Schweiz dank des Schienenanteils am Verkehr den Ausstoss von rund fünf Millionen Tonnen CO2. Das entspricht zehn Prozent der landesweiten Gesamtemissionen.

Mehr über die Strategie 2023 der SBB auf SBB Company «Strategie SBB 2030».

Mehr zum Thema: «Kreislaufwirtschaft SBB»Strategie SBB 2030
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