Stromsparen wird zum Kreativprogramm
Fürs Energiesparen hat die SBB in den letzten Jahren über 250 verschiedene Massnahmen umgesetzt. So hätte die gesparte Energie im Jahr 2021 – namentlich rund 500 Gigawattstunden – prompt ausgereicht, um alle Haushalte der Städte Bern und Lausanne zusammen mit Strom zu versorgen. Ein Augenschein einiger Projekte.
Schlummerbetrieb für Züge
Wegen limitierten technischen Möglichkeiten wurden früher die meisten Züge durchgängig geheizt. Dies, auch wenn sie auf dem Abstellgleis standen. Dank einer neuen Software läuft die Heizung mittlerweile nur noch dann, wenn sie auch benötigt wird. Für die Kundinnen und Kunden ändert sich nichts. Sie erleben auch mit der verbesserten Steuerung immer ein angenehmes Raumklima im Zug. Pro Jahr spart die SBB mit diesen Massnahmen rund 50 Gigawattstunden – so viel, wie rund 12'500 Haushalte Strom verbrauchen würden.
Cleveres Verteilen des verfügbaren Stroms
Der Energiebedarf eines Zuges steigt stark an, wenn er beschleunigt. In den Hauptverkehrszeiten, wenn besonders viele Züge gleichzeitig fahren, belastet dies das Bahnstromnetz stark. An kalten Tagen braucht es noch mehr Energie, weil zusätzlich die Zug- und Weichenheizungen (siehe unten) aus dem gleichen Stromnetz versorgt werden.
Statt zusätzliche Anlagen wie beispielsweise Frequenzumrichter zu bauen, setzt die SBB auf die Digitalisierung. Die Idee: Sobald sich eine hohe Auslastung – im Fachjargon «Lastspitze» genannt – im SBB Netz abzeichnet, werden Zug- und Weichenheizungen für maximal zwei Minuten ausgeschaltet. Der Energiebedarf der Heizungen wird so zeitlich verschoben – die Lastspitze also geschnitten. Dieses clevere Verteilen des verfügbaren Stroms hat einen Namen: Lastmanagement.
Mehr Hintergründe dazu gibt es im Artikel «Mit intelligenter Software Energie schlau nutzen».